"Preis der Besten" Warendorf 2015: Nachwuchselite stellt die Teilnehmer

Die besten Nachwuchsreiter und -voltigierer messen sich im Mai in Warendorf

Warendorf (fn-press). Jedes Jahr im Mai treffen sich die besten deutschen Nachwuchsreiter in Warendorf zum ersten großen Leistungsvergleich. Der „Preis der Besten“ Dressur und Springen findet vom 8. bis 10. Mai wie gewohnt auf dem Gelände des Deutschen Olympiade-Komitees für Reiterei (DOKR) statt. Zum zweiten Mal mit von der Partie sind an diesem Termin auch die Nachwuchsvoltigierer, die ihre Sieger in der DOKR-Springhalle ermitteln. Ebenfalls vom 8. bis 10. Mai messen sich die Ponyvielseitigkeitsreiter. Wer hier der Beste ist, entscheidet sich allerdings nicht in Warendorf, sondern im Rahmen des CCIP2* in Marbach. Ebenfalls „ausgelagert“ ist seit einigen Jahren der Preis der Besten der Vielseitigkeitsreiter. Vom 29. bis 31. Mai werden in Everswinkel zum zweiten Mal die Titel für Junioren und Junge Reiter getrennt vergeben.

Topbesetzt ist die „Königsklasse“ des Preis der Besten im Springen: Beim finalen S***-Springen der Jungen Reiter am Sonntagnachmittag dürfen sich die Zuschauer auf das komplette EM-Goldteam des Vorjahres – Angelina Herröder (Büttelborn), Maurice Tebbel (Emsbüren), Niklas Krieg (Villingen-Schwennigen) und Laura Klaphake (Steinfeld) – freuen, das teilweise mit neuen Pferden an den Start geht. Auch Vizeeuropameisterin Kaya Lüthi (Aach) hat noch dieses Jahr bis zum Wechsel ins Seniorenlager und hat ihre Nennung für Warendorf abgegeben. Im Hinblick auf die Europameisterschaften ist trotz der Übermacht der Routiniers „aber noch nichts entschieden“, verspricht Bundestrainer Markus Merschformann (Laer). Eines fällt allerdings auf: Im Vergleich zum Vorjahr ist der Teilnehmerkreis kräftig geschrumpft. Gerade einmal 31 Nennungen stehen bei den U21-Reitern auf der Liste. „Ende des Jahres wurden in Aachen beim Salutfestival 18 Reiter aus Altersgründen verabschiedet, das reißt schon ein echtes Loch“, sagt Merschformann. Eine Lücke, die hoffentlich die Junioren in der Zukunft schließen können. Auch hier ist das EM-Team nahezu komplett am Start, darunter auch die EM-Sechste und Deutsche Juniorenmeisterin Theresa Ripke (Steinfeld), die gerade erst durch ihren Sieg beim CSI Bad Segeberg für Schlagzeilen sorgte. Neu gemischt werden die Karten bei den Children. Altersbedingt dürfen lediglich zwei Reiter der EM 2014 in diesem Jahr wieder mitreiten: Beeke Carstensen (Sollwitt) und Einzelreiterin Britt Roth (Framersheim). „Das ist ja beinahe jedes Jahr so, dass wir im Grunde wieder von vorne anfangen“, sagt der zuständige Bundestrainer Eberhard Seemann (Warendorf). Während er sich allerdings über einen zahlenmäßig gut besuchten Osterlehrgang freuen durfte, ist die Lage bei den Ponyreitern etwas kritischer. „Man merkt schon, dass alles etwas enger wird. Die Zeiten, in denen man aus einer breiten Masse schöpfen konnte, sind vorbei“, sagt Bundestrainer Peter Teeuwen (Hanstedt). Von seinem ehemaligen Dream-Team, das sich 2013 Gold und im vergangenen Jahr Bronze bei den Pony-EM sichern konnte, ist nur Enno Klaphake (Steinfeld) altersmäßig übriggeblieben. Dennoch gibt es auch im Pony-Starterfeld einige Teilnehmer mit Championatserfahrung. So zum Beispiel die Einzelreiterin von 2014, Franziska Müller (Hückeswagen), oder auch Max Haunhorst (Hagen) und Kathrin Stolmeijer (Emsbüren), die beide nach ihren erfolgreichen Auftritten bei den Children-Europameisterschaften ins Ponylager zurückgekehrt sind. Übrigens: Der Preis der Besten Springen wird in diesem Jahr erstmals von der Horst-Gebers-Stiftung unterstützt, die sich die Förderung des deutschen Springreiternachwuchses auf die Fahnen geschrieben hat.

Dressur: Alles neu macht der Mai

Neues Spiel, neues Glück lautet die Devise bei den Dressurreitern. So beschreitet das komplette Junge-Reiter-Gold-Team des Vorjahres in diesem Jahr neue Wege, teils aus Altersgründen, teils aufgrund anderer Pläne. So wie Sönke Rothenberger (Bad Homburg), der sich im vergangenen Jahr kurzfristig für die Europameisterschaften empfahl und Bronze in der Einzelwertung belegte. Er startet in diesem Jahr in Richtung Grand Prix durch und konnte mit Cosmo bereits die erste Qualifikation im Louisdor-Preis für sich entscheiden. Trotzdem verspricht Bundestrainer Hans-Heinrich Meyer zu Strohen (Brockel) den Besuchern spannende Titelkämpfe. Denn die Vorjahres-Junioren, Anna-Christina Abbelen (Kempen), Jessica Krieg (Heinsberg), Julia de Ridder (Aachen) und Ellen Richter (Bad Essen), treten geschlossen bei den Jungen Reitern an. Konkurrenz bekommen sie unter anderem von den Newcomern des Jahres, Jil-Marielle Becks (Senden) und Damon Hill NRW. Deren erster öffentlicher Auftritt auf der Equitana sorgte bereits für Aufmerksamkeit und wird sicher auch das Warendorfer Publikum ans Viereck locken. Bei den Junioren werden damit die Karten komplett neu gemischt. „Erfreulicherweise können wir nach den Sichtungen in Kronberg und Vechta auf eine breite Qualität an jungen Paaren zugreifen, die sich übers Jahr sicherlich zuspitzen wird“, sagt Meyer zu Strohen. Während einige Paare in Warendorf vor allem Erfahrung sammeln sollen, bringt eine bereits reichlich Championatserfahrung mit: Semmieke Rothenberger (Bad Homburg). Im Hinblick auf die EM wird sich die viermalige EM-Teilnehmerin und amtierende Triple-Pony-Europameisterin allerdings entscheiden müssen. Denn ihre Routine ist sicher auch im Ponylager gefragt. Neben ihrer Cousine Nadine Krause (Bad Homburg) ist sie nämlich die einzige, die aus dem EM-Goldteam des Vorjahres noch im Ponyalter ist. An jungen Paaren, die gerne in ihre Fußstapfen treten wollen, fehlt es zwar nicht, „aber die meisten sind doch noch sehr ‚grün’“, sagt Bundestrainerin Cornelia Endres (Dülmen). Auf den Ausgang des „Preis der Besten“ darf man also sehr gespannt sein.

Neue Gesichter auch im Voltigieren

So etwas wie eine „Wundertüte“ ist auch der Preis der Besten Voltigieren. 15 Nachwuchs-Einzelvoltigierer und fünf Gruppen, die sich bei Regionalsichtungen empfehlen konnten, werden im Bundesleistungszentrum am Start erwartet. Nachdem C-Kadermitglied Chiara Congia (Offenbach) verletzungsbedingt im Mai ausfällt, „ist im Einzelvoltigieren niemand vom letzten Jahr dabei“, erklärt Bundestrainerin Ulla Ramge (Warendorf). Erwartungsgemäß klein fällt das Aufgebot bei den Herren aus. Nur vier junge Herren kämpfen um den Titel des Besten, darunter auch C-Kader-Mitglied Tim Andrich (Kleinmachnow). „Wir haben den Winter über sehr viel dafür getan, unsere Männerquote zu verbessern. Zu unserem speziellen Lehrgang nur für Jungen in Warendorf kamen 16 Teilnehmer im Alter zwischen zwölf und 14 Jahren. Für sie kommt der Preis der Besten jetzt noch zu früh. Aber im kommenden Jahr werden wir sicher doppelt so viele Starter haben wie jetzt“, erklärt Ulla Ramge. Während die Einzelvoltigierer erst nach der Deutschen Jugendmeisterschaft in Krumke für die Europameisterschaften benannt werden, geht es für die Gruppen direkt um die Nominierung. In die Rolle der Favoriten schlüpfen dabei die Juniorteams der renommierten Voltigiervereine Neuss-Grimlinghausen und Ingelsberg, aber auch Vorjahresvizeeuropameister Brakel ist in Warendorf wieder am Start. „Es ist alles offen“, sagt Ulla Ramge. „Aber gerade das macht’s ja spannend.“