Reitturnier euroclassics Bremen 2012: Alle Ergebnisse vom Sonntag

Reitturnier euroclassics Bremen 2012:

Alle Ergebnisse vom Sonntag

 

Stevens siegt in der Einzelwertung und Dubbeldam im Großen Preis

Bremen - Gut lachen hatten gleich zwei: Mario Stevens aus Molbergen ebenso wie Jeroen Dubbeldam aus den Niederlanden. Stevens hat zum ersten Mal in seiner Laufbahn die mit insgesamt 35.000 Euro dotierte euroclassics Einzelwertung beim Bremer Pferde-Festival gewonnen. Dubbeldam sicherte sich erstmals den Sieg im Großen Preis des Senats der Freien Hansestadt Bremen. Mit einem spannenden Finish und einer rasanten Runde des Siegers im nagelneuen Kia ging der prestigeträchtigste Wettbewerb des internationalen Turniers zu Ende.

Dass es so gut laufen könnte, hatte der 29 Jahre alte Mario Stevens, der mit der Oldenburger Stute Corlanda OLD an den Start ging, nicht erwartet: "Paul Freimüller hatte einen Fehler im Stechen, aber ich wußte ja, dass Jeroen noch kommt und wenn man den im ´Nacken` hat, dann ist es alles andere als einfach", begründete der Springreiter seine Skepsis. Andererseits hat Stevens derzeit einen "Lauf", gewann mit Corlanda bereits den Großen Preis von Offenburg und wenig später in Schwerin die Hauptprüfung am Samstag. Mit Neuerwerbung Quin Air sicherte sich der Niedersachse schon am Freitag in Bremen einen Sieg.

"Viel Qualität", schätzt der Sieger des Großen Preises und Zweite in der euroclassics Einzelwertung, Jeroen Dubbeldam, an BMC Utascha Sfn. Die elf Jahre alte Lux-Tochter wurde bis zu den Europameisterschaften von Dubbeldams Landsmann Eric van der Vleuten geritten, der mit der Stute die Nationenpreise von Rom, St. Gallen und Aachen gewann und zum WM- und EM-Team der Niederlande zählte. "Schwerer als am Samstag und technischer war der Große Preis", resümmierte Dubbeldam, "das war anstrengend für die Pferde". Dritter in der euroclassics Einzelwertung wurde der Schweizer Paul Freimüller. Nur diese drei Reiter konnten dank fehlerfreier Runden am Samstag und Sonntag überhaupt das Stechen um den Sieg im euroclassics Einzelfinale erreichen. Der Große Preis des Senats der Freien Hansestadt Bremen wurde klassisch als Fehler/ Zeit-Springen ausgetragen.

Veranstalter Dr. Kaspar Funke durfte sich an vier Turniertagen über fast 30.000 Zuschauer in der ÖVB-Arena freuen. Der erstmals am Freitagabend ausgetragene Show-Wettkampf der Reitvereine sorgte für die erste Bestmarke in der Halle. Am Sonntag entfalteten zudem auch die Voltigierer in der benachbarten Halle geradezu magnetische Anziehungskraft.

Grand Prix Special für Blind Date

Eine sichtlich glückliche Brigitte Wittig gewann mit Blind Date nach dem Grand Prix auch den Grand Prix Special beim Bremer euroclassics Pferde-Festival. Sehr, sehr zufrieden sei sie mit ihrer Stute (73,88 Prozent). Wenn es überhaupt etwas gäbe, was verbesserungsbedürftig sei, dann "meine Einer". "Das liegt aber nicht an Blind Date sondern an mir - wenn das nicht richtig klappt, bin ich es," räumte die Dressurreiterin unumwunden ein. Der letzte Turnierstart des Teams, das auch das Finale des Nürnberger Burg-Pokals gewann, als Blind Date gerade mal sieben Jahre zählte, war im November 2011 in Stuttgart. Jetzt stehen wieder mehr Turniere auf dem Plan und Brigitte Wittig will so weiterarbeiten "wie im vergangenen Jahr". Nicht das schlechteste Rezept, wenn man die Grand-Prix Siege und Platzierungen von Wittig und Blind Date betrachtet. Das nächste Ziel von Brigitte Wittig und Blind Date ist das internationale Turnier in Dortmund, Standort des mit 75.000 Euro hochdotierten Finals der Dressurserie Meggle Champions.

Patrik Kittel, EM-Dritter aus Schweden, belegte Platz zwei mit 73,06 Prozent mit dem 14 Jahre alten Don`t forget in Bremen. "It`s not easy" murmelte der Schwede mit Wohnsitz in Nottuln. Glücklich schaute auch Christoph Koschel drein. Der Mannschafts-Silbermedaillengewinner der EM aus Hagen a.T.W. pilotierte sein Nachwuchspferd Rostropowitsch mit 71,71 Prozent auf Platz drei. Rostropowitsch gehört seiner Mutter und lieferte schon im Nachwuchspferde Grand Prix (FN) 2011 ansehnliche Runden. Außerdem schaute sich Koschel Donnperignon an - bis zum Herbst 2011 sein Spitzenpferd und nun mit der jungen Dänin Anna Kasprzak in internationalen Prüfungen am Start. Die junge Dressurreiterin aus der dänischen Ecco-Schuh-Dynastie wurde Fünfte mit 71,60 Prozent hinter Pferdewirtschaftsmeisterin Dorothee Schneider (Framersheim) mit Forward Looking.

Den Prix St. Georges sicherte sich wie schon am Donnerstag in der S-Dressur Victoria Max-Theurer aus Österreich mit der Nachwuchshoffnung Della Cavaleria OLD. Oldenburgs einstige vierbeinige Landeschampionesse und ihre Reiterin erhielten 71,93 Prozent.

Die Ergebnisse vom Sonntag in Bremen:

07 euroclassics Einzelwertung - internationales Springen mit Stechen um den Sieg:

1. Mario Stevens (Molbergen) mit Corlanda OLD 0/33,55 Sekunden, 2. Jeroen Dubbeldam 8Niederlande) mit BMC Utascha Sfn 0/33,81, 3. Paul Freimüller (Schweiz) mit Biness van Overis 4/ 37,51, 4. Dan Neilson (Großbritannien) mit Varo M 1/ 65,85, 5. Carsten-Otto Nagel (Wedel) mit rarität 4/ 60,70, 6. Sören Pedersen (Dänemark) mit Tailormade Esperanza de Rebel 4/ 63,76

07 Großer Preis des Senats der Freien Hansestadt Bremen - internationales Springen (Fehler/ Zeit) - zugleich 2. Prüfung euroclassics Einzelwertung:

1. Jeroen Dubbeldam (Niederlande) mit BMC Utascha Sfn  0/ 62,43, 2. Mario Stevens (Molbergen) mit Corlanda OLD 0/ 64,27, 3. Dan Neilson (Großbritannien) mit Varo M 0/ 65,85, 4. Paul Freimüller (Schweiz) mit Biness van Oeveris 0/ 65,93, 5. Michael Symmangk (Herford) mit Pikeur for Fun 0/ 66,06, 6. Tobias Meyer (Bonstetten) mit Pour le Poussage 0/ 67,69

22 Sonderehrenpreis gegeben von der Wilkens & Söhne GmbH Int. Dressurprüfung CDI3* - Grand Prix Special:

1. Brigitte Wittig (Rahden), Blind Date, 73,88 Prozent; 2. Patrik Kittel (Schweden), Don't forget, 73,06; 3. Christoph Koschel (Hagen a.T.W.), Rostropowitsch, 71,71; 4. Dorothee Schneider (Framersheim), Forward Looking, 71,66; 5. Anna Kasprzak (Dänemark), Donnperignon, 71,60; 6. Nina Hofmann (Schweden), Leo af Magnushöj, 70,04

25 Nat. Dressurprüfung Kl. S* Prix St. Georges:

1. Victoria Max-Theurer (Österreich), Della Cavalleria OLD, 71,93; 2. Inga von Helldorff (Oerel), Windhook, 67,89; 3. Peter Koch (Sittensen), Le Beau, 67,19; 4. Nadine Husenbeth (Sottrum), Florida, 66,93; 5. Marion Wiebusch (Hasbergen), So Nice, 65,70; 6. Silvia Kuffner (Prinzhöfte), His Heini, 64,47

03 Preis der Bremer Wirtschaft CHAMPIONAT VON BREMEN Int. Gruppen-Springprüfung mit Siegerrunde CSI3* - (1.50 m):

1. Albert Zoer (Niederlande), Vigo, 0 SP/32.70 sec; 2. Felix Haßmann (Lienen), St. Lucia, 0/33.11; 3. Gerco Schröder (Niederlande), Eurocommerce Callahan, 0/33.84; 4. Marc Houtzager (Niederlands), Sterrehof's Uppity, 0/33.95; 5. Denis Lynch (Irland), Abbervail van het Dingeshof, 0/34.35; 6. Janne-Friederike Meyer ( Schenefeld), La Coco, 0/36.05

05 Wolfgang Boethe präsentiert Int. Zeitspringprüfung CSI3* - (1.40 m):

1. Jur Vrieling (Niederlande), VDL Wittinger, 49.46 sec; 2. Felix Haßmann (Lienen), Horse Gym's Kira, 50.14; 3. Dominique Hendrickx (Belgien), Wizard, 50.68; 4. Patrick Stühlmeyer (Osnabrück), Lord Lohengrin, 51.39; 5. Luiz Francisco de Azevedo (Brasilien), Audacia Santa Cecilia, 52.07; 6. Jens Fredricson (Schweden), Thelma, 52.28

Fotos von sportfotos-lafrentz.de: Mario Stevens mit Corlanda OLD und Brigitte Wittig mit Blind Date