Sächsisches Landgestüt Moritzburg: Die Sieger der Championatstage 2016

Cadett und Enfado P sind die ersten Bundeschampions des Jahres, Amore Mio und Rosella heißen die Titelträger bei den Fahrponys

Moritzburg (fn-press). Die ersten Bundeschampions des Jahres wurden vom 19. bis 21. August bei der 15. Auflage der Moritzburger Championatstage auf dem sächsischen Landgestüt gekürt. Bei den vier- bis fünfjährigen Schweren Warmblütern siegte der Hengst Cadett, den Titel bei den älteren Sechs- und Siebenjährigen sicherte sich der Wallach Enfado P. Sieger des Championats der vier- und fünfjährigen Fahrponys wurde der Hengst Amore Mio, unter den sechs- bis siebenjährigen holte die Stute Rosella den Titel. Das Fahrponychampionat wurde in Moritzburg zum neunten Mal ausgetragen.

Bei den Schweren Warmblütern konnte sich in der jüngeren Altersklasse der vierjährige Cadett (v. Celtis – Eichbaum) dank seines auszeichnenden Ausbildungsstandes und seiner gezeigten Leistungen als Sieger mit einer Wertnote von 23,80 durchsetzen. Während die Richter Dr. Klaus Christ (Günzburg) und Bettina Rigbers-Böhnisch (Donaueschingen) den Auftritt des dunkelbraunen Hengstes mit einer Note von 7,75 bewerteten (diese Note zählte für das Ergebnis doppelt), vergab Fremdfahrer Wolfgang Lohrer (Meißenheim) die Wertnote 8,30. Der Hengst wurde von Dirk Hofmann (RFV Moritzburg) gefahren. Cadett stammt aus der Zucht des Kossek Hofes (Sayda) und befindet sich im Besitz der SGV Landgestüt Moritzburg. Der zweite Platz ging an die vierjährige Fee (v. Elbcapitän – Lordano). Die braune Stute wurde durch Bettina Winkler (RFV Gestüt Bret-mühle) in einer gekonnten Fahrweise vorgestellt. Sie erhielt für ihre gezeigten Leistungen die Wertnote 23,74 (Richter 7,92/Fremdfahrer 7,9) und kam damit denkbar knapp an Cadett heran. Fee kommt aus der Zucht von Sandro Hauß (Herzberg) und befindet sich im Besitz von Michelle-Sophie Bloßfeld (Herzberg). Dritte wurde die Stute Samba-Lott (v. Celtis – Eichbaum), gefahren von Steffen Horn (RFV Taubenheim) mit einer Wertnote von 23,20 (Richter 7,55/Fremdfahrer 8,10). Wie Cadett stammt Samba-Lott in gleicher Abstammung aus der Zucht des Kossek Hofes. Die braune Stute befindet sich im Besitz ihres genannten Fahrers aus Klipphausen.

Bei den sechs- und siebenjährigen Schweren Warmblütern siegte der sechsjährige Enfado P (v. Excellent – Ellrado). Der braune Wallach erhielt eine Gesamtnote von 15,94, die sich aus einer Note von 7,58 für die Fahraufgabe und einer 8,36 im Gelände errechnete. Jovanca Marie Kessler (RFV Dillenburg) stellte Enfado P in beiden Aufgaben überzeugend vor. Enfado P wurde von Gerd Pohlers (Glauchau) gezogen und befindet sich im Besitz von Martin Kessler (Friedewalde). Der zweite Platz in dieser Altersklasse ging an Dirk Hofmann (RFV Moritzburg) mit dem sechsjährigen Hengst Valenzio (v. Valerius – Ellrado), Bundeschampion des vergangenen Jahres. Für ihn errechnete sich eine Note von 15,93 (Viereck 7,5; Gelände 8,43). Zwischen dem Erst- und Zweitplatzierten lag somit eine Differenz von lediglich 0,01 Punkten. Hierbei war Enfado P etwas besser in der Dressur, Valenzio bestach im Gelände. Beide seien hoffnungsvolle Fahrpferde für den Leistungssport, so das Urteil von Dr. Klaus Christ. Bemerkenswert ist, dass Valenzio wie auch Enfado von Gerd Pohlers gezogen wurde. Der braune Hengst befindet sich im Besitz des SGV Landgestüt Moritzburg. An dritter Stelle positionierte sich die sechsjährige Rapp-Stute Nena A (v. Gordon – Esprit), vorgeführt von Michael Buls (RFV Osterzgebirge Dittersdorf) mit einer Benotung von 13,37 (6,08/7,29). Auch hier präsentierte sich ein vielversprechendes Fahrpferd. Als Züchter zeichnen sich Steffi und Holm Agthe (Großheringen) verantwortlich, Besitzer ist Elke Büttner (Glashütte).

Neuer Fahrponychampion wurde der fünfjährige Amore Mio (v. Atlantic – Nobelius) mit 22,72 Punkten (7,66/7,40). Der Haflinger-Hengst wurde von Christian Marquardt (RFV Meura) vorgestellt. Er stammt aus der Zucht der ZG Stange (Edertal-Bergheim) und befindet sich auch in deren Besitz. Der Hengst zeigte sich als ein gut ausgebildetes und ausdrucksvolles Fahrpony mit einer sehr guten Perspektive. Als Richter fungierten Dr. Klaus Christ und Lothar Winkler (Zwickau). Fremdfahrer war Bundestrainer Wolfgang Lohrer. Vize-Fahrponychampion bei den Vier- und Fünfjährigen wurde mit Cash a Smile (v. Charivari – Colano), ein deutsche Reitpony mit Franz-Josef May (Pferdefreund Stevertal) an den Leinen (22,16: 7,08/8,00). Die Fuchsstute stammt aus der Zucht von Hildegard Ellers (Emstek) und befindet sich im Besitz von Joachim Vullriede (Großenkneten). Auch sie wurde als gut ausgebildetes und ausdrucksvolles Fahrpony mit einer sehr guten Perspektive gelobt. Dritter wurde der vierjährige Edelbluthaflinger Salvator SCH (v. San Remo – Stromer) mit 20,50 Punkten (6,50/7,50). Präsentiert wurde der Hengst von Kathrin Karosser (Pffrd. Am Wendelstein).

Fahrchampion der sechs- bis siebenjährigen Ponys wurde die siebenjährige Haflinger Stute Rosella (v. Weritas – Nanking) mit Kathrin Karosser (Pffrd. Am Wendelstein) an den Leinen. Rosella wurde mit 15,50 (Viereck 7,50/Gelände 8,00) benotet. Damit stellte die Championesse von 2013 ihre Qualitäten erneut unter Beweis. Rosella wurde von Josef Singer (Bad Feilnbach) gezogen und befindet sich im Besitz von Stephan Lettl (Ebersberg). Zweiter in dieser Altersklasse wurde das Deutsche Reitpony Maruscha N (v. Antares N – Mangold) mit 14,45 Punkten (6,66/7,79). Die Isabell-Stute wurde durch Louise Hansen (Schubyer RV) gekonnt vorgestellt. Der braune Wallach Desert Moon (v. FS Don´t Worry – Arts-Ramagun) wurde mit einer Bewertung von 13,96 Punkten (6,66/7,30) Dritter. Das Deutsche Reitpony wurde von seiner Besitzerin Wendy Mickler (Voerde) gefahren. Gezogen wurde Desert Moon von der ZG Greis-Tünnißen (Rheurdt).

Um den Titel des Bundeschampions der Schweren Warmblüter und den des Fahrponychampions wetteiferten im sächsischen Landgestüt Moritzburg die besten deutschen vier- und fünfjährigen Pferde der Rassen Schweres Warmblut, Altoldenburger/Ostfriesen sowie Altwürttemberger mit deutschem Abstammungsnachweis. Bei den Ponys waren FN-registrierte Turnierponys (Liste I bis III) zugelassen. Zum zweiten Mal waren auch sechs- und siebenjährige Schwere Warmblüter und Fahrponys im Wettbewerb. Sie alle musste sich über eine Eignungsprüfung der Klasse A (vier- und fünfjährige) bzw. der Klasse M (sechs- und siebenjährige) für das Finale qualifizieren. Zusätzlich bestand für die jüngeren vier- und fünfjährigen Pferde und Ponys noch die Möglichkeit, sich über die „Trostrunde“ noch ein Finalticket zu sichern. Während für die jüngeren Pferde und Ponys im Finale ein Fremdfahrertest anstand, mussten die älteren ihr Können nicht nur in einer Dressur sondern auch in einem kombinierten Hindernisfahren unter Beweis stellen.