Springreiten: Christian Ahlmann und Daniel Deußer auf Rang neun in Rio de Janeiro

Peder Fredricson, Nick Skelton, Eric Lamaze

Gold für Nick Skelton (GBR), Silber für Peder Fredricson (SWE) und Bronze für Eric Lamaze (CAN)

Rio de Janeiro/BRA (fn-press). Ein letztes Mal richteten sich heute die Augen der Pferdesportfreunde auf die olympischen Spiele in Rio, wo im Einzelfinale die Medaillen vergeben wurden. Trotz guter Ausgangsposition mit drei deutschen Reitern unter den 35 Startern gelang kein Sprung auf das Treppchen. Christian Ahlmann (Marl) und Taloubet Z sowie Daniel Deußer (Mechelen/BEL) mit First Class beendeten gemeinsam mit fünf weiteren Reitern die olympische Einzelwertung auf Platz neun (4 Strafpunkte). Meredith Michaels-Beerbaum (Thedinghausen) und Fibonacci waren nicht in den zweiten Umlauf gekommen. Die Medaillenentscheidung fiel im Stechen: Neuer Olympiasieger ist Nick Skelton (GBR) mit Big Star, die Silbermedaille gewann Peder Fredricson (SWE) mit All In, Bronze ging an Eric Lamaze (CAN) und Fine Lady.

Die deutschen Finalteilnehmer waren mit guten Aussichten in den ersten Umlauf gegangen, hatten sie doch in den drei vorherigen Springprüfungen nur jeder einen Abwurf gehabt. Drei Medaillenchancen waren da. Doch es ging im ersten Umlauf direkt mit einem Schreck für die deutsche Equipe los. Gleich am ersten Sprung, einem Oxer, hatte Meredith Michaels-Beerbaum, Vierte bei den olympischen Spielen 2008, einen Fehler. Ihr elfjähriger Schimmelwallach Fibonacci kam über dem Oxer runter. Zwar galoppierten beide weiter, nach einem Gehorsamssprung gab die erfolgreiche Championatsreiterin dann aber auf. „Ich wollte vielleicht zu viel heute, es war kein Platz für Fehler. Die Konzentration war vielleicht nicht so da am ersten Sprung. Als ich gemerkt habe, dass die Distanz nicht stimmt, war es schon zu spät. Ich wollte danach kein Risiko eingehen und gucken, dass Fibonacci okay ist. Die Enttäuschung ist groß, das Pferd war super in Schuss. Mit dem Fehler habe ich nicht gerechnet. Aber Nacho geht es gut." Wenige Minuten später ritt der 41-jährige Christian Ahlmann mit dem 16-jährigen Hengst Taloubet Z ein. Bei seinen dritten olympischen Spielen empfahl sich der Weltranglistenerste mit einer Nullrunde für den zweiten Umlauf. Ahlmanns 35-jähriger Kollege Daniel Deußer, mit dem er zusammen im Team vor zwei Tagen die Bronzemedaille gewonnen hatte, tat es ihm mit dem elfjährigen Fuchswallach First Class gleich. Fehlerfrei zog der Weltcupsieger von 2014 bei seinen ersten olympischen Spielen in den zweiten Umlauf ein. Das gelang elf weiteren Reitern. In die zweite Runde zogen zudem zwei Reiter mit je einem Zeitfehler und zwölf Reiter mit je vier Strafpunkten ein. Machte 27 Reiter im letzten Umlauf. Noch waren Ahlmann und Deußer auf Medaillenkurs. Im zweiten Umlauf fiel dann bei beiden je eine Stange. Zuerst bei Ahlmann, dann bei dem direkt danach startenden Deußer.

„Die Pferde sind vom Feinsten gesprungen, Christian und Daniel sind souverän geritten. Leider hatten sie beide diesen einen Flüchtigkeitsfehler. Der Parcours im zweiten Umlauf war angemessen, der erste ein bisschen zu einfach. Aber sechs Doppelnuller, das zeigt, wie gut der Sport ist. Aber auch unsere beiden brauchen sich nicht zu verstecken", sagte Bundestrainer Otto Becker (Sendenhorst) nach dem Finale. Ähnlich ordneten auch Christian Ahlmann und Daniel Deußer das Geschehen ein: „Ich hatte ein traumhaftes Gefühl mit Taloubet, aber es hat nicht sollen sein. Ich bin unglaublich stolz auf mein Pferd. Wir haben eine Medaille gewonnen und waren im Einzel nah dran, das ist unglaublich. Ich nehme sehr viele positive Dinge hier mit aus Rio und kann glücklich nach Hause fahren“, sagte Christian Ahlmann, für den das seine zweite Team-Bronzemedaille nach Athen 2004 ist. Und auch Daniel Deußer zieht eine positive Bilanz von seiner Premiere bei Olympischen Spielen: „Wenn ich hier unzufrieden wäre, müsste ich aufhören. Mein Pferd sprang super heute. First Class hat den Parcours mit Leichtigkeit bewältigt. Wie der Fehler passiert ist, weiß ich noch nicht. Ich muss mir das Video ansehen. First Class ist so gut in Form, dass er den Fehler nicht verdient hat. Insgesamt bin ich zufrieden mit diesen Spielen hier in Rio." Gefragt nach einem Gesamtfazit fasste Otto Becker seine zweiten Olympischen Spiele als Bundestrainer so zusammen: „Positiv. Alle fünf, die dabei waren, haben sich schon im Trainingsspringen super gezeigt. Die vier, die dann im Team waren, sind super geritten. Mit Meredith, das war heute leider unglücklich. In anderen Sportarten kann man Fehler vielleicht noch korrigieren, bei uns nicht. Das sowas ausgerechnet heute passiert, ist schade, aber sie hat alles gegeben.“

Foto von Arnd Bronkhorst/FEI: Peder Fredricson, Nick Skelton, Eric Lamaze