Pferdesteuer: FN und Facebook-Bündnis offenbar mit neuer Taktik

Nachdem sich das „Aktionsbündnis gegen die Pferdesteuer“ auf Facebook massiv gegen öffentliche Proteste ausgesprochen hat und die Verantwortung zur Abwendung der Einführung einer Pferdesteuer allein der FN zusprach, war sicher nachgewiesen, wer die Facebook-Gruppe steuert, auch wenn das nicht so aus den einführenden Bemerkungen zur Gruppe heraus kommt. Nun allerdings scheint sich die Taktik geändert zu haben. Offenbar kam man bei der Deutschen Reiterlichen Vereinigung mit salbungsvollen Reden und juristischen Plänkeleien nicht weiter. In Hessen nämlich braucht die Einführung der Pferdesteuer nicht einmal die Genehmigung durch die Landesbehörden.

Während sich die FN noch vor einigen Wochen zum Alleinvertreter der Pferdebesitzer machte und via Facebook jedes eigenmächtige Handeln in Form von mündlichen oder schriftlichen Protesten verteufelte, kann man in Lauterbach in Hessen nach dem Anbrennen der Situation nun von einem gehörigen Richtungswechsel sprechen.

Als dort nämlich zum ersten Mal die Einführung der Pferdesteuer auf der Tagesordnung des Haupt- und Finanzausschusses stand, wurde die Taktik des Zeigens von Präsenz (siehe Facebook-Aufruf) geändert und mit aller Wucht zu massiven öffentlichen Protesten aufgerufen. Offensichtlich hat die FN damit einen Richtungswechsel vollzogen. Schon lange war von Kritikern zu hören, dass die Polemik der FN in Sachen Vermeidung der Pferdesteuer auf tönernen Füßen zu stehen scheint. Auch wenn die FN es anders darstellt, aber vielerorts sind die Einflussmöglichkeiten der FN oder der Landesverbände zur Vermeidung der Einführung einer kommunalen Pferdesteuer eher gering oder gar nicht vorhanden.

So zog man in Lauterbach nun die Notbremse und tat das, was alle demokratisch wirkenden Kräfte schon immer getan haben: Sie protestierten in der Öffentlichkeit und machten ihrem Ärger Luft. Auf jeden Fall erreichten die Pferdefreunde damit, dass sich Medien und Öffentlichkeit für sie interessieren und das ist mehr, als die FN in der Fläche vorweisen kann. Unterdessen ist man bei der FN und den Landesverbänden noch immer damit beschäftigt zu erfassen, wo eine Pferdesteuer geplant ist. Aber Papier ist geduldig und die FN kann schon aus personellen Gründen nicht überall sein. Bleibt den Pferdebesitzern also wie immer nur die Devise: „Hilf dir selbst, dann hilft dir Gott!“

HIER geht es zu einem Video über den Protest gegen die Pferdesteuer in Lauterbach.

HIER ist ein weiteres Video zur gleichen Demo.