Q 12 Aachen DM/DJM Reining: Alexander Ripper ist Deutscher Meister

Aachen (fn-press). Der neue Deutsche Meister Reining heißt Alexander Ripper. Der 31-Jährige aus Fahrenbach im Odenwald startete mit dem achtjährigen Quarter Horse Hengst Wild At The Bar bei der DM in Aachen als achter Teilnehmer und legte einen Score von 219 vor. Das konnte auch der nach ihm startende amtierende Deutsche Meister Oliver Wehnes aus Kandel mit Lil Ruf Bandit nicht mehr toppen. Er erhielt einen Score von 214. Den Vize-Titel muss er sich allerdings mit George Maschalani (Erbach) mit A Sparkling Glo und Emanuel Ernst (Windeck) mit Zar Jac teilen, die beide ebenfalls auf einen Score von 214 kamen. Da gleich drei Silbermedaillen vergeben wurden, gab es dann keinen Bronzemedaillengewinner.

„Er ist einfach der Wahnsinn und ich kann ihm voll vertrauen“, schwärmte der neue Deutsche Meister über Wild At The Bar, mit dem er 2010 schon den Vize-Titel geholt hatte. 2011 war Ripper Vierter mit einem anderen Pferd geworden. Das Ziel sei ein Platz unter den Top Fünf gewesen. Auch die Besitzerfamilie Müller aus Karlsruhe war am späten Samstagabend begeistert von ihrem Pferd. „Auf so ein Pferd wie ‚Walter’ kann man nur stolz sein“, so Rosemarie Müller. „Er ist nicht nur schön und lieb, sondern hat auch gezeigt, wie gut er ist.“ Dass das der beste Auftritt des Abends in der Albert-Vahle-Halle war, hatte auch Bundestrainer Kay Wienrich (Ravensburg) so gesehen. „Das war super und insgesamt fast noch zu niedrig bewertet. Das Pferd lief auf den Zirkeln wie auf Schienen, Alexander musste ihn überhaupt nicht anfassen“, so sein Kommentar. „Die anderen müssen hier einen ganz schönen Aufstand machen, wenn sie das noch schlagen wollen“, hatte er nach dem Ritt prophezeit.

Aber auch Titelverteidiger Oliver Wehnes war mit seiner Silbermedaille zufrieden, mit seinem Auftritt mit Lil Ruf Bandit dagegen nicht ganz: „Einige Dinge hätten besser laufen können, er ist am Anfang von alleine zu schnell losgerannt, aber er hatte auch eine lange Verletzungspause.“ Richtig glücklich mit Silber und vor allen Dingen mit seinem achtjährigen Pferd A Sparkling Glo war George Maschalani, der nach seinem „Vater-Urlaub“ in diesem Jahr eine Art Comeback gab. „Das Pferd ist sehr schwierig zu ‚shown’, aber er war hier richtig gut, nur der Reiter hat sich einige ‚Duseligkeiten’ erlaubt“, so sein Fazit. Einmal habe er zu früh von einem Zirkel auf den anderen gewechselt und bei einem Spin etwas überdreht. Als viertletzter der 20 Teilnehmer bei der Senioren-DM beendete dann auch Emanuel Ernst seinen Ritt mit dem elfjährigen Zar Jac mit einem Score von 214. „Die Stops sind bei ihm eigentlich immer gut, nur einer war nicht so perfekt, sonst wäre ich punktemäßig wahrscheinlich noch weiter nach vorne gekommen – aber bestimmt nicht an Alexander vorbei“, so seine Einschätzung. Gemeinsam Platz fünf mit einem Score von 213 belegten Sascha Ludwig (Kernen) mit Top Flash Cody, Verena Klein (Bünde) mit Olena Joe Cody und Nina Lill (Börsborn) mit BT Smartes Dude.

Überraschungssieg für Madeleine Korbus bei den Junioren

Auch der Nachwuchs trat in Aachen um den Titel des Deutschen Jugendmeisters an. Den Anfang machten am Samstagabend die Junioren und die Prüfung endete mit einem Überraschungssieg von Madeleine Korbus aus Straubenhardt. Sie hatte bei ihrer ersten DM mit ihrem Pferd Lena Cielo Dream als drittletzte Starterin einen Score von 214 erhalten und die Führung übernommen. Als letzte der 17 Teilnehmer musste aber noch die Titelverteidigerin Fabienne Krämer (Lautertal), die in den beiden letzten Jahren nicht zu schlagen gewesen war, in die Halle. Die 18-jährige Sportsoldatin stellte wie im vergangenen Jahr Hot Chic Dream vor. Sie kam auf einen Score von 211 und gewann den Vizetitel. „Die Zirkel waren sehr gut, ich habe sie noch nie so gut herausreiten können, allerdings waren die Stops nicht ganz gelungen, er hat sich etwas schwer getan mit dem Boden“, sagte Krämer. Nach ihrem Ritt stand Madeleine Korbus als neue Deutsche Jugendmeisterin fest. „Wahnsinn, ich wollte hier einfach nur mitreiten“, sagte die 14-Jährige, bei der die Freudentränen liefen. „Und dann haut sie hier das Ding weg mit drei Punkten Vorsprung“, sagte ihr Vater Markus Korbus fassungslos. Madeleine hat ihr Pferd Lena Cielo Dream erst seit Januar und reitet ihre erste Saison. Bundestrainer Kay Wienrich lobte bei ihrem Ritt die Stops und die Turnarounds. „Sie hat ein sehr gutes Pferd und hat insgesamt alles sehr sauber und souverän geritten“. Die Bronzemedaille ging mit einem Score von 210 an den ebenfalls 14-jährigen Daniel Kalk (Bottrop), der lange Zeit geführt hatte. „Es ist immer schwierig, wenn man als Erster rein muss, aber für meine zweite DM bin ich sehr zufrieden.“

Vanity Korbus verteidigt Titel bei den Jungen Reitern

Für die Familie Korbus ging die Erfolgsgeschichte auch bei der DM der Jungen Reiter, die Altersklasse der 18- bis 21-Jährigen, weiter. Hier trat die 20-jährige Vanety Korbus mit Ses Topsail Whiz als Titelverteidigerin an. Sie zeigte besonders bei den Sliding Stops spektakuläre Manöver und kam auf einen Score von 216, den keiner mehr schlagen konnte. „Er war lange verletzt, ich habe erst vor vier Wochen wieder mit dem Training begonnen und er hat alles gegeben“, so Vanity Korbus über ihr Pferd. Silber ging an Niklas Ludwig (Kernen) mit Top Flash Cody (Score 215), der im vergangenen Jahr auch schon Silber gewonnen hatte, damals aber noch in der Altersklasse der Junioren. Bronze gewann wie im Vorjahr Melanie Thoennes (Illerich) mit VR Chris Lee Adams (213). „Ich hatte mir eigentlich ein bisschen mehr erhofft, ich habe jetzt zum vierten Mal in Folge Bronze gewonnen“, sagte sie nach ihrem Ritt. evb