Preis der Besten Ponyreiter Warendorf 2016: Siege für Antonia Ercken, Calvin Böckmann und Inga Katharina Schuster

Warendorf (fn-press). Sie sind die „Besten“ unter Deutschlands Ponyreitern: Antonia Ercken, Calvin Böckmann und Inga Katharina Schuster haben den „Preis der Besten“ in den Disziplinen Springen, Vielseitigkeit und Dressur gewonnen. Die U16-Reiter waren am Sonntagmorgen die ersten, an die an diesem Wochenende die Siegerschärpen vergeben wurden. Die Entscheidung bei den Junioren und Jungen Reiter folgt.

Gestern Sonnenschein und Hitze – heute immer wieder Regenschauer. Statt der Sonnenschirme flankieren Regenschirme Parcours und Vierecke. Vom unwirtlichen Wetter unbeirrt, blieb bei den Ponyspringreitern nur das neue Siegerpaar: Antonia Ercken aus dem westfälischen Herten und Amacho. Nach einem Viertel Zeitfehler in der ersten Wertung blieben die beiden „Doppel-Null“ in Umlauf und Siegerrunde des Finales. „Amacho ist so ehrlich, er würde auch für mich durchs Feuer springen“, sagt Antonia Ercken über ihren zwölfjährigen Sportpartner (Holsteiner v. Avalon), den sie seit etwa fünf Jahren reitet, und mit dem sie „schon E-Springen“ geritten ist. Über den Sieg in ihrem letzten Ponyjahr freute sie sich aber doch ganz besonders: Zwar ist die 15-jährige Gymnasiastin amtierende Deutsche Ponymeisterin, zweifache Westfälische Meisterin und Mitglied im C-Bundeskader, aber beim Preis der Besten reichte es erst im dritten Anlauf für einen Sieg.

Platz zwei ging in diesem Jahr nach Baden-Württemberg an Lea-Sophie Gut aus Biberach/Baden-Württemberg und den bereits 18-jährigen Salvador IV. Das Paar, das im vergangenen Jahr beim Salut-Festival auf sich aufmerksam machte, war in der ersten Wertung fehlerfrei, kam im Finale in die Siegerrunde und belegte Platz zwei. Auch die Bronzemedaille ging in den Süden Deutschlands: Das Siegerpaar der ersten Wertung, Victoria Steininger aus dem bayerischen Feldkirchen und der elfjährige Nugget (ZfdP, v. Navajo) leisteten sich im Finale sowohl im Umlauf als auch in der Siegerrunde je einen Abwurf und wurden damit Sechste.

Der zuständige Bundestrainer, Peter Teeuwen, war insgesamt zufrieden: „Wir haben in diesem Jahr sehr viele neue Paare gesehen“, sagte er. „Doch am ersten Tag waren gerade die erfahrenen Reiterinnen und Reiter etwas hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Heute jedoch haben sie sich deutlich gesteigert und haben die Leistungen abgerufen, die sie bringen können“.

Vielseitigkeit: Erster Preis-der-Besten-Sieg für Calvin Böckmann

Dank souveräner Nullrunden in Gelände und Parcours feierte Calvin Böckmann aus Lastrup seinen ersten Sieg im Preis der Besten. Nach der Dressur lag der amtierende Europameister der Ponyvielseitigkeitsreiter mit dem in Weser-Ems gezogenen Askaban B (v. Anton) noch auf Platz zwei. „Leider ist er im Viereck einmal fälschlicherweise angaloppiert“, bedauerte Böckmann. Er hatte daher mit 35,5 Minuspunkten Libussa Lübbeke (Wingst) mit dem bildschönen Palomino Nadeem (v. Immenmoor Nova-Space) den Vortritt lassen müssen. Diese lieferte im Viereck mit 34,8 Minuspunkten ihr bislang bestes Dressurergebnis ab, legte im Gelände eine Punktlandung vor und war als Führende die letzte Starterin im abschließenden Springen, wo ihr jedoch an der zweifachen Kombination ein Abwurf unterlief. Damit tauschte sie den Platz mit Calvin Böckmann, der mit Zweitpony Camissa Nera und einem Endstand von 48,1 Minuspunkten zusätzlich den dritten Platz in der Vielseitigkeitsprüfung Klasse L belegte. Da aber jeweils nur das beste Ergebnis pro Reiter zählt, durfte sich Christina Schöniger (Lengenfeld/Sachsen) mit Napoli über die Bronzemedaille freuen. Sie hatte am Ende 56,7 Minuspunkte auf dem Konto. Etwas geärgert haben dürfte sich Johanna Schulze-Thier (Ascheberg/Westfalen), die beim Geländeritt ein Pflichttor ausgelassen und aufgrund der „Ehrenrunde“ Zeit verloren hatte. Nach einer Nullrunde im Springen trennten sie nur Zehntel von einem Treppchenplatz.

Von ursprünglich 27 Teilnehmern beendeten 16 die Prüfung. Nur fünf Paare blieben im Gelände komplett fehlerfrei, im Springen waren es ebenso viele. „Die Prüfung war schon anspruchsvoll. Aber wir sind damit genau auf dem richtigen Weg“, sagte Bundestrainer Fritz Lutter. „Schließlich handelt es sich um den Preis der Besten. Wer international reiten möchte, muss sich auf solche Aufgaben einstellen und sie lösen können. Insofern war die Prüfung für uns sehr aussagekräftig.“ Als durchweg erfreulich bezeichnete Parcourschef Karl-Heinz Nothofer, der für Geländestrecke durch und rund um den Vielseitigkeitsplatz mit dem komplett neuen Wasserkomplex verantwortlich zeichnete, die Dressurergebnisse: „Man merkt, dass alle daran gearbeitet haben.“

Dressur: Premierensieg für Inga Katharina Schuster

Auch am zweiten Tag erwies sich bei den Ponydressurreitern Inga Katharina Schuster (Frankfurt) mit NK Cyrill als unschlagbar. Mit zwei Siegen und einen Endstand von 148,818 Punkten war ihr der Titel der „Besten“ nicht zu nehmen. Erst seit Anfang des Jahres sitzt sie im Sattel von NK Cyrill, der im vergangenen Jahr in Warendorf mit Nadine Krause ebenfalls auf dem Treppchen gelandet war. „Seine Selbstsicherheit hat auf mich ausgestrahlt“, sagte die Siegerin. „Das Paar hat sich in den letzten Monaten stetig gesteigert, und die Trabtour war wirklich überzeugend“, sagte Bundestrainerin Conny Endres und lobte Inga Katharina Schuster als „sehr gefühlvolle Reiterin“.

Wie NK Cyrill stammt auch der zweitplatzierte Danilo aus dem Stall Krause in Bad Homburg. Er bestritt bereits mehrere Europameisterschaften, zunächst mit Jessica Krieg, zuletzt mit Nadine Krause. In Warendorf wurde er von Tabea Schröer (Groß-Gerau/Hessen) vorgestellt, die mit ihm die Plätze zwei bzw. drei in den Wertungsprüfungen belegte. 146,185 Punkten bedeutete am Ende Silber im Preis der Besten. Dritte wurde Lucie-Anouk Baumgürtel (Nottuln/Westfalen) mit Massimilano mit 145,892 Punkten. Am ersten Tag noch Dritte, belegte die erst zwölfjährige Reiterin in der zweiten Wertungsprüfung hinter Schuster Platz zwei. „Das war wirklich sensationell, wie sich diese junge Reiterin zwischen den etablierten Erfolgsponys behaupten konnte. Das kann man nur als ‚Ponysport pur“ bezeichnen“, sagte Conny Endres. Insgesamt zeigte sich die Bundestrainerin mit den gezeigten Leistungen der 20 ausgewählten Teilnehmer zufrieden, auch wenn „es schon stärkere Jahrgänge gab“.