Sieger des 50. Trakehner Hengstmarktes in Neumünster 2012: Donauruf

Neumünster - Der Siegerhengst des 50.Trakehner Hengstmarktes heißt Donauruf und er war den neuen Besitzern glatt 300.000 Euro wert. Der Herzruf-Sohn aus der Dolce Vita III von Exorbitant xx wurde bei der Prämierung in Neumünsters Holstenhallen mit Standing Ovations bedacht. "Donauruf ist ein eindrucksvolles züchterisches Beispiel für Nervenstärke, Gelassenheit, Übersicht und Intelligenz. Ein außergewöhnlicher Siegerhengst bei einem außergewöhnlichen Hengstmarkt", kommentierte der Zuchtleiter und Geschäftsführer des Trakehner Verbandes, Lars Gehrmann.

Donauruf ist eine strahlende Erscheinung mit stichelhaarigem Fuchskleid und zeigte sich in Neumünster hervorragend entwickelt. Gehrmann: "Wir sehen einen Beschäler mit opulenten Partien und exzellenten Bewegungen, der hier einen Start-Ziel-Sieg hingelegt hat." Züchterin des Siegerhengstes ist Veronika von Schöning, Panker, für die der Hengst etwas ganz Besonderes ist: "Ich glaube, er ist mein züchterisches Meisterstück." Donauruf blickt auf eine bemerkenswerte Ahnentafel zurück. Seine Vorfahren gehen auf die gemischtfarbige Herde im einstigen Hauptgestüt Trakehnen zurück. Aus genau dieser Herde kamen etliche hervorragende Trakehner. Dem gerade zweijährigen Hengst gönnte Veronika von Schöning einige Wochen mit seinem Bruder und einem Wallach - dem "Prinzenerzieher" - auf den Koppeln in Panker. "Ich denke, das hat ihm gut getan." Siegerhengst Donauruf eröffnete nur zwei Stunden später auch die Auktion des 50. Trakehner Hengstmarktes. Ein aufregendes Bieterduell endete mit dem Zuschlag für das Gestüt Wiesenhof/ Beate Conle-Hüttner im rheinischen Krefeld - bei 300.000 Euro fiel das Rosenholzhämmerchen von Auktionator Uwe Heckmann auf das Pult.

Zum ersten Reservesieger kürte die Kommission Guardian von Imperio aus der Gute Zeit von Consul. Züchter und Besitzer des Hengstes ist Hubertus Poll, Gilten. Den Reservesieger sicherte sich eine Käuferin aus Schleswig-Holstein für 150.000 Euro bei der Auktion. Das Gut Roest von Marion Essing ist das künftige Zuhause von Guardian. "Ein Hengst, der seinem Vater Imperio am meisten ähnelt in diesem Alter. Ein prägnanter, trockener, drahtiger Hengst, noch im Wachstum, aber mit überzeugender Balance im Freilaufen. Und wie wir finden ein würdiger Reservesieger mit der besten Galoppade des Hengstmarktes", so Lars Gehrmann.

Zweiter Reservesieger wurde  Whizzkid von Syriano aus der Waluna von Uckermärker. Züchter Johannes Mangold, Jerichow, verkaufte Whizzkid beim Trakehner Bundesturnier in Hannover bei der Fohlenauktion an die Besitzergemeinschaft Hans-Peter Kleinfeld, Selent/ Joop van Uytert, Niederlande, die den Hengst nun beim 50. Trakehner Hengstmarkt ausstellten. "Ein Hengst, der von Tag zu Tag besser wurde. Ein Hengst mit Geist und Ehrgeiz und einem leichtfüssigen Bewegungsablauf," lobte Zuchtleiter Gehrmann.

Zwei Sonderehrenpreise vergab die Körkommission beim Trakehner Hengstmarkt. Prämienhengst Amourano von Connery aus der Atara xx von Lagunas xx wurde als bester Halbblut-Hengst ausgezeichnet. Gehrmann unterstrich in der Kommentierung die herausragenden Vorzüge des Hengstes: "Ein Hengst von hochedler Sorte, mit trockener Textur, sympathisch. Er bewegt sich immer locker und beschwingt auch beim Freispringen und ist einer der besten Halbblüter der vergangenen Jahre." Amourano stammt aus der Zucht der früh verstorbenen Katrin Poll und dem Besitz von Hubertus Poll, Gilten.

Als bester Springhengst wurde der zuvor gekörte Avatar von Ajbek aus der Alana von Agar ausgezeichnet. Der Rappe stammt aus der Zucht von Monika Machlowicz-Wojsiat aus Gietrzwald in Polen. Zur Auszeichnung erschien auch die Besitzergemeinschaft "Pferdefreunde Ostsee", immerhin 13 Eigentümer, die den Hengst in der Folge einer Kreuzfahrt auf der MS Deutschland erwarben. Zum "Konsortium" zählen u.a. Ruth Klimke und auch Bettina Schockemöhle. Das war eines der lustigsten Bilder des 50. Trakehner Hengstmarktes - viele Besitzer und ein Hengst. Avatar wurde während der Auktion für 37.000 Euro versteigert. Neue Besitzer sind Joop van Uytert und Paul Schockemöhle....

Das Auktionsergebnis

Mit einem Nettoumsatz von 810.000 Euro endete die Auktion für zehn gekörte Hengste. Der Durchschnittspreis kletterte damit auf 81.000 Euro. Eine deutliche Steigerung gegenüber dem Vorjahr für neun gekörte Hengste (44.222 Euro). Teuerster Hengst war Donauruf mit 300.000 Euro, Reservesieger Guardian kostete 150.000 Euro und auch San Silviano von Polarion aus der Shakira von Biotop (Züchter und Besitzer: Gestüt Heinen, Issum) kostete einen sechsstelligen Betrag: 130.000 Euro. Käufer aus Deutschland, Großbritannien, den Niederlanden und den USA erwarben Hengste in Neumünster.

Auktionsspitze bei den nicht gekörten Hengsten war Königssee von Interconti aus der Königsfee III von Tambour. Der Hengst aus der Zucht und dem Besitz von Elke Söchtig, Elmarshausen, wurde für 27.000 Euro von einem Käufer aus Brandenburg erworben. Für 18 Hengste wurde ein Nettoumsatz von 204.000 Euro erzielt. Der Durchschnittspreis beträgt 12.000 Euro. 2011 wurden 30 nicht gekörte Hengste für durchschnittlich 10.116 Euro versteigert.

Für Petra Wilm, Vorsitzende der Trakehner Verbandes, und Zuchtleiter und Geschäftsführer Lars Gehrmann auch ein klarer Beleg dafür, dass die Kundenoffensive des Trakehner Verbandes erfolgreich war. "Wir haben uns bereits früh im Jahr um potentielle Kunden gekümmert und den Kontakt gehalten", unterstrich Gehrmann in seiner Bilanz. Zudem seien erfreulich viele Neukunden zum 50. Trakehner Hengstmarkt gekommen.

Mehr Informationen im Internet: www.trakehner-verband.de

Foto von Stefan Lafrentz: Siegerhengst Donauruf mit Züchterin Veronika von Schöning (Mitte) und Petra Wilm, Vorsitzende des Trakehner Verbandes