Pferdezucht: Die Holsteiner Siegerstute 2016 ist Festel v. Cascadello I

Die Holsteiner Siegerstute des Jahres 2016: Festel v. Cascadello-Heraldik xx-Landgraf I

Das Hengstfohlen von Casaltino-Contender-Aloubé Z kostete 20 000 Euro

Der Champion der sechsjährigen Springpferde: Dinken v. Diarado. Im Sattel sitzt Jonas Panje

An ihr kam an diesem Tag keine Stute vorbei: Festel v. Cascadello I-Heraldik xx-Landgraf I aus der Zucht und dem Besitz von Günther Fielmann, Schierensee, sicherte sich in Elmshorn den begehrten Titel „Holsteiner Siegerstute 2016“. Die typstarke Braune, deren Mutter Noble Lady einst als Siegerstute des Halbblutrings gekürt worden war, begeisterte Zuschauer wie die Prämierungskommission bestehend aus Zuchtleiter Dr. Thomas Nissen (Kiel), Heino Kracht (Hamburg) und Jens Hauschildt (Seester) von ihrem ersten Auftritt an. „Ein schönes, feminines Stutenmodell, das viel Energie und Kampfgeist mitbringt“, lobte die ehemalige Vorsitzende des Trakehner Verbandes, Petra Wilm (Tasdorf), die in diesem Jahr die Berichterstattung übernommen hatte. Als erste Reservesiegerin wurde eine weitere Tochter des Cascadello I herausgestellt: Fine Lady aus einer Cassini I-Acord II-Mutter, die von Detlef Hennings in Bendorf gezogen und von dessen Sohn Reimer ausgestellt wurde. An dritter Stelle ging Fascination v. Catoo-Leandro-Caletto I aus der Zucht von Joachim Jürgens in Bollbrügge. Die bewegungsstarke Stute hatte einst über die Elmshorner Fohlenauktion ihren Besitzer gefunden: Familie Brüning aus dem niedersächsischen Süstedt-Ochtmannien. Und es gab noch eine vierte Auszeichnung: Die wunderbare Schimmelstute Franzia v. Cascadello I-Cassini II-Landgraf I überzeugte die Prämierungskommission mit ihrem herausragenden Bewegungsablauf. „Ich weiß, wie schwer es ist, eine Elitestuten zu züchten“, sagte Petra Wilm, auf deren Gestüt Holsteiner wie auch Trakehner Fohlen geboren werden, „und den Holsteiner Züchtern ist es in diesem Jahr gelungen, hier in Elmshorn Stuten von großer Sportlichkeit zu präsentieren“. Und sie fügte hinzu: „Sie können stolz auf ihre Pferde sein“. Zuchtleiter Dr. Thomas Nissen freute sich u. a. darüber, dass die „uns häufiger vorgehaltenen Auffälligkeiten im Exterieur der Stuten deutlich verbessert waren“. Er sah seine Eindrücke, die er bei den Körbezirksschauen gewonnen hatte, bestätigt: „Die Bewegungsqualitäten der Spitzenstuten waren in diesem Jahr überragend“.

Fohlenauktion: Spitzenfohlen bleibt in Schleswig-Holstein

Die Aussteller der Auktion können sich freuen: Bei der Fohlenauktion wurde ein um 2000 Euro höherer Durchnittspreis als im Vorjahr erzielt.

 „Unser neues Auswahlteam hat hervorragende Arbeit geleistet“ kommentierte Ronald Schultz, Geschäftsführer der Holsteiner Verband Vermarktungs- und Auktions GmbH, das sehr gute Ergebnis der Fohlenauktion in Elmshorn. 10 571 Euro im Schnitt kosteten die 21 Stut- und Hengstfohlen. Den Spitzenpreis erzielte ein Hengstfohlen, dessen Vater – Casaltino – wenige Minuten zuvor auf dem Springplatz zum Vizechampion der fünfjährigen Springpferde gekürt worden war. Glatte 20 000 Euro legte Herbert Ulonska (Maas J. Hell Stallion Stud GmbH, Kl. Offenseth) für den drei Monate alten braunen Youngster aus einer Contender-Aloubé Z-Mutter an. Wendy Davis-Gerrish aus Weatherford/Texas war als Züchterin dieses Spitzenfohlens im Katalog aufgeführt. Für 17 500 Euro wurde ein Cornet Obolensky-Cassini I-Contender-Stutfohlen aus der Zucht und dem Besitz der North-Trade GmbH & Co. KG, Selk, zugeschlagen. Zwei Fohlen verließen den Auktionsring für jeweils 15 000 Euro: eine Casall-Leandro-Caletto I-Tochter aus der Zucht von Joachim Jürgens, Bollbrügge, deren Halbschwester Fascination gerade zweite Reservesiegerin der Elitestutenschau geworden war, und ein langbeiniges Crumble-Quinar-Alcatraz-Hengstfohlen aus der Zucht von Claus-Heinrich Petersen, Ahrenviöl.  Elf Fohlen kosteten an diesem Tag 10 000 Euro und mehr. Das ausländische Interesse war wieder groß: Italienische Kunden sicherten sich vier Fohlen, langjährige Kunden aus Estland waren drei Mal erfolgreich, je ein Fohlen geht nach England, in die USA und nach Argentinien. „Ich freue mich auch über den erfolgreichen Einstand von Dr. Günther Friemel als Auktionator bei einer Elmshorner Auktion“, sagte Ronald Schultz und weist zugleich auf  die Auswahltermine der nächsten Fohlenauktionen hin: „Ich appelliere an die Züchter, ihre besten Fohlen zur Auswahl zu stellen“, sagte er.

Springpferdechampionate: Elmshorner Hengste an der Spitze

„Wir hatten uns die Landeschampionate bei unserer Saisonplanung schon zum ersten Saisonziel gesetzt“, freute sich Norbert Boley, Geschäftsführer der Holsteiner Verband Hengsthaltungs GmbH, nach den Siegen „seiner“ Hengste in den Landeschampionaten der fünf-, sechs- und siebenjährigen Springpferde. Den Anfang machte am ersten Turniertag Casalito v. Casall-Landgraf I (Josef Unkelbach, Köln). Unter Christian Hess, der zwei Tage zuvor in Balve zum Deutschen Vize-Meister der Springreiter gekürt worden war, legte er als erstes Pferd im Stechen um das Landeschampionat der Siebenjährigen eine Zeit vor, die von den folgenden zehn Reitern nicht mehr unterboten werden konnte. Zum Vizechampion avancierte der Quidam de Revel-Cassini I-Sohn Quick Jump W aus der Zucht und dem Besitz des Gestüts Wahl & Co. KG, Bielefeld, der von Alessa Hennings geritten wurde. Ganz knapp geschlagen kam Casmann v. Cascari-Colman (Züchter Hans-Heinrich Peters, Krempermoor; Besitzer Tjeert Rijkens, Elmshorn) unter Lars Bak Andersen auf den dritten Platz. Nach Zeit mussten im Stechen um das Landeschampionat der Sechsjährigen auch die acht Wertnotenbesten aus dem Umlauf gehen. Hier standen zwei gekörte Hengste an der Spitze: Dinken v. Diarado-Cassini I aus der Zucht von Theo Molenaers, B-Kinrooi, und dem Besitz der Holsteiner Verband Hengsthaltungs GmbH, siegte unter Jonas Panje vor Candinas v. Catoki-Cantus aus der Zucht und dem Besitz der Schweizerin Sonja Zeiger-Innauen. Der von Oliver Ross gerittene Fuchs hatte im Umlauf mit einer 9,0 die höchste Wertnote von den Richtern erhalten. Björn Behrend ritt den Cachas-Carthago-Sohn Cooper Royal aus der Zucht und dem Besitz von Bernhard Sönnichsen, Högel, auf den dritten Platz. Und last but not least war da noch Quibery. Der Quintero-Caretino-Sohn, der von Hobe Magens, Ottenbüttel, aus dem nicht nur in Holstein berühmten Bühne-Stamm gezogen wurde, erhielt, ebenfalls von Jonas Panje geritten, im Umlauf und im Stechen um das Landeschampionat der fünfjährigen Springpferde mit einer 8,4 bzw. 8,8 die höchsten Wertnoten. Den Erfolg der Holsteiner Verband Hengsthaltungs GmbH komplettierte auf Platz zwei der Siegerhengst des Jahres 2013, Casaltino v. Casall-Carthago (Manfred von Allwörden, Grönwohld), der unter Ferguson Burt mit einer einer 8,4 im ersten und einer 8,6 im zweiten Umlauf bedacht wurde. Gemeinsame Dritte wurde Vedor N v. Verdi-Chicago Z (Uwe Nilsson, Meldorf) unter Philip Loven und Tornado VS v. Toulon-Contender (Vanessa Schockemöhle, Mühlen) unter Philipp Schulze.

Claretto und Diviko sind die Landeschampions der Dressurpferde

Im Landeschampionat der Dressurpferde durften alle Pferde, die nördlich der Elbe geboren sind, an den Start gehen.

Landeschampion bei den fünfjährigen Dressurpferde wurde Claretto, vorgestellt von dem ehemaligen Verbandsreiter Markus Suchalla . 7,9 vergab das Richtergremiun Dierk Groth und Peter Olsson für diesen holsteinisch gezogenen Schimmelwallach von Clarimo aus einer Caletto I-Mutter, aus der Zucht und dem Besitz der Familie Meyer, Nottfeld. Obwohl  aus einer reinen Springlinie stammend, wusste durch sein starkes Bewegungspotenzial in allen drei Grundgangart  zu überzeugen.  Zweiter wurde der Trakehner Hirtenglanz v. All Inclusive unter Christina Ellendt (7,6) vor Champagner v. Catoo-Aljano (Erja Aholainen, Hollingstedt) unter Kira Wegmann mit einer 7,5.

Bei den sechsjährigen Dressurpferden gewann der Hannoveraner Diviko, für den die Richter eine 8.0 vergaben. Der Fuchswallach ist im Besitz von Carolin Heyser, die den Desperados-Sohn aus einer Laptop-Mutter auch vorstellte. Wolfgang Schade ritt Diamond Jack v. Diamond Hit-Lord Sinclair (7,5) auf Platz zwei vor Louvito v. Lou Bega-Levisto aus der Zucht und dem Besitz von Rainer Kasch, Melsdorf, der unter Kimberly Hinrichs mit einer 7,4 bedacht wurde.

Fotos von Janne Bugtrup