Sparkassen-Oderlandcup Springen 2015: Das aktuelle Ranking nach Wustrow

Das 54. Pfingstturnier in Wustrow war die dritte Station auf dem Weg zum Finale des Sparkassen-Oderlandcups 2015 im Springen. So ziemlich alles, was in den Touren ganz nach oben will, versammelte sich an den Feiertagen am nördlichen Ende des Oderbruchs. Dort ging es um die ersten Vorentscheidungen. Die Spreu trennt sich nämlich langsam vom Weizen. Tendenzen sind zu erkennen, Positionen werden gefestigt, Favoriten auf den Gesamtsieg werden ersichtlich. Aber das macht den Sparkassen-Oderlandcup aus. Und trotzdem haben auch Neueinsteiger in den Touren bei fünf ausstehenden Stationen noch beste Chancen auf den Gesamtsieg beim Finale in Münchehofe. Wer in Wustrow nicht am Start war, hat nun noch die Möglichkeit in Neuenhagen, Alt Zeschdorf, Schulzendorf, Gorgast und Waldesruh um Punkte für das Ranking zu springen. Noch ist es nicht zu spät - vor allem für die Reiter. Aber auch Zuschauer dürften ihre helle Freude an dem Spektakel haben. Eingeweihte und Angehörige der Sportler sitzen fieberhaft mitrechnend hinter der Bande, drücken die Daumen und malen sich die Chancen der Reiter.

In Wustrow war die Sparkasse Oderland vertreten durch Volker Schulz vor Ort. Zusammen mit dem Vorsitzenden des Kreisreiterverbandes Märkisch-Oderland, Torsten Zellmer von Knobelsdorf, wurde der neue Sprung begutachtet, welcher von Station zu Station mitreist. Volker Schulz zeigte sich mit dem Ergebnis sichtlich zufrieden. Das Gerät fällt aber auch ordentlich ins Auge und verfehlt seine Werbewirkung nicht.

Außen herum also alles in Butter. Und in den Touren?

Bereits in der Kleinen Tour ist ordentlich Musike drin. Auch nach der dritten Station hat sich das Ranking nochmals durchgeschüttelt. Nele Jüttner und Canada haben Kenisha-Helen Pohl mit Skelt von Platz eins verdrängt. Die beiden trennen nur zwei Punkte voneinander. Das nun stört das Mariannerl Laurent mit Rolexa kein bisschen. Aus zwei Starts holte sie fast die Maximalpunktzahl und liegt dichtauf in dritter Position. Friderike Haase/Ultor sowie Emilia Tocessa (wie spricht man das eigentlich aus, fragen sich die Richter immer wieder…) Schott (Nachname ist leichter) mit London Times aus Münchehofe folgen vor Luisa Michel, die Boden gut machen konnte. Lukas Wisniewski, der ein wenig Federn gelassen hat sowie Kassandra Wolf mit neuer Waffe liegen in Schlagdistanz zur Spitzengruppe. Noch sind nicht alle Dropse gelutscht in der Kleinen Tour.

Mittlere Tour:

Das Leben wird nicht leichter, wenn man Iris Schubert im Nacken hat. Das bekam Joana Herrmann zu spüren, die es in Wustrow eiskalt erwischte. Das Paar vom PSV Oderland ritt nämlich in voller Attacke an den beiden vorbei und steht nun auf der obersten Stufe. Joana Herrmann/Landarc sind aber in Reichweite. Einen schönen Satz über den Wassergraben machte Ralf Eisert. Er kommt von sieben auf drei und schubste alles, was da vorher war, einen nach unten. Erik Schubert zehrt quasi vom Ruhm vergangener Tage und ist mehr im Parcours als im Sattel zu finden. Trotzdem sind er und Canada noch immer auf Rang vier. Das angelegte Polster ist somit noch wirksam. Mittlerweile haben 29 Paare in die Mittlere Tour eingecheckt. Die ersten zwanzig verfügen aktuell über ein zweistelliges Punktekonto. Die Mittlere Tour entwickelt sich in diesem Jahr zum Knüller.

In der Großen Tour sind siebzehn Paare unterwegs und somit in allen drei Serien insgesamt siebzig Reiter mit Pferd im Kampf um den Gesamtsieg dabei. Das ist eine stattliche Zahl und dürfte den Sponsor Sparkasse Oderland durchaus erfreuen. Und es könnten noch ein paar mehr werden, denn nach wie vor kann man sich kostenlos beim KRV MOL in die Listen der Touren einschreiben. Gewertet wird ab dem Augenblick des Eintrages. Wäre also sinnvoll, dass vor der nächsten Wertungsprüfung zu tun und nicht im Nachhinein.

In der GT thront Philipp Lyck trotz eines Ausrutschers noch immer auf dem güldenen Stuhle. Die Luft nach unten ist allerdings merklich dünner geworden. Ralf Eisert und Santa Cruz arbeiteten sich in der Rangliste nach vorne und bis auf drei Punkte an die Spitzenposition heran. Grit Schirrmann bleibt mit dreißig Zählern in Bissweite zum Spitzenduo. Und wenn es mit Kenzou des Lunes nicht so klappt, so zieht der Philli wenigstens die Bauern nach, wie man im Schach sagen würde. Er besetzt mit Landmaid und Ardan die Plätze vier und fünf. Wer drei Eisen im Feuer hat, kann sich den Stahl für ein scharfes Schwert womöglich am Ende aussuchen. Aber in der GT ist noch lange nix durch. Bis zum zwölften Platz hat theoretisch jeder noch die Chance, schon nach dem nächsten Wertungsspringen in Führung zu gehen. Das ist eine enge Kiste - und eine heiße Kiste.

Nächste Station ist Neuenhagen am kommenden Wochenende. Dann wird Bergfest für dieses Jahr im Oderlandcup Springen gefeiert. Und in drei Monaten ist die Saison schon wieder fast gelaufen. Spannende Zeiten gehen eben schnell vorbei.

Fotos von Jan-Pierre Habicht ©