Preis der Besten Springen Warendorf 2015: Routiniers auf dem Treppchen

Kaya Lüthi, Frederike Staack, Enno Klaphake und Beeke Carstensen sind die "Besten" im Parcours 2015

Warendorf (fn-press). Klein, aber fein, präsentierten sich in diesem Jahr die Starterfelder insbesondere der Jungen Reiter und Ponyreiter beim Preis der Besten. Auch nach weit über 20 Jahren hat das Turnier, das seit 1987 für Nachwuchsspringreiter und seit 1995 auch für die Dressurreiter in Warendorf ausgetragen wird, nichts von seiner Anziehungskraft auf die jugendlichen Teilnehmer verloren. „Wir haben wieder tollen Sport erlebt“, freute sich Turnierleiter Carsten Rotermund. Erstmals wurde der Preis der Besten in diesem Jahr durch Horst-Gebers-Stiftung unterstützt, dem aktuell größten Förderer des Springsports im Jugendbereich in Deutschland.

Seit 2010 ist die Altersklasse Children (U14) auf dem Preis der Besten präsent. Hier holte sich bereits am Samstag Beeke Carstensen aus Sollwitt in Schleswig-Holstein mit Chin Champ den Titel der „Besten“ vor ihrem Landsmann Hannes Ahlmann (Lentföhrden) mit Leoncaballo und dem erst zwölfjährigen Piet Menke aus Rastede in Weser-Ems mit Cesha OLD.

Weser-Ems dominieren bei den Ponyreitern

Am Finaltag machten wiederum die Jüngsten den Auftakt. Und hier war kein Vorbeikommen an den Reitern aus Weser-Ems: Gold in der Altersklasse Ponyreiter (U16) gewann der amtierende Deutsche Meister Enno Klaphake aus Steinfeld mit Nikolina, die Silbermedaille ging an Max Haunhorst aus Hagen a.T.W. mit Wild at Heart T und schließlich durfte sich auch noch Leonie Böckmann aus Lastrup mit Magic Cornflakes die Silbermedaille umhängen lassen. Insgesamt 30 Teilnehmer gingen in der Ponykonkurrenz an den Start. Allerdings gelang es nur den drei Medailllenträgern, in der Siegerrunde der zweiten Wertung völlig ohne Fehler zu bleiben. „Am Ende haben sich die Routiniers durchgesetzt“, kommentierte Bundestrainer Peter Teeuwen das Ergebnis. „Knackpunkt im Parcours war heute die Mauer, sie wird offensichtlich sie zu Hause zu wenig geübt“. Für den 16-jährigen Enno war der Sieg trotz seiner schon zahlreichen Erfolge eine „tolle Sache. Ich habe nicht wirklich damit gerechnet“, sagte er. „Die Konkurrenz war sehr stark, und die Parcours sehr schwer und lang. Aber mein Pony hat toll mitgekämpft“. Auch Leonie Böckmann strahlte mit der Sonne um die Wette: „2013 und 2014 habe ich hier mit Magic Cornflakes das Bundeschampionat gewonnen. Er fühlt sich auf diesem Platz einfach wohl“.

Im nächsten Jahr werden die Karten bei den Ponyreitern neu gemischt. Während Enno Klaphake und Leonie Böckmann altersbedingt aufhören müssen (Enno feiert seinen 16. Geburtstag genau an Silvester), ist es bei dem 14-jährigen Max Haunhorst eher seine Größe, die verhindert, dass er noch lange Zeit im Ponysattel Platz nehmen kann. Während Enno sich sich bisher noch nicht entschieden hat, wie es nach der Ponyzeit mit dem Reitsport weitergeht ( „Die Schule nimmt schon sehr viel Zeit in Anspruch, außerdem spiele ich auch sehr gern Fußball“), sind seine Mitstreiter schon jetzt auch bei den Junioren erfolgreich. So konnte Max Haunhorst mit Aquino in der zweiten Wertung der Junioren Platz drei belegen.

Frederike Staack gewinnt bei den Junioren

Neue „Beste“ bei den Junioren ist allerdings Frederike Staack aus Lasbek in Schleswig-Holstein: „Das ist so schön, ich freue mich riesig“ sagte sie nach ihrem Sieg. Schon 2014 hatten Frederike Staack (18) und der Holsteiner Catoki-Sohn Bronze bei den Junioren geholt und in der Altersklasse der Children waren die Beiden zuvor international erfolgreich. „Ich reite Caitoki seit fünf Jahren“, sagte Frederike. „Im letzten Winter hat ihn mein Trainer Christian Hess in der Großen Tour geritten, aber bis zum Ende dieser Saison werde ich ihn nun wieder reiten“.

Auch die Zweitplatzierte Annika Roede war glücklich: „Das ist mein bisher größter Erfolg“, sagte sie. Die Bayern-Stute Can Do (von Caretello) reitet die 17-jährige, die aus Gerolzhofen stammt und nun für ein Jahr bei Josef Weishaupt in Augsburg trainiert, seit Oktober 2013. Im Stechen in der zweiten Wertung, einer S**-Prüfung, war sie mit nur einen Wimpernschlag langsamer als der Sieger Christoph Maack (15, Kirch-Mummendorf) aus Mecklenburg-Vorpommern mit Dyleen und belegte darüber hinaus mit Zweitpferd Camilla Platz sechs.

Dritte im Bunde auf dem Treppchen war Justine Tebbel aus Emsbüren. Sie ist beim Preis der Besten wahrlich keine Unbekannte: Vier Mal gewann die inzwischen 16-Jährige Gold bei den Ponys, nun holte sie mit der Hannoveraner Stute Que Sera (von Quidam’s Rubin) ihre erste Medaille bei den Junioren.

Kaya Lüthi und Laura Klaphake im Stechen

Die Junioren stellten das größte Starterfeld beim diesjährigen Preis der Besten, von 74 genannten Teilnehmern gingen 56 an den Start. Bei den Jungen Reitern waren es gerade einmal 27. Vor allem in der zweiten Wertung hatte Parcourschef Peter Schumacher beiden Altersgruppen einige sehr knifflige Aufgaben in den Weg gestellt. Viele Fehler wurden gemacht, bei den Jungen Reitern gaben sieben Teilnehmer auf. Gerade mal zwei Paare blieben im ersten Umlauf fehlerfrei und zogen ins Stechen ein: Kaya Lüthi aus dem baden-württembergischen Aach und Laura Klaphake aus Steinfeld. Sie hatten schon in der ersten Wertung das Feld dominiert. Die 21-jährige Studentin Laura Klaphake und ihr achtjähriger Hannoveraner Cinsey (von Contendro I) mussten als Erste ins Stechen und legten mit 38,90 Sekunden eine schnelle Zeit vor. Doch Kaya Lüthi und Wilane (Oldenburger Sportpferd von Baloubet de Rouet) bewiesen, dass es noch etwas schneller geht: bei 38,04 Sekunden blieb die Uhr stehen. Damit gewann Lüthi, die derzeit im Stall von Bundestrainer Otto Becker in Sendenhorst angestellt ist, zum ersten Mal den Preis der Besten. Die 21-jährige war im vergangenen Jahr in Warendorf Dritte, ist bereits international erfolgreich (u.a. beim CSI Zürich) und war 2014 Vize-Europameisterin der Jungen Reiter in der Einzelwertung. „Wilane ist eigentlich auch mein Zweitpferd“, sagte Lüthi, „umso mehr freue ich mich über den Erfolg“. Laura Strehmel gewann bereits 2011 Bronze, seinerzeit aber noch in der Juniorenklasse. Ihre Sport-„Partnerin“ in diesem Jahr war DSP Lucie, ein elfjähriges Deutsches Sportpferd von Landrebell.