Preis der Besten Children: Tim Hartlaub ist der Beste

Die Jüngsten machten den Anfang beim traditionellen Nachwuchsturnier in Warendorf

Warendorf (fn-press). Beim Preis der Besten in Warendorf ist heute bereits die erste Finalentscheidung gefallen: In der Altersklasse der Children gewann Tim Hartlaub (13) aus Großostheim/Bayern mit NBE Group’s Alonso den begehrten Titel vor Laura Hetzel (14 / Goch/Rheinland) mit Polly Pocket und Britt Roth (12 / Freimersheim/Rheinland-Pfalz) mit Cavann.

Tim Hartlaub und der elfjährige Oldenburger von Acobat II-Diadem leisteten sich in den beiden Wertungsprüfungen auf M*-Niveau lediglich 0,25 Zeitstrafpunkte und kamen in der Gesamtwertung auf 98,5 Punkte. Nach Platz neun in der ersten Wertung konnte sich das Paar am zweiten Tag noch deutlich steigern, blieb als einziges sowohl im Umlauf als auch im Stechen fehlerfrei und gewann die zweite Wertung. Dass er am Ende alle Konkurrenten hinter sich lassen würde, war für Tim schon eine Überraschung: „Ich habe mir zwar eine kleine Chance ausgerechnet, aber dass es so gut klappen würde, hätte ich nicht gedacht“, strahlte er. Nun ist sein Ziel für dieses Jahr klar: „Ich möchte mit zu den Europameisterschaften, das wäre der perfekte Abschluss für meine Zeit als Children“. Über internationale Erfahrung verfügt der junge Mann bereits: 2013 war er in Brasilien Sechster im Finale der FEI Children's International Classics. NBE Group’s Alonso reitet der 13-Jährige, der von Andreas Krausert und Anna-Bettina Jakob trainiert wird, seit zwei Jahren und war mit ihm im vergangenen Jahr auch schon bei den Deutschen Jugendmeisterschaften am Start. Zuvor wurde der Dunkelbraune von Tims Schwester Caroline Jakob, übrigens eine entfernte Verwandte von Bundestrainer Otto Becker, erfolgreich bis zur Klasse S vorgestellt.

Nur zwei Punkte weniger als Tim hat die Vize-Meisterin im Preis der Besten Children, Laura Hetzel, auf ihrem Konto. Mit der neunjährigen Holsteiner Stute Polly Pocket von Colman-Calando I war die Tochter von Nationenpreis-Reiter Holger Hetzel Zweite in der ersten und Sechste in der zweiten Wertung. Etwas größer dann der Abstand zur Drittplatzierten: Mit Rang 13 in der ersten Wertung und Platz vier in der zweiten Wertung kamen Britt Roth und der zwölfjährige Holsteiner Cavann von Corrado I-Lancer II auf insgesamt 88,5 Punkte. Beide Amazonen hatten – wie auch Tim – in der zweiten Wertung das Stechen erreicht. Laura allerdings mit ihrer zweiten Stute Quanita, mit Polly Pocket hatte sie im Umlauf 0,75 Punkte für Zeitüberschreitung kassiert. Das drittbeste Ergebnis im Stechen erzielte Calvin Böckmann aus Lastrup/Weser-Ems, der mit Carvella Z bewies, dass er nicht nur in der Vielseitigkeit erfolgreich unterwegs ist. Er belegte am Ende Platz vier in der Gesamtwertung (85,00 Punkte).

Die Anforderungen für die insgesamt 40 zwölf bis 14 Jahre alten Reiterinnen und Reiter waren recht hoch, insbesondere der zweite Parcours hatte es in sich. Größter Knackpunkt hier war die Mauer, an der viele Teilnehmer scheiterten. So auch der Sieger der ersten Wertung, Max Haunhorst (14) aus Hagen/Weser-Ems. Seine Stute Florida Lady Ixes verweigerte komplett die Mitarbeit, das Paar musste ausscheiden. Warum die Mauer für so viele Paare ein Problem war, konnte sich auch der zuständige Bundestrainer Eberhard Seemann nicht ganz erklären: „Wir hatten erwartet, dass der überbaute Wassergraben, der zum ersten Mal im Parcours stand, Probleme bereiten könnte“, sagte er, „aber hier gab es nur wenige Fehler“. Insgesamt war Seemann mit den Leistungen seine Schützlinge zufrieden: „Das Niveau war gut, wenn auch am zweiten Tag, an dem die Anforderungen deutlich höher waren, etwas mehr passiert ist. Letztendlich haben sich diejenigen, die schon etwas mehr Routine haben, durchgesetzt. Aber wir haben, insbesondere auch aus den neuen Bundesländern, auch eine Reihe vielversprechender neuer Gesichter gesehen“.