Reitsport: Neustart - für die Spring MET und für Finnlands Mikael Forsten in Oliva Nova

Warm, freundlich, einladend und um eine Dressurtor ergänzt - so ist die Spring MET in ihren vierten und letzten Abschnitt im Frühjahr 2016 gestartet. Neben den Springreitern aus buchstäblich allen Teilen der Welt eroberten bei der Spring MET IV auch 70 Reiterinnen und Reiter mit 300 Dressurpferden das Gelände des Equestrian Centre in Oliva Nova. Bei 21 Grad Lufttemperatur und leichter Meeresbrise geht es mit Takt, Tempi und Traversalen unter freiem Himmel los.

Ohne Pferde geht es nicht…

Für einen finnischen Springreiter sind die Spring MET III und IV der Standort, um mit vielen jüngeren Pferden wieder neu durch zu starten. Mikael Forsten, 45 Jahre alt, einst im Weltcup erfolgreich, hat eine - unfreiwillige - Pause vom Pferdesport vor knapp einem Jahr beendet. „So ganz ohne Pferde, das war doch nichts für uns“, sagt der Springreiter und ehemalige Rennfahrer aus Helsinki. Forsten und seine Frau Noora, die man im Sport unter ihrem Mädchennamen Pentti kennen gelernt hat, waren praktisch raus aus dem Sport. Grund war ein Unfall, der Mikael Forsten zwang auf das Reiten ganz zu verzichten. Der Sportfan ist durchaus mehr als „blaue Flecken“ gewöhnt, bis 2008 fuhr er auch noch Autorennen, er liebt Snowboardfahren, Tennis, Eishockey, Motocross und Tauchen. Den Sportstall in Guttecoven in den Niederlanden verkaufte das Ehepaar, ist inzwischen wieder in Finnland in Evitskog mit der gemeinsamen Tochter Eva zuhause. Sie war der Grund für die Heimkehr nach Finnland.

Neustart mit jungen Pferden

„Wir haben überlegt, ob und wie wir uns wieder engagieren und es war klar, dass das nur Schritt für Schritt geht mit neuen Pferden, die langsam aufgebaut werden müssen“, so Forsten, „deswegen sind wir auch bei der Spring MET.“ Forsten und seine Frau waren jahrelang die entscheidenden Stützen des finnischen Teams für Championate und Nationenpreise und wissen gut, wieviel Zeit es braucht bis ein Pferd auf Grand Prix-Niveau gehen kann. „Warten wir ab und sehen mal, was wird“, lacht Forsten. Tatsächlich geht der Springreiter überlegt an das Comeback heran: „Man muss wissen wie der Pferdesport heute funktioniert, wie der Markt aussieht, was sich in wenigen Jahren alles entwickelt hat und wie kostspielig das Ganze ist. Natürlich wäre es schön, einen Weltcup zu reiten, aber doch nur, wenn man weiß, dass man Pferde hat, die diesem Anspruch gewachsen sind und dort grundsätzlich auch fehlerfrei bestehen können.“

Lord Lohengrin für Noora Forsten

Einen erfahrenen Kandidaten erwarb das Ehepaar erst vor wenigen Monaten in Deutschland. Lord Lohengrin aus dem Stall Erdmann, erfolgreich von Patrick Stühlmeyer im Sport vorgestellt, mit dem Noora Forsten, die bei der WM 2006 für Finnland in Aachen antrat, in Spanien Platzierungen und Siege sammelte. „Meine Frau hat richtig Spaß mit ihm, sie will gar nicht ganz große Prüfungen reiten. Er ist ein ganz verläßliches Pferd, hat Vermögen und ist super ausgebildet,“ sagt Mikael Forsten. „Jetzt hört sie allerdings erstmal auf, denn wir erwarten unser zweites Kind.“

Spring MET IV mit Drei-Sterne-CSI

Nach neuntägiger Turnierpause, in der Plätze und Stallungen für die vierte Tour der MET vorbereitet wurden, geht es am Mittelmeer mit einem CSI3*, CSI2*, CSI1* und den Nachwuchspferdetouren weiter. Vor allem Briten und Iren nutzen die Sportofferte am Mittelmeer gern für die Saisonvorbereitung. Für die vierte Tour, die zwei komplette Turnierwochen umfasst kündigten sich erneut Reiterinnen und Reiter aus mehr als 20 Nationen an. Ganz entspannt begann die Spring MET IV mit den Prüfungen für fünf, sechs und sieben Jahre alten Pferde zur Eingewöhnung. Für die Youngster sind die ersten Tage stets eine „Entdeckungsreise“, seien es nun die großen Plätze oder auch der kilometerlange Sandstrand und das Meer…..