Reitsport: Deutsches Know How für China

FN-Delegation reiste nach Peking / Vertragsunterzeichnung für Reitanlage in Chonqing

Warendorf (fn-press). Ob deutsche Automarke oder deutsche Sportpferde - „made in Germany“ steht bei Chinesen hoch im Kurs. In der deutschen Botschaft in Peking traf sich eine Delegation der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN), um gemeinsam mit Vertretern der chinesischen Reitsportindustrie einen Kooperationsvertrag zu unterzeichnen.

Der Pferdesport Chinas steckt noch in den Kinderschuhen, aber die Ambitionen der Chinesen, auch auf diesem Gebiet den Anschluss an die westliche Welt zu finden, sind immens. Seit zwei Jahren knüpft die Equestrian Globe GmbH Kontakte mit chinesischen Investoren und vermittelt Ansprechpartner für alle Bereiche des Pferdesports. In China ist sie die offizielle Repräsentantin der deutschen FN, die gemeinsam mit ihrem Tochterunternehmen FNverlag Anteile an der GmbH hält.

Wichtige Impulse für die deutsch-chinesischen Beziehungen gab gerade erst ein offizieller Empfang in Peking, zu dem die Deutsche Botschaft gemeinsam mit der FN anlässlich der Pferdemesse „China Horse Fair geladen hatte. Die deutsche Delegation, zu der die beiden FN-Vize-Präsidenten Dieter Medow und Theodor Leuchten, FN-Generalsekretär Soenke Lauterbach, Rainer Reisloh, FN-Geschäftsführer Personal und Finanzen, sowie die Olympiareiter Frank Ostholt, Marco Kutscher und Hubertus Schmidt zählten, kam mit rund 120 Vertretern des dortigen Pferdesportsektors in der Botschaft zusammen, um Kontakte zu knüpfen bzw. zu intensivieren. Dr. Christophe Eick, stellvertretender Botschafter, hieß die Gäste willkommen und betonte die Bedeutung deutsch-chinesischer Annäherung und Zusammenarbeit. Feierlicher Höhepunkt des Abends war die Unterzeichnung eines Kooperationsvertrags zwischen Equestrian Globe und chinesischen Investoren. Am Rande der Millionenstadt Chonqing entsteht derzeit ein neues Wohngebiet für 300.000 Menschen, das auch eine riesige Reitanlage erhalten wird. Das Know How für dieses Projekt kommt weitgehend aus Deutschland. Hiesige Architekten, Reitanlagenbauer und Stallausrüster sind bereits in die Planung einbezogen, nun geht es im nächsten Schritt darum, auch für die „Software“, also geeignete Pferde und Reitausbildung, zu sorgen. „Das Interesse an unserer Reitlehre und an unserem Ausbildungssystem ist groß“, erläutert FN-Generalsekretär Soenke Lauterbach. So ist es auch geplant, die Standardwerke des FNverlags, wie die Richtlinien für Reiten und Fahren oder Reitabzeichen, ins Chinesische übersetzen lassen.

Lauterbach zog ein zufriedenstellendes Fazit: „Der Botschaftsempfang hat uns wichtige Impulse in der weiteren Zusammenarbeit mit unseren chinesischen Partnern gegeben. Unser Ziel ist es, einerseits deutsches Know How nach China zu exportieren und andererseits der deutschen Pferdebranche neue Betätigungsfelder und damit einhergehend neue Einnahmequellen zu verschaffen.“