Pferdesportverein gewinnt Klimaschutz-Preis

 

Klimaschutzpreis für Pferdesportverein

ZRFV Heiden durch Umweltminister Röttgen und DOSB-Präsidenten Bach geehrt 

Berlin (fn-press). „Klimaschutz gewinnt“ war das Motto eines bundesweit sportartenübergreifend ausgeschriebenen Wettbewerbs des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB). Auf Platz eins landete der Hannoversche Sportclub von 1893 (HSC). Aus insgesamt 80 Bewerbungen erreichte der Zucht-, Reit- und Fahrverein Heiden aus dem Münsterland gemeinsam mit sieben anderen ausgewählten Sportvereinen den Bronzerang. Die Siegerehrung fand jetzt im Rahmen einer Feierstunde im Tageszentrum der Bundespressekonferenz in Berlin statt. Die Auszeichnung der Preisträger erfolgte durch den DOSB-Präsidenten Dr. Thomas Bach und Umweltminister Dr. Norbert Röttgen.

„Der Sport kann nicht nur durch verantwortungsbewusste Großveranstaltungen erheblich zu Umwelt und Klimaschutz beitragen, sondern auch die Vereine selbst können von durchdachten Maßnahmen profitieren“, erläuterte Thomas Bach die Zielsetzung des Wettbewerbs. Bundesminister Röttgen erklärte: „Der Vereinssport ist eine hervorragende Plattform, um viele Menschen für den Klimaschutz zu gewinnen. Sport ist aber auch selbst Verursacher von Treibhausgasen durch Sportanlagen oder Veranstaltungen und Fahrten zum Training. Mit dem gemeinsamen Projekt möchte das Bundesumweltministerium und der DOSB vor allem gute Beispiele für die Verbesserung der Energieeffizienz und der Kommunikation herausstellen.“

Unter den Preisträgern war auch der Zucht-, Reit- und Fahrverein Heiden aus dem Münsterland, der zusammen mit sieben anderen Sportvereinen den dritten Platz belegte. In der FN anerkannten Reitschule sind heute gut 500 Mitglieder organisiert. 40 Pferde stehen in hellen und luftigen Ställen des Vereins, darunter zwölf Schulpferde und -ponys. Den aktiven Reitern stehen zwei große Reithallen, ein Dressurviereck und weitläufige Außenanlagen zur Verfügung. Einsteiger finden hier ebenso professionelle Förderung wie Dressur- oder Springreiter, Voltigierer oder Fahrer und nicht zuletzt ist der Verein auch im therapeutischen Reiten aktiv.

„Dass uns das sportliche Angebot wichtig ist, zeigen die vielfältigen Aktivitäten und unsere vier Turnierveranstaltungen im Jahr“, sagt der Vorsitzende Wolfgang Einck überzeugend. „Aber nicht nur das, zu unserer gesellschaftlichen Verantwortung gehört der energieeffiziente Betrieb unserer Anlage und die ständige Weiterentwicklung“. Was damit im Einzelnen gemeint ist, hat der stellvertretende Vorsitzende Achim Deimann im Rahmen der Bewerbung ausführlich dargestellt: Fast schon selbstverständlich ist auf den Dachflächen eine Photovoltaikanlage installiert, der Jahreszeit angepasste Zeitschaltuhren steuern die Außenbeleuchtung, in den Ställen und Hallen trägt ein mehrstufiges Beleuchtungssystem zum Strom Sparen bei. Die zentral geregelte Heiz- und Warmwasseranlage kann bei Nichtnutzung vollständig heruntergefahren werden. Für die Beregung wird nur bei Bedarf Brunnenwasser eingesetzt. Zur Vermeidung langer Wege wird Heu und Stroh in der Nachbarschaft angekauft. Auf den Veranstaltungen werden überwiegend Geschirr und keine Wegwerfteller oder -besteck verwendet. Mithilfe regelmäßiger Schulungen werden Übungsleiter und Reitlehrer einbezogen, außerdem erhalten die Mitglieder eine detaillierte Übersicht über Verbrauch und Einsparungen anlässlich der Jahresversammlung. Bei Organisation und Durchführung des alljährlichen Zeltlagers der Jugendabteilung werden Umweltanforderungen beachtet und zum Beispiel selbst gekocht, nur Mehrweggeschirr benutzt und das Geschirr auch wieder gereinigt. Der Verein wirbt für Fahrgemeinschaften, trennt den Müll und vieles anderes mehr. „Zum zukunftsorientierten Pferdesport gehören selbstverständlich moderne Anlagen und ein vielfältiges Angebot mit Blick über den eigenen Tellerrand hinaus. Das leistet der Zucht- Reit- und Fahrverein Heiden seit vielen Jahren vorbildlich. So gehören geeignete Schulpferde ebenso zum Programm wie vier spannende Turniere im Jahr mit teilweise überregionaler Bedeutung und zum Beispiel ein großes Ferienzeltlager für Kinder und Jugendliche im Sommer. Die Reitanlage bietet dabei nicht nur sportlich alles, was das Herz begehrt, sondern wird zugleich durchdacht umweltschonend betrieben und das Führungsteam nutzt alle Möglichkeiten der Information und Einbeziehung ihrer Mitglieder auf diesem Gebiet“, sagt Gerlinde Hoffmann, Leiter der Abteilung Umwelt und Pferdehaltung der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN).

Ebenfalls auf dem dritten Platz rangierten die Schweriner Rudergesellschaft 1874/75 (Meckenburg-Vorpommern), der Badminton Club Fortuna Blankenfelde (Brandenburg), der Verein für Leichtathletik Sindelfingen 1862 (Baden-Württemberg), die Luftsportgemeinschaft Bayreuth (Bayern), der Golf und Contryclub Seddiner See (Brandenburg) und die Abteilung Tauchen des KSV Baunatal (Hessen). Den zweiten Platz teilten sich der Turn- und Sportverein 1895 Zornheim (Rheinland-Pfalz), der Turnverein 1908 Dienheim (Rheinland-Pfalz), die Schützengesellschaft Anderten von 1901 (Niedersachsen) und der Verein für Rasensport Elgersweier 1926 (Baden-Württemberg). Auch diese Vereine aus verschiedensten Sparten zeigten ein wahres Feuerwerk guter Ideen und erfolgreicher Maßnahmen von umfangreicher energetischer Modernisierung und energieeffizienten Neubauten über pfiffige Umweltbildungsprojekte für den Nachwuchs bis hin zu innovativen Mobilitätsansätzen, einer umfassenden Information und Sensibilisierung der Vereinsmitglieder und einem zukunftsorientierten Management der Vereine.

Gewonnen wurde der Wettbewerb Klimaschutz im Sportverein vom Hannoverschen Sportclub von 1893 (HSC). Hier handelt es sich um einen der größten Mehrspartenvereinen der Stadt Hannover mit 1.700 Mitgliedern, der Umwelt- und Klimaschutz ebenso wie die soziale Integration von Minderheiten in seiner Satzung verankert hat. Zur umfangreichen energetisch ökologischen Sanierung gehören eine moderne Wärmedämmung inklusive des Austauschs von Fenstern und Türen, die Heizung mit Brennwerttechnik, thermische und Fotovoltaik-Anlagen, Regenwasserzisterne, Duschen mit Durchflussbegrenzern, Trockenurinale und vieles andere mehr. Insgesamt wurde eine Einsparung von 210.000 Kilowattstunden pro Jahr also etwa 55 Tonnen CO2 pro Jahr erreicht. Begleitend rief der Verein gemeinsam mit dem Umweltzentrum Hannover ein Projekt ins Leben, bei dem Kindern gleichermaßen ökologische Inhalte vermittelt und die Begeisterung für den Sport geweckt werden soll. In Projektwochen „e.co-Kids“ füllen sportliche Aktivitäten zur besseren Fitness und Bewegung für die eigene Energie ebenso wie die Bewusstseinsbildung und für Umwelt- und Klimaschutz das tägliche Programm.          

                                                                                                               Gerlinde Hoffmann

 

Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.klimaschutz-im-sport.de, www.reitverein-heiden.de oder bei der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) unter www.pferd-aktuell.de.