Reiterfest in Ahrensfelde 2013: Tausende hatten Spaß

 

Es ist schon wohltuend, wenn man auf dem Weg nach Ahrensfelde ist. Da trifft man unterwegs auf allerlei Plakate, auf denen sehr viel versprochen aber mindestens ebenso viel nicht gehalten wird. Und darunter, unter den bunten Wahlplakaten der Parteien zur Bundestagswahl sind etwas unscheinbarere, schwarz-weiße Werbebotschaften, die den Betrachter respektive Wähler zum Reiterfest in Ahrensfelde locken sollte…

 

Dem Aufruf folgten geschätzt mal wieder um die 2.000 Menschen. Es können auch ein paar mehr gewesen sein. Die Schlange am Einlass war kurz nach Beginn des Spektakels so um die einhundert Meter lang. Im Gegensatz zum Soda-Club in der Kulturbrauerei musste aber am Einlass niemand Angst haben, eine Kugel zwischen die Augen zu bekommen. Mit einem runden Euro Eintritt nur für Erwachsene bekam man einen ordentlichen Batzen Spaß und Unterhaltung geboten. Kinder durften leider keinen Eintritt bezahlen und erhielten noch einen Gutschein für das Ponyreiten. Da kam Freude auf und kein Verdruss.

 

Auf dem Festgelände selbst wurde alles geboten,  was man so vom Reiterfest in AF kennt, schätzt und vor allem dringend zur Unterhaltung benötigt. Mal abgesehen von dem, was sich auf dem eingezäunten Sportviereck so tat, war das: Eis (in der Soft-Ausführung), Crepes, Bullriding (mit Abwurfgarantie), Indianerschmuck und Sachen für Westernreiter, Rasenmähertreckerfahren (im eigenen Viereck), live Musik (solo und im Country-Style), Gebratenes (vom Grill und aus der Pfanne), Flüssiges (kalt und warm), Büchsenwerfen, Ponyreiten (mit einer langen Wartenschlange), Strohrollenkillen (bis ganz auseinander), eine Fotoschau der Reitanlage Hermannshof sowie einen Süßigkeitenstand.

 

Die Fäden hielt wie immer Peggy Groke in der Hand. Im letzten Jahr gab es das Wetter noch her, dass sie sich schick bekleiden konnte. In diesem Jahr blies ein kühler Wind über die Anlage und sie zog die wetterfeste Variante vor. Noch zur Mittagszeit regnete es kurzzeitig. Das Reiterfest hingegen blieb trocken.

Auf dem Platz wurden in Form einer entspannten Leistungsschau nicht nur die Geschütze aus dem Arsenal des Hermannshofs aufgefahren, sondern auch Gastreiter und Gastfahrer eingebunden.

Spätestens bei den acht Doppelachsern auf dem Platz konnte man erleben, wie weit verzweigt das Groke’sche Netzwerk reicht.

 

Gezeigt wurden aber nicht nur Gespanne mit ein oder zwei PS, sondern auch Quadrillen in Dressur und Springen, als Einzelausführung bzw. Gemeinschaftskunstwerk. Die Ahrensfelder Voltis traten gleich mit zwei Gruppen an und ließen die Nachwuchsgruppe ganz charmant im Mittelpunkt stehen. Die größeren Damen blieben etwas im Hintergrund. Das war recht nett, denn so konnten Muttis, Omis und Geschwister einen guten Blick auf die zukünftigen Weltmeister haben.

 

Schön war auch das Schaubild mit Pferden und Reitweisen aus aller Welt. Am Ende geht es glücklicherweise bei einem solchen Reiterfest nicht um Perfektion. Wichtig ist, dass alle mitmachen dürfen und sich die Zuschauer am Platzrand gut unterhalten fühlen. Und so war es. Eine sympathische Mischung aus Sport und Spaß – Werbung für den Reit- und Fahrsport eben. Zum großen Finale liefen, fuhren und ritten noch einmal die Darsteller am Publikum vorbei. Es gab viel Beifall für einen gelungenen Nachmittag mit einem nach wie vor erfolgreichen Konzept, welches vielen Menschen aus der Stadt den Pferden und dem Pferdesport näherbringt. Mehr kann man eigentlich nicht gegen die Pferdesteuer und für die Akzeptanz des Pferdesports tun…

 

Infos zum Hermannshof und zum RFV Ahrensfelde: www.reiterhof-groke.de

Fotos von Jan-Pierre Habicht ©