Pferdesport: Sahnehäppchen, Trio total und Damensuche bei den Voltigierern in Wiesbaden

Ein 'Sahnehäppchen' des PfingstTurnier-Programms: die Pas de Deux-Voltigierer (Foto: WRFC/ J. Toffi)

Nach dem Weltcup-Finale ist vor dem Wiesbadener PfingstTurnier: Die beiden besten deutschen Pas de Deux-Paare des Voltigiersports mussten sich neue Damen suchen.

Titelträger in allen vier Disziplinen: die Voltigierer sorgen beim 80. Wiesbadener PfingstTurnier für Weltklasse-Niveau.

„Ich freue mich sehr auf das 80. PfingstTurnier“, strahlt schon im Vorfeld die Bundestrainerin der Voltigierer, Ulla Ramge. „Wir haben hier mit der internationalen Masterclass der Voltigierer begonnen, wir haben als weiteren Höhepunkt das Pas de Deux integriert und auch in diesem Jahr komme ich mit unseren besten Voltigierern, um Wiesbadens 80. Geburtstag zu feiern.“

Die 23-jährige Corinna Knauf aus Köln ist derzeit Deutschlands beste Voltigierdame. In den vergangenen drei Jahren hat sie sich den Deutschen Meistertitel gesichert, bei den Europameisterschaften 2015 in Aachen holte sie sich die Silbermedaille und sie führt die Starterliste der Damen beim 80. Wiesbadener PfingstTurnier an. Ihre Konkurrenz kommt nicht zuletzt aus der Schweiz. Mit Marina Mohar kommt die aktuelle Nummer eins der Schweiz nach Wiesbaden.

Auch bei den Herren wird der amtierende Vize-Europameister antreten: Thomas Brüsewitz. Brüsewitz gehört seit vielen Jahren zu den besten der Welt. 2009 gewann er seine erste Medaille: die Silbermedaille bei den Europameisterschaften der Junioren. Er trifft in Wiesbaden auf vier der sechs Weltcup-Finalisten von Dortmund, Vincent Haennel und Clement Taillez, beide aus Frankreich, Lukas Heppler aus der Schweiz und Lukas Klouda aus Tschechien. Am PfingstTurnier-Freitag feiert Brüsewitz seinen22. Geburtstag – ein gutes Omen für den deutschen Top-Voltigierer?

Bei den Gruppen sind sie seit Jahren das Maß der Dinge, die Voltigierer des RSV Neuss-Grimlinghausen um Meistertrainerin Jessica Lichtenberg. Sie sind die amtierenden Europameister, sie sind die amtierenden Weltmeister und sie kommen zum PfingstTurnier. Die Sportler des Voltigiervereins Köln-Dünnwald sind, neben dem VVI Ingelsberg, die stärksten Konkurrenten für die Neusser im eigenen Land und auch sie gehen in Wiesbaden an den Start. Hinzu kommen noch die Voltigierer der Gruppe Mainz-Laubenheim, die sich jetzt, weil sie ihren Trainingsort gewechselt haben, Gruppe Ingelheim nennen. Unter ihrer jahrelangen Trainerin, Voltigiermeisterin Hanne Strübel, gewannen die Lokalmatadoren WM-Gold im Jahr 2002. Strübel hat inzwischen die Longe an den ehemaligen Voltigierer Jürgen Köhler übergeben, ist aber weiterhin im Training dabei. So treten in diesem Jahr drei absolute Spitzenteams des deutschen Voltigiersports im Schlosspark an, das Trio total!

Seit Einführung im Schlosspark im Jahr 2013 sind die Pas de Deux-Voltigierer ein ‚Lieblingskind’ der Schlosspark.Besucher. In diesem Jahr wird es besonders spannend. Die Herren der beiden besten deutschen Pas de Deux’ waren auf Damensuche und treten in Wiesbaden erstmals mit ihren neuen Damen an. Torben Jacobs hat sich gerade noch mit Pia Engelberty den Weltcup-Sieg in Dortmund gesichert. Doch nach dem Finale war Schluss für Engelberty, aus beruflichen Gründen musste sie ihre Voltigierkarriere beenden. Das Paar gehörte nicht nur zu den Stammgästen in Wiesbaden, sie waren auch abonnierte Sieger. Die neue Partnerin von Torben Jacobs heißt nun Theresa-Sophie Bresch und ist eigentlich schon eine ‚alte’ Partnerin. Die beiden haben schon früher zusammen voltigiert und gewannen bereits Gold bei der Europameisterschaft der Pas de Deux-Voltigierer im Jahr 2011. In Wiesbaden werden sie erstmalig wieder zusammen turnen.

Auf Damensuche war auch Justin van Gerven, der mit Gera Marie Grün schon zweimal knapp an einer Championats-Medaille im Pas de Deux vorbeigeschrammt ist und mit der er 2015 den Sieg im Weltcup-Finale feierte. Gervens neue Partnerin hat Championatserfahrung aus dem Bereich der Junioren: Chiara Congia gewann 2014 die Bronze-Medaille bei der Europameisterschaft der Junioren. Für dieses Paar wird Wiesbaden gemeinsame Premiere.

Es wird ganz sicher vor Spannung knistern, wenn die Voltigierer beim 80. PfingstTurnier den Platz vor dem Schloss erobern – und die Herzen der Wiesbadener Zuschauer. „Die Wiesbadener Voltigierwettbewerbe sind immer hochkarätig besetzt und das Programm ist knackig, sehr abwechslungsreich und optimal für ein breites Publikum. Wenn ich mir für die nächsten 80 Jahre PfingstTurnier etwas wünschen dürfte…“, erklärt die Bundestrainerin: „Es soll so bleiben wie es ist, das Programm ist vom Feinsten – ein Sahnehäppchen nach dem anderen.“