Reitsattel

Reitsattel

Ein Reitsattel wird bei Reittieren verwendet, um das Reiten für den Menschen komfortabler bzw. sicherer zu gestalten und gleichzeitig den Tierrücken zu schonen. Dieser Artikel bezieht sich auf Reitsättel für Pferde, daneben gibt es noch diverse Sattelformen für andere Reittiere. Heutige Sättel bestehen im Allgemeinen aus einem Sattelbaum aus Holz, Aluminium oder Fiberglasfaser, der dem Sattel die Form und Steifigkeit gibt und einer gepolsterten Sitzfläche aus Leder. Inzwischen gibt es auch baumlose Sättel, die sich einfacher dem Pferderücken anpassen lassen, und Sättel mit Lederbaum. Für die Passgenauigkeit auf dem Pferderücken werden Sattelbäume in einer großen Zahl von Größen und Kammerweiten angeboten. Schabracken, Satteldecken, Pads, Westernpads oder Woilache schützen den Sattel vor Schweiß und dienen bei Bedarf als Polster.

Geschichte

Rekonstruktion eines römischen Hörnersattels

Sattler um 1568

Offizierssattel aus dem 17. Jahrhundert

Sättel wurden ursprünglich nicht als Reit- sondern als Packsättel erfunden. Die ursprüngliche Form ist ein Bocksattel, der aus zwei Brettern besteht, die rechts und links am Pferd anliegen und mittels Bügeln vorne und hinten miteinander verbunden wurden. Diese Sattelform war hervorragend geeignet, um einerseits viel Gepäck sicher auf dem Tier zu befestigen und andererseits den Rücken des Tieres zu schonen und dadurch längere Wege sicher zurückzulegen. Die erste Maßnahme zur Verwendung dieser Sättel als Reitsättel war, sie mit Kissen und/oder Decken abzupolstern.

Die ersten Sättel entsprachen dabei keineswegs bestimmten Mustern, sondern jeder Reiter fertigte sich seinen Sattel so, wie er es für sich und sein Pferd brauchte. Sättel aus gepolsterten Kissen wurden schon früh in der Reiterei benutzt. Die Griechen benutzten Lammfelle oder Decken, die mit einem Sattelgurt gehalten wurden. Xenophon empfahl in seinen fachliterarischen Werken, diesen Gurt in bestimmten Situationen zu benutzen, um den Beinen mehr halt zu verschaffen.

Die Kelten benutzten einen flachen Bocksattel aus Leder auf einem Baum aus Holz mit Bronzebeschlägen, in einer besonderen Form mit vier Hörnern in einem flach stehenden Paar an den vorderen Ecken und einem steil stehenden paar an den hinteren Ecken der Sitzfläche, die dem Reiter auch ohne Steigbügel viel Halt gaben und das Aufsitzen sehr erleichterten. Dieser Sattel wurde sehr schnell von den Römern übernommen.

Der Steigbügel ist seit dem 3. Jahrhundert in Asien und seit dem 8. Jahrhundert in Europa bekannt. Sie bestanden zunächst wohl nur aus Schlaufen für die Großen Zehen, dann aus Bügeln aus Holz und/oder Metall, die anfangs noch sehr leicht und schmal waren, jedoch im Laufe der Zeit, insb. in Westeuropa, zunehmend massiver wurden und eine größere Trittfläche erhielten. Anfangs wurden die noch kurzen Steigbügelriemen noch am Sattelgurt befestigt, später dann höher am Sattel selbst.

Der Sattelbaum ist seit der Zeitenwende belegt. Er wurde von den Sarmaten, einem Nomadenvolk iranischen Ursprungs, eingeführt. Auch dieser Sattel hatte noch keine Steigbügel, trotzdem gab er dem Reiter eine gewisse Sicherheit und Halt, da er sich beim Feindkontakt gegen den Hinterzwiesel stemmen konnte.

Arten von Reitsätteln

Vielseitigkeitssattel

Vielseitigkeitssattel

Dressursattel

Im englischen Vielseitigkeitssattel sitzt der Reiter nahe am Pferd und kann präzise Gewichts- und Kreuzhilfen geben. Englische Pritschensättel, sind nicht als Arbeitssättel konzipiert, die den ganzen Tag auf dem Pferd liegen, sondern als Sportsättel für kurzzeitige Belastungen, die dem Reiter viel Bewegungsfreiheit bieten.

Die Sattelblätter sind die beiden großen Lederflächen rechts und links am Sattel. Auf ihnen liegt der Steigbügelriemen auf, der oben am Steigbügelhalter befestigt ist. Der Steigbügel hat einen Schlitz, durch den der Riemen hindurchläuft, so dass der Steigbügel am unteren Ende des Steigbügelriemens hängt. Unter den Sattelblättern liegen üblicherweise die Schweißblätter, die jedoch bei machen Sätteln fehlen. Zwischen diesen beiden Blättern befinden sich teilweise noch wesentlich kleinere Deckblätter, die die Gurtstrippen, an denen der Sattelgurt befestigt wird, verdecken.

Die Pauschen sind eine Polsterung vorne und teilweise auch hinten am Schweißblatt. Sie reichen vom unteren Teil des Blatts bis fast ganz oben. Obwohl die Pauschen unter dem Sattelblatt liegen, sieht man schon von außen ihre Lage, da das Leder des Sattelblatts über den Pauschen sich vom Rest des Blattleders unterscheidet und mit diesem durch eine Naht verbunden ist. In neuerer Zeit werden auch zunehmend Sättel produziert, bei denen die Pauschen oben auf den Sattelblättern angebracht werden. Je nach Sattelart sind die Pauschen unterschiedlich stark ausgeprägt und positioniert.

Mit dem Vielseitigkeitssattel kann sowohl Dressur, als auch Springen geritten werden. In Reitschulen ist er der häufigste Satteltyp, da er vielseitig einsetzbar ist und sich für Einsteiger eignet. Vielseitigkeitssättel sind besonders gut für Ausritte geeignet, da man darin einerseits gut Halt findet und springen kann und dabei dank des längeren Sattelblattes gut einwirken kann und bequemer sitzt als in einem extremen Springsattel. Es gibt Vielseitigkeitssättel mit Schwerpunkt Dressur (VSD), die sich durch ein längeres, geraderes Sattelblatt und kleinere Pauschen auszeichnen. Vielseitigkeitssättel mit Schwerpunkt Springen (VSS) sind an einem weiter nach vorne geschnittenen, kürzeren Sattelblatt und stärkeren Pauschen erkennbar. Für kleine Springen genügt meist ein guter VSS.
In großen Vielseitigkeitsprüfungen verwendet man für die Dressur einen Dressursattel, im Springen einen Springsattel und bei der Geländeprüfung einen speziellen Springsattel. In kleinen Prüfungen kann auch ein Vielseitigkeitssattel für alle drei Teilprüfungen genügen.

Dressursattel

Der Dressursattel hat eine kleine Auflagefläche und der Reiter oder die Reiterin sitzt sehr nahe am Pferd. Es gibt tiefe, halbtiefe und normale, auch anatomisch genannte, Sitzflächen. Eine normale, eher flache Sitzfläche bietet mehr Bewegungsfreiheit, um beispielsweise die Hüfte nach Bedarf zu verschieben. Eine sogenannte tiefe Sitzfläche ist nicht näher am Pferd, sondern vorne und hinten höher aufgepolstert, wodurch der gefühlt tiefe, ruhige und sichere Sitz entsteht. Das lange, gerade geschnittene Sattelblatt erlaubt ein langes Bein, das für die differenzierte Hilfengebung in der Dressur wichtig ist. Der abgebildete Sattel hat sogenannte Bananenkissen und eignet sich besonders für Pferde mit geschwungenem Rücken. Für Pferde mit langem, geraden Rücken eignen sich Sättel bei denen die Polster nach hinten durch Keilkissen verlängert werden, was eine größere Auflagefläche bewirkt.

Springsattel

Speziell für das Springreiten konstruiert, ist der Springsattel etwas länger und der Sitz flacher als der Dressursattel, wodurch weit nach vorn gezogene Sattelblätter mit hohen Pauschen ermöglicht werden, die dem Knie bei der Landung nach dem Sprung einen guten Halt bieten sollen. Er ist außerdem breiter als der Dressursattel und besser gepolstert, da er eher darauf angelegt ist, die freie Bewegung des Pferdes zu unterstützen, als darauf auch kleinste Hilfen zu übertragen.

Rennsattel

Rennsättel sind besonders kleine und leichte Sättel, die bei Pferderennen eingesetzt werden. Sie bieten dem Rennpferd möglichst viel Bewegungsfreiheit und ermöglichen so eine hohe Geschwindigkeit. Rennsättel eigenen sich nicht zum bequemen Sitzen, statt dessen ermöglichen sie den Rennsitz, bei dem der Schwerpunkt durch Vorbeugen in der Hocke über den im Renngalopp weit vorverlagerten Schwerpunkt des Pferdes kommt. Der Sattel selbst kann ein Gewicht unter 150 Gramm haben und kommt komplett mit Gurt, Steigbügelriemen und Steigbügeln mitunter auf lediglich 250 Gramm.

Militärsattel

Schweizer Militärsattel um 1900

Beim Militär wurden Trachtensättel verwendet, die sich durch ihre Anpassungsfähigkeit an das Pferd auszeichnen. In Europa waren dabei Pritschensättel (s.o.) üblich, deren Trachten nach hinten verlängert wurden, um mehr Auflagefläche und Möglichkeiten für Gepäckbefestigung zu erreichen. Bekannte Vertreter sind deutsche (am bekanntesten das Modell „Armeesattel 25“), schweizer und österreichische Militärsättel. In Amerika wurde der McClellan-Sattel benutzt. Letzterer ermöglicht durch seine Bauweise eine besonders gute Belüftung des Pferderückens und wurde zur Ausgangsbasis für das Design zahlreicher neuerer Modelle für das Wander- und Distanzreiten.

Westernsattel (Round Skirt)

Westernsattel

Westernsättel werden im Westernreiten, und zunehmend auch im Freizeitreiten eingesetzt. Der Westernsattel ist eine Weiterentwicklung der Sättel der Konquistadoren. Er bestand ursprünglich aus einem mit Rohhaut überzogenen Holzbaum und einem Aufbau aus Leder, das häufig zur Verzierung reichlich punziert ist. Neuere, günstige Modelle werden auch mit Kunststoffbäumen und Leder- oder Kunststoffaufbauten gefertigt. Durch seine große Auflagefläche, die das Gewicht gut auf dem Pferderücken verteilt und seine Sitzform für den Reiter ist der Westernsattel gut geeignet für lang andauernde Ritte. Traditionelle Westernsättel sind allerdings sehr schwer (> 10 kg), weshalb seit dem späten 20. Jahrhundert Sättel entwickelt wurden, die das Grunddesign durch den Verzicht auf Entbehrliches und dem Einsatz von leichten Werkstoffen modifizieren, um das Eigengewicht zu senken.

Die Passform auf dem Pferd wird größtenteils bestimmt durch die Höhe und Weite der Kammer (Gullet), die Winkelung sowie die Längswölbung und Verdrehung (Twist) über die Längsachse des Sattelbaumes.

Hauptgrößenangaben sind:

     

  • SQ (Semi Quarter) = schmale Kammer für schmalschulterige, bzw. „steile“ Pferde (z. B. für Araber, Isländer, Vollblüter)
  • Q (Quarter) = mittelgroße Kammer (z. B. für Traber, Paint Horse, Appaloosa, Arabermix, junge Quarter)
  • FQ (Full Quarter) = breite Kammer für breitschulterige, bzw. rundliche Pferde (z. B. für Quarter, Paint Horse, Appaloosa, Tinker, Warmblut, Haflinger, Norweger)
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Das Kürzel RS (Round Skirt) steht für abgerundete Sättel für Pferde mit einer sehr kurzen Sattellage. Je nach Arbeitseinsatz gibt es verschiedene Modelle des Westernsattels:

     

  • Cutter für das Cutting, ein Sport, bei dem Pferd und Reiter ein Kalb von einer Herde ohne weitere Hilfsmittel separieren müssen
  • Reiner für das Reining, die Dressur des Westernreitens
  • Roper zum Einfangen von Rindern mit einem Lasso
  • Show für sportliche Wettkämpfe, meist reichlich mit silbernen Plaketten (Conchos) verziert
  • Barrel Racer für das Barrel Race (Wettrennen um Ölfässer) mit tieferem Sitz und konvexen Trachten für schnelle, harte Wendungen
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Das charakteristische Horn vorne am Sattel diente ursprünglich als Festpunkt des Lassos, wenn Rinder vom Pferd aus mit dem Lasso gefangen wurden. Heute gehört das Horn traditionell zum Westernsattel. Allerdings ist nur noch beim Roper das Horn stabil genug ausgeführt, um der auftretenden Belastung standzuhalten. Damit sich der Sattel auf Zug des Rinds nicht hinten anhebt, wird zusätzlich zum normalen Sattelgurt noch ein Bauchgurt verwendet, der ansonsten locker geschnallt bleibt. Als Polster zwischen Pferd und Sattel dient beim Westernsattel ein Westernpad.

Damensattel

Stele der Epona, Musée lorrain

Drei-Horn-Sattel

Reiterin im Damensattel (um 1880)

Im Damensattel sitzt die Reiterin in Seitsitz, das heißt mit beiden Beinen auf einer Seite – normalerweise links – am Pferd.

Bereits im Altertum haben Menschen im Seitsitz geritten. So gibt es beispielsweise Darstellungen der keltischen Göttin Epona im Seitsitz. Da es keinen geeigneten Seitsitz-Sattel gab, konnte jedoch nur Schritt geritten werden. Bis zum Ende des 13. Jahrhunderts saßen Frauen und Männer gleichermaßen rittlings zu Pferd.

Der seitliche Sitz kam bei adligen Frauen erst im 14. Jahrhundert auf, als sie sich mit der Entwicklung eines für den Seitsitz geeigneten Sattels befassten. Schon Anna von Böhmen hat im 13. Jahrhundert einen Seitsattel benutzt und damit eine Vorstufe für den Sambue geschaffen, der im 14. Jahrhundert gebräuchlich wurde.

Sambue

Der Sambue war ein mit Stroh gepolstertes Reitkissen mit Lehne und Fußstütze, auf dem man nicht nur sehr unsicher, sondern auch noch quer zum Pferd saß. Es war keine Einwirkung auf das Pferd möglich und schwungvolle Gangarten mit Schwebephase konnten nicht gesessen werden. Aus diesem Grund wurden Zelter mit weichen und bequem zu sitzenden Gängen bevorzugt und waren entsprechend wertvoll. Der Sambue war daher hauptsächlich beim Adel verbreitet. Bei schnellen Ritten durch unwegsames Gelände saßen Frauen nach wie vor rittlings auf dem Pferd.

Der Sambue war verbesserungsbedürftig. Bereits 1380 erkannte Anna von England, dass ihr Sitz sicherer wurde, wenn sie nur einen Fuß auf die links angebrachte Fußstütze stellte.

Gabelsattel

Katharina von Medici (* 1519, † 1589) entwickelte den Schrägsitz, indem sie ihr rechtes Bein über den Sattelknauf schlug und das linke Bein in den Steigbügel stellte. Dadurch konnte sie sicherer sitzen als auf dem Sambue und dennoch einen langen Rock tragen. Im Schrägsitz hat die Reiterin ihre Schultern fast parallel zu den Pferdeschultern und kann auf das Pferd einwirken. In der Folge wurde der Knauf etwas nach links versetzt und durch eine Gabel mit zwei Hörnern ersetzt, so dass der rechte Oberschenkel zwischen den beiden Hörnern zu liegen kam.

Im Damensattel konnten adlige Frauen Falken zur Jagd führen. Der rechtssitzige Damensattel kommt aus der Falknerei, weil man den Falken während der Jagd auf der linken Hand führte. So waren es die Jagdreiterinnen, die über die Jahrhunderte zur Weiterentwicklung des Damensattels beitrugen. Im Gabelsattel war es möglich Jagden zu reiten und kleine Hindernisse zu überspringen.

Es war nicht einfach im Gabelsattel korrekt zu sitzen. Um den Zug der Beine auf der linken Seite auszugleichen, neigte man dazu zu weit nach rechts zu sitzen, so dass der Schwerpunkt nicht mehr in der Mitte lag. Die Gabel bot zu wenig Halt und die Hilfengebung war erschwert. Dennoch war der Gabelsattel vor allem beim englischen Adel weit verbreitet. Auf dem Kontinent, besonders in Frankreich, Spanien und Deutschland, saßen die Frauen, vor allem bei Jagden auch weiterhin rittlings, auf „deutsche Art“ zu Pferd.

Drei-Horn-Sattel

Das dritte Horn, das „leaping head“, machte den Damensattel viel sicherer. Das dritte Horn ist nach unten abgewinkelt, legt sich über den linken Oberschenkel und sorgt für einen festen Sitz in allen Situationen. Es wurde gegen Ende des 18. Jahrhunderts erfunden. Im Drei-Horn-Sattel konnte man höhere Hindernisse springen.

Moderner Damensattel

Das Horn auf der rechten Seite des Sattels war überflüssig geworden und verschwand in der Folgezeit ab etwa 1870. Der moderne Damensattel hat daher nur noch zwei Hörner. Ab etwa 1890 wurde die Polsterung flacher und funktioneller und der Sattel wurde leichter. Der Balancierriemen, der die Sattellage verbessert wurde zugefügt.

Trotz dieser positiven Entwicklung war der Damensattel dem normalen Sattel unterlegen: das rechte Bein fehlte zu Hilfengebung und obendrein war der Sattel bei Stürzen gefährlich, da die Reiterin oft nicht vom Sattel los kam. Infolgedessen wurde er nach dem Ersten Weltkrieg schrittweise verdrängt und 1928 für schwere Springen verboten.

Heute gibt es die Damensattel-Dressurkür, bei der in stilechten Kostümen gerne auch die beliebten Barockpferderassen vorgestellt werden. Damensattel-Dressuren sind jedoch nicht nur Show-Highlights, sondern auch sportliche Höhepunkte.

Wanderreitsattel

Der Wanderreitsattel findet vor allem bei mehrtägigen Wanderritten Verwendung. Er muss großflächig auf dem Pferd aufliegen, um auch bei langen Aufenthalten im Sattel keinen Druck zu erzeugen und hinreichend Möglichkeit zur Befestigung von Gepäck bieten. Alte Militärsättel werden gerne als Wanderreitsättel verwendet, die modernen Vertreter sind allerdings um einiges leichter.

Distanzsattel

Der Distanzsattel ist für Distanzritte von 100 Kilometer und mehr ausgelegt. Er hat daher extreme Anforderungen an Gewicht und Bequemlichkeit für Pferd und Reiter zu erfüllen.

Stocksattel 

Der Stocksattel entstand im 18. Jahrhundert in Australien aus dem englischen Sattel, der den dortigen Anforderungen nicht genügte. Der Reiter sitzt im australischen Stocksattel bequemer, tiefer und sicherer als im englischen Sattel, allerdings auf Kosten der Bewegungsfreiheit. Zudem wurden an dem Pritschensattel die Trachten verlängert, da der Stocksattel nicht im Sport, sondern als Arbeitssattel Verwendung findet.

Töltsattel

Ein Töltsattel ist ein Reitsattel, der vor allem für Gangpferde gedacht ist, da diese anstatt drei Gänge fünf Gänge besitzen. Um diese Gänge (Schritt, Trab, Galopp, Tölt und Pass) voneinander trennen zu können, muss der Reiter das eigene Gewicht anders auf dem Pferderücken verteilen als bei anderen Pferden. Der flache Töltsattel ermöglicht dieses Verhalten. Er hat seinen Schwerpunkt meist weiter hinten als gewöhnliche Sättel, kann aber auch einem Vielseitigkeitssattel ähnlich sehen. Da der Schwerpunkt weiter hinten im Sattel liegt, ist das Tölten fürs Pferd erleichtert. Je nach Hersteller sind die Sättel unterschiedlich aufgebaut. Die Sitzfläche ist nicht immer glatt, sondern oft auch gerippt, ebenso die Pauschen.

Schulsattel

Ein Schulsattel ist eine Variante des im Barock verwendeten Bocksattels (der sich heute auch noch als traditioneller spanischer Sattel findet), der speziell zur Ausübung von Lektionen der hohen Schule geeignet ist. Neben hohen Zwieseln, die dem Reiter bei Schulen über der Erde Halt geben sollen, verfügt er im Allgemeinen über eine Sitzfläche aus haltgebendem Rauleder und eine Möglichkeit, die Steigbügel hochzubinden. Vorder- und Hinterzeug sind ebenfalls montierbar.

Maremmana

Die Maremmana oder Bardella ist der Sattel der Butteri, der Rinderhirten der Toskana. Sie ist ein dicker, baumloser Ledersattel, der mit Tierhaar befüllt ist, und sich – ist sie erst einmal eingeritten – sehr gut sowohl Pferd als auch Reiter anpasst. Die Maremmana eignet sich daher nicht zur Benutzung durch mehrere Personen.

Zubehör

     

  • Sattelgurt, zum Befestigen des Sattels.
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Sattelgurte gibt es aus den verschiedensten Materialien: Schnurengurte, die sich dem Pferdeleib gut anpassen, pflegeleichte Neoprengurte, anatomisch geformte und gepolsterte Sattelgurte aus Leder. Für empfindliche Pferde gibt es Gurtschoner aus Lammfell oder Kunstfellüberzüge.

     

  • spezieller Bauchgurt (auch Hintergurt) für Westernsattel
  • Steigbügel
  • Sattelunterlagen: Schabracken, Satteldecken, Gelpads
  • Schweifriemen
  • Vorderzeug
  • Satteltasche
  • Aufsteigriemen
  • Holster, zum Aufnehmen von Schusswaffen [1]
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Einzelnachweise

     

  1. A. Gelbhaar, 1997, Mittelalterliches und frühneuzeitliches Reit- und Fahrzubehör aus dem Besitz der Kunstsammlungen der Veste Coburg, ISBN 3-487-08380-9

  2.  


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