PfingstTurnier Wiesbaden 2015: Der Schlosspark ist empfangsbereit

Morgen läutet die Startglocke für das 79. Internationale Wiesbadener PfingstTurnier. Der Schlosspark ist für die 400 Pferde aus dem In- und Ausland empfangsbereit.

Der Wiesbadener Schlosspark ist einer der traditionellsten und stimmungsvollsten Turnierplätze der Welt. Tolle Schlosskulisse, herrliche Parkanlage und das alles mitten in der Landeshauptstadt am Rhein. Einzigartige Voraussetzungen verlangen einzigartige Vorbereitungen und Maßnahmen.

Im Gespräch mit Albert Schäfer vom Wiesbadener Reit- und Fahr-Club und Landschaftsarchitekt Eike Schwarz, Projektleiter des Schlossparks, die den Aufbau für das PfingstTurnier geleitet haben.

Der Boden der Plätze ist bei einem Pferdesportevent das A und O. In diesem Jahr bietet der Schlosspark zum ersten Mal noch einen Abreiteplatz mehr. Eine Herausforderung?

Albert Schäfer: „Das ist natürlich eine Herausforderung, aber alles hat reibungslos funktioniert. Wir haben 5.000 Quadratmeter Reitfläche verlegt und mit einer zehn Zentimeter dicken Tretschicht versehen. Dabei handelt es sich um rund 600 Tonnen spezielles Sandgemisch. Alles natürliche Stoffe – das ist hier im Park die Maßgabe. Unter alle Reitflächen und Wege kommen dabei im Gegensatz zu anderen Reitplätzen ungelochte und wasserundurchlässige Matten. Erstens, damit wir nach dem Turnier den Sandbelag komplett wieder entfernen können und damit der Boden durch das Befahren der Lkw und Radlader nicht zu sehr verdichtet wird.“

Gerade die Verdichtung des Bodens könnte sonst ein Problem werden, weil…

Eike Schwarz: „…weil wir sonst beispielsweise im Baumbereich das Wurzelwerk schädigen könnten und das hätte das Absterben der Baumkronen zur Folge.“

Das Thema Zeit ist für Sie hier im Schlosspark eine zusätzliche Herausforderung?

Albert Schäfer: „Um die Rasenfläche so wenig wie möglich zu strapazieren haben wir erst am Montag vor Pfingsten mit den Aufbauarbeiten begonnen und entfernen die Reitflächen sofort am Pfingstmontag nach Veranstaltungsende. Dienstagabend nach Pfingsten ist hier meistens schon alles wieder abgebaut.“

Das Wetter war in diesem Jahr optimal für die Aufbauarbeiten?

Eike Schwarz: „Grundsätzlich gilt: je fester und trockener der Boden, umso geringer die Schäden. Dieses Jahr hat uns das Wetter da perfekt zugespielt.“

Auch in puncto Boxen bringt die Parklandschaft Regularien mit sich.

Albert Schäfer. „Wir sind vom Platz her einfach etwas begrenzter als Turniere, die irgendwo außerhalb auf der Wiese stattfinden. Wir haben 84 feste Boxen und noch etwa 330 Boxen in Stallzelten – mehr geht nicht, mehr Zelte dürfen wir nicht stellen. Wir müssen dadurch einigen Reitern absagen, weil wir viel mehr Anfragen haben als wir unterbringen können.“

Wie regeln Sie die An- und Abfahrt der rund 400 Pferde während der PfingstTage?

Albert Schäfer. „Mitten in der Stadt ist der Platz am Turniergelände begrenzt, aber wir sind froh, dass wir in diesem Jahr zum ersten Mal alle rund 150 Pferdetransporter auf einem Platz unterbringen können. Der Gipper-Kerbeplatz ist knapp 1,5 Kilometer vom Turniergelände entfernt und ist dafür ideal.“

Wer legt die ‚Spielregeln’ für den Aufbau des PfingstTurniers fest?

Eike Schwarz: „Der Park gehört dem Land Hessen und wird vom hessischen Immobilienmanagement verwaltet. Mit ihnen wurde der Vertrag über die Nutzungsbedingungen festgelegt: Wo, was, wann und wofür. Grundlage des Vertrags sind dabei landschaftsschutz-rechtliche und denkmalschutz-rechtliche Aspekte. Alle kennen die Regeln und die gute Zusammenarbeit hat sich über Jahre bewährt.“

Wie lange ist der Vertrag zwischen dem Wiesbadener Reit- und Fahr-Club und dem Land Hessen noch gültig?

Albert Schäfer: „Der Vertrag hat noch mehr als 20 Jahre Gültigkeit. Wir können also langfristig planen und sicher noch das 100. PfingstTurnier hier feiern.“

Bilder:

Zwei Tage vor Turnierbeginn rollen die letzten Tonnen Sand an. (Fotos: Privat)

Feinschliff an den Geländehindernissen. (Foto: Privat)