SPARDA Derby-Meeting 2012Hamburg: Pastorius sorgt für die Überraschung

Hamburg - Sensation im SPARDA 143. Deutschen Derby auf der Galopprennbahn in Hamburg-Horn. Vor 12.000 Zuschauern gewann der 321:10-Außenseiter Pastorius mit Terence Hellier im Sattel in einer knappen Entscheidung mit einer halben Länge Vorsprung auf den 17:10-Favoriten Novellist (Eduardo Pedroza), Dritter wurde Girolamo mit Andrasch Starke im Sattel. Der Sieger gehört dem Österreicher Franz Prinz von Auersperg, Trainer ist Mario Hofer in Krefeld, für ihn war es wie für den Jockey der erste Derbysieg. 745.000 Euro gab es allein in diesem Rennen an Preisen und Prämien. Die beiden Erstplatzierten sind im Union-Gestüt in Merten am Rhein groß geworden.

"Ich hatte immer Mumm auf das Pferd, deshalb habe ich ihn auch geritten", kommentierte der 46 Jahre alte Hellier den Sieg, "im Rennen habe ich mich auf Novellist konzentriert, habe mich hinter ihn gelegt, das war sicher die richtige Taktik." Im vergangenen Jahr hatte Pastorius bereits  ein Gruppe-Rennen gewonnen, fand aber in der laufenden Saison nicht so recht in die

Spur. "Er war aber auch gesundheitlich nicht immer auf dem Posten", meinte Hofer. Sein Besitzer wollte ihn eigentlich schon abmelden, da er die äußerste Startbox mit der Nummer 15 gelost hatte. "Ich konnte ihn aber davon überzeugen, dass es schon oft Derbysieger gegeben hat, die aus diesen Positionen gewonnen haben", sagte Hofer, "wir sind dann ja doch gelaufen." Franz von Auersperg, zusammen mit dem Münchener Unternehmer Florian Haffa auch Züchter des Pferdes, ist erst gerade von einem Herzinfarkt genesen. "Das war heute die beste Medizin", sagte er.

Tristesse war beim Team von Novellist angesagt. "Es gibt noch andere große Rennen, die man gewinnen kann", nahm es Eduardo Pedroza zwar nach außen gelassen, doch ein großer Tag war es für ihn nicht. Die Rennleitung bestrafte ihn wegen zu häufigen Peitschengebrauchs mit einer Sperre von sechs Renntagen. Es war die erste Niederlage für den von Andreas Wöhler trainierten Novellist, der zuvor vier Rennen in Folge gewonnen hatte. Platz fünf ging an Black Arrow. Der Hengst im Besitz der Fußballprofis Claudio Pizarro und Tim Borowski lag zwar lange in vorderer Linie, musste aber unter Starjockey Frankie Dettori in der Zielgeraden abreißen lassen.

1.062.572 Euro flossen an Wetteinsätzen durch die Kassen. Das ist ein leichter Rückgang gegenüber dem Vorjahr. "Im Derby gab es einen klaren Favoriten, was für die Wetteinsätze nicht gut war", kommentierte Renn Club-Schatzmeister Hans-Ludolf Mathiessen, "ansonsten kann man mit dem Tag mehr als zufrieden sein."

Das SPARDA Derby-Meeting wird vom Dienstag, 3. Juli bis zum Donnerstag 5. Juli, in Hamburg-Horn fortgesetzt. Gleich am Dienstag steht mit dem IDEE Großer Hansa Preis ein mit 70.000 Euro dotiertes und prestigeträchtiges Rennen im Programm. Dort wird auch der Derbysieger 2011, Waldpark, an den Start gehen.

Mehr Informationen über das Deutsche Derby in Hamburg gibt es unter www.galopp-hamburg.de

Foto von Marlin Sorge: Pastorius mit Terence Hellier und Trainer Mario Hofer (links) gleich nach dem Derby-Sieg auf der Horner Rennbahn