Saisonfinale Berlin-Hoppegarten 2012: Nach der Saison ist vor der Saison

Bulgarischer Trainer präsentiert Top-Zweijährige und weiteren Sieger

Hoppegartener Roland Dzubasz punktet zweimal und holt Winterfavoriten in Düsseldorf

5.400 Galoppsportfans freuen sich über hohe Quoten und bestes Herbstwetter

Wer hat an der Uhr gedreht, ist schon wirklich wieder Winterpause? Ein von strahlender Herbstsonne begleiteter Renntag sorgte für ein spannendes Rennfinale 2012 in Hoppegarten. Ganz besonderen Grund zum Jubel hatte das kleine, zweiköpfige Team des bulgarischen Trainers Ivan Ivanov, der mit LIBRETTISTA (Foto oben; Siegquote 62:10) und AVON POWER (Siegquote 118:10) zwei Sieger sattelte. Bei beiden Ritten saß Pascal J. Werning im Sattel, der gerade bei der Leistung von LIBRETTISTA ins Schwärmen geriet. „Sie ist die beste 2-jährige Stute auf dieser Distanz in Deutschland“, war sich der Jockey bei der Siegerehrung sicher. LIBRETTISTA soll in einem Listenrennen in Hannover gehen, wo sie ihren deutschen Gegnern weiter das Fürchten lehren soll.

Zwei Starter, zwei Siege, also auch ein glücklicher Trainer? „Auf jeden Fall. Ich bin zum ersten Mal in Hoppegarten, da verschmerzt man die mühsame Anreise von über 2.000 Kilometer leichter“, grinste der sympathische Ivan Ivanov, „ich hoffe natürlich, nächstes Jahr wieder zu kommen. Es ist eine wunderbare Anlage.“

Auf zahlreiches Erscheinen des Berliner Publikums im nächsten Jahr freut sich auch Gerhard Schöningh, Besitzer der Rennbahn, der ein zufriedenes Resümee des Rennjahres 2012 zog. „Wir haben auch in diesem Jahr wieder tollen Sport gesehen. Mit vier Gruppe-Rennen waren darunter das Klassepferd MEANDRE aus Frankreich und der deutsche Derby-Sieger PASTORIUS“, so Schöningh unter dem Beifall des Publikums, „die Akzeptanz der Berliner steigt, aber wir haben noch lange nicht das Ende der Fahnenstange erreicht. Morgen beginnen unsere Arbeiten für die nächste Saison.“

Warum ein Rennbahnbesuch so eine packende Angelegenheit gerade auch für Rennsportneulinge sein kann, sah man heute sowohl am Toto wie auf dem grünen Rasen. 5.400 Besucher sorgten für einen erfreulichen Wettumsatz von insgesamt EUR 156.000.

Außenseitersiege bzw. Platzierungen sorgten teilweise für sensationelle Quoten. Der Preis von York, eine kleine Aufgabe mit einigen hochklassigen Startern, wurde zum Rennsportkrimi. Der heiße Favorit IMPOSTOR (Siegquote 19:10) war erst auf den letzten Metern mit einer Nase im Ziel vorne.

Das erste und das letzte Rennen der Saison gingen an den Hoppegartener Trainer Roland Dzubasz. War im ersten Rennen, einem Ausgleich III, die „zweite Farbe“ des Stalles, TIMOROW unter Tom Schurig erfolgreich, brachte der Auszubildende und zum Publikumsliebling avancierende, in Berlin aufgewachsene Mongole  Bayarsaikhan „Enki“ Ganbat die 5-jährige Stute ALLUVIA souverän nach Hause. Das Rennen verfolgte der Trainer sichtlich entspannt, hatte er doch ein halbe Stunde vorher mit LIMARIO den Preis des Winterfavoriten und damit das wichtigste Rennen Deutschlands für Zweijährige gewonnen.

„Wir haben eine riesige Meinung von LIMARIO und sind stolz, dass er es geschafft hat“, so Dzubasz über seine nächste große Hoffnung im Stall, „Auch das Trainer-Championat bleibt spannend. Im Moment haben wir die Nase vorne.“ In diesem Kampf um den erfolgreichsten Trainer liefert sich der Hoppegartener einen Dreikampf mit Peter Schiergen und Christian Freiherr von der Recke und es wird wohl in bester Rennsportmanier ein Thriller bis zur Ziellinie.

Hoppegarten drückt seinem  „Haustrainer“ dabei die Daumen. Die Fans der Rennbahn freuen sich schon jetzt auf den Saisonbeginn 2013 am Ostersonntag, dem 31. März. „Viel Prominenz auf der Rennbahn zu haben ist ja ganz schön“, gab Gerhard Schöningh dem Publikum noch mit auf dem Weg, „wichtiger ist mir aber eine gute Mischung der Gäste. Jeder soll in Hoppegarten Spaß haben. Bleiben Sie uns treu!“

Fotos von Frank Sorge, galoppfoto.de