Preis der Zukunft Münster 2014: Juliette Piotrowski siegt

 

Kienbaum und Nowag belegen Platz zwei und drei

Münster (fn-press). Ganz stark in die neue Saison der Jungen Dressurreiter sind Juliette Piotrowski (Kaarst) und Flick-Flack gestartet. Mit 72,807 Prozent verwies das Paar im Preis der Zukunft Florine Kienbaum (Lohmar) mit Good Morning auf Rang zwei (71,053 Prozent). Somit legten die beiden Rheinländerinnen, die 2013 bei den Europameisterschaften gemeinsam im Silber-Team ritten, beim Münsteraner Hallenturnier schon mal die Messlatte hoch. Dritte wurde Bianca Nowag (Ostbevern), die mit ihrer Stute Fairplay im Vorjahr bereits DJM-Bronze gewann (70,921 Prozent). Der Dressurausschuss des Deutschen Olympiade Komitees für Reiterei (DOKR) freute sich anlässlich des ersten Kräftemessens der Jungen Reiter im Viereck zu Saisonbeginn über ein großes Starterfeld und ansprechende Leistungen.

Schon in der Einlaufprüfung am Samstag kristallisierte sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen der beiden erfahrenen Reiterinnen aus dem Rheinland heraus, wobei hier Florine Kienbaum, die ihr „Ersatzpferd“, den zwölfjährigen Good Morning gesattelt hatte, die Prüfung knapp vor Juliette gewann. 21 Junge Reiter durften in Münster an den Start gehen, fünf davon knackten die 70-Prozent-Marke, und zwölf durften am Sonntag im Preis der Zukunft das Finale reiten. 2013 hatte Bundestrainer Hans-Heinrich Meyer zu Strohen (Verden) wegen vieler Ausfälle noch Mühe gehabt, überhaupt ein zahlenmäßig ausreichendes Starterfeld zu rekrutieren. 2014 konnte er dagegen aus dem Vollen schöpfen. „Eine rege Teilnahme, tolle Leistungen in den vorgeschalteten Lehrgängen und ein wirklich guter Start in die neue Saison – was will man mehr? Ich bin sehr zufrieden.“

Mit dem 17-jährigen Fidermark-Sohn Flick-Flack hat die diesjährige Siegerin im Preis der Zukunft ein sehr erfahrenes Pferd unter dem Sattel. Und das spielten die beiden im Finale souverän aus. „Juliette ist stark auf Risiko geritten, denn unter Anspannung kann ihr Pferd auch mal kleine Fehler machen. Aber die beiden haben das ganz sicher nach Hause gebracht“, kommentierte der Bundestrainer der Junioren und Jungen Reiter. Statt auf ihr EM-Erfolgspferd Don Windsor OLD (Team-Silber) setzte Florine Kienbaum in Münster auf Good Morning. „Der Wallach bringt drei qualitätvolle Grundgangarten mit, und die beiden haben sich toll entwickelt. Das war ein sehr exakter und gleichzeitig mutiger Ritt heute. Punkten konnte Florine vor allem auch mit ihrer Nervenstärke in der nicht ganz einfachen Atmosphäre dieser Halle.“ Den dritten Platz in der Einlaufprüfung verteidigte Bianca Nowag mit ihrer zehnjährigen Stute Stue Fair Play v. Fidermark auch im Finale. Dabei wäre durchaus noch mehr drin gewesen als die 70,921 Prozent. „Bianca hat nach dem Grüßen ihre Zügel nicht richtig sortiert bekommen, und so herrschte etwas Unruhe gleich zu Beginn der Prüfung. Sie hat sich aber wieder gut gefangen und eine wirklich schöne Prüfung geritten. Die beiden sind ja noch nicht so lange zusammen. Das war sonst schon sehr gefestigt und hat auf jeden Fall Zukunftspotenzial“, urteilte Meyer zu Strohen.

Auf Rang vier und fünf landeten zwei Nachwuchstalente, die die weite Fahrt aus Bayern auf sich genommen hatten. Mit dem erst neunjährigen Wallach FBW Daktari v. Donautanz wurde die DJM-Vierte des Vorjahres, Lisa-Maria Klössinger (Aicha), auch in Münster insgesamt Vierte (69,605 Prozent), der „ein paar kleine Patzer wegen der Atmosphäre“ unterliefen. Ihr folgte Juliane Nuscheler (Altenstadt) mit Fascinate v. Florestan I (10), die bei den Deutschen Jugendmeisterschaften 2013 Platz 22 belegt hatte. „Das zeigt doch, dass es erfolgreich weiter geht und die beiden sich sehr positiv entwickelt haben“, freute sich der Bundestrainer. Er sprach auch dem Veranstalter großen Dank aus: „Wir durften hier dieses Jahr mit einem großen Teilnehmerfeld an den Start gehen. Das ist nicht selbstverständlich, dass so viele Talente die Chance bekommen haben, sich in Münster zu präsentieren. Es hat sich 2014 gezeigt, dass die Jungen Reiter ihre Pferde Anfang des Jahres schon auf einen guten Leistungsstand gebracht haben, was sicher auch an den Starts auf Late Entry-Turnieren liegt, die es früher in dieser Zahl nicht gab. Deswegen passt der Preis der Zukunft vom Zeitpunkt her noch perfekter in die Sichtungsschiene.“ Zugelassen waren Paare mit entsprechenden Vorjahreserfolgen, insbesondere bei Europa- oder Deutschen Meisterschaften der Junioren und Jungen Reiter, die in diesem Jahr der Altersklasse Junge Reiter angehören und sich auf dem Vorbereitungslehrgang in Warendorf empfohlen haben.

FNpress/ Tina Pantel