Pferdesport – News vom 13.06.12 mit Pferderennen, Springen, Dressur, Vielseitigkeit, Pferdesteuer

 

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Union Rags gewinnt Belmont Stakes Galopp-Rennen

Der Hengst I'll Have Another konnte die legendäre Triple Crown im US-Galoppsport nicht erlangen. Der Traum war aus, als I’ll Have Another wegen einer Beinverletzung nicht an den Start gehen konnte. Wahrscheinlich wird der Hoffnungsträger des US-amerikanischen Rennsports nie wieder an den Start gehen können. Den Sieg im mit US$ 1.000.000 dotierten Belmont Stakes in New York holte sich Union Rags (Jockey John Velazquez).

I’ll Have Another (Mario Gutierrez )gewann zuvor die beiden für die Triple Crown notwendigen Rennen (Kentucky Derby, Preakness Stakes). Es fehlte nur noch Belmont Stakes. Dort wartete auf den Favoriten eigentlich eine Kulisse von mehr als 120.000 Zuschauern. Die letzte Triple Crown holte sich im Jahre 1978 Affirmed.

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Reitturnier RFV Hille:

Felix Haßmann Zweiter

Beim Reitturnier des RFV Hille gingen am Sonntag in der Springprüfung der Klasse S** mit Siegerrunde 40 Paare an den Start. Im Preis der Volksbank Mindener Land gab es 3.750 Euro Preisgeld abzustauben. Alexander Duffy vom RFV Rulle siegte auf Top Gun mit knappem Vorsprung vor Felix Haßmann (RV Lienen) und Horse Gym’s Lianos (+ 0,31 sec). Dritter wurde Johannes Vornholt auf Quidam.

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CDI Schindlhof Fritzen-Wattens:

Beatriz Ferrer-Salat auf Delgado siegt

Beim CDI in Fritzens kam der haushohe Favorit Carl Hester mit seinem besten Pferd Uthopia beim Grand Prix Spécial am Sonntag nur auf den zweiten Platz. Er musste der Spanierin Beatriz Ferrer-Salat auf dem 12-jährigen Fuchswallach Delgado den Vortritt lassen, der nach einer Sehnenverletzung lange pausieren musste. Bereits am Freitag im Grand Prix war zu sehen, dass Hester und Uthopia zur Zeit nicht auf einem erfolgreichen Olympiakurs sind. Ausschlaggebend waren für die recht niedrigen Bewertungen keine einzelnen groben Schnitzer, sondern eher allgemein mäßige Vorstellungen in Trab und Galopp.

Dorothee Schneider aus Framersheim gewann zum Abschluss die Grand Prix-Kür mit der Westfalen-Stute Forward Looking. Hier musste Beatriz Ferrer-Salat mit Faberge auf den zweiten Platz zurück weichen.

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Holländische Dressur-Meisterschaft:

Edward Gal überlegener Sieger

In der holländischen Dressur-Meisterschaft gab es wenig Überraschendes. Edward Gal wurde nach 2004, 2009 und 2010 wieder Meister im flachen Nachbarland. Zwischen den Eisen hatte er den 11-jährigen Ferro-Sohn Glock’s Undercover vom Glock Horse Performance Center. In Abwesenheit von Adelinde Cornelissen und Parzival war es ein leichtes Spiel für Gal. Er gewann alle drei Wettbewerbe und hätte selbst mit seinen beiden anderen Pferden Blue Hors Romanov und Interfloor Next One zwei weitere Kracher im Ärmel gehabt. Nur in der Kür kam ihm Anky van Grunsven auf Salinero verdächtig nah.

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DM Vielseitigkeit Luhmühlen:

Verkehrschaos möglich

Bei den Deutschen Meisterschaften der Vielseitigkeit in Luhmühlen am nächsten Wochenende kann es laut Angaben der dortigen Polizei zu starken Verkehrsbeeinträchtigungen kommen. Grund sind die die vorhandenen engen Zuwegungen und eine Baustelle auf der L 216 zwischen Salzhausen und Luhmühlen. Besuchern wird empfohlen, rechtzeitig anzureisen und eventuell längere Wartezeiten einzuplanen. Rückfragen bitte an: Polizeiinspektion Harburg – Pressestelle Jan Krüger - Telefon: 0 41 81 / 285 – 104 - Mobil:  0 160 /  972 71 015

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Pferdesteuer in Brandenburg:

BVB/Freie Wähler positionieren sich

Der folgende Artikel ist der Internetseite der BVB/Freie Wähler entnommen und stammt aus der Feder von Jürgen Kurth, dem Landespolitischen Sprecher für Ländliche Entwicklung, Brandenburger Vereinigte Bürgerbewegungen / Freie Wähler:

In Deutschland war es eine bewährte Tradition, dass die Herrscher in früheren Jahrhunderten auf immer neue Steuerideen kamen, um ihre Schatulle für Kriege bzw. ihr verschwenderisches Leben samt Hofstaat zu finanzieren. Da gab es dann auch keine Tabus. Keine Steuer, keine Abgabe schien unmöglich. Dieses Wissen muss wohl auch den Geschäftsführer des Städte- und Gemeindebundes Herrn Böttcher inspiriert haben, die Diskussion um eine Pferdesteuer wieder in Gang zu bringen. Wahrscheinlich ist er leider wie viele Mitbürger der irrigen Meinung, dass Reiten ein elitärer Sport sei und somit die Maßnahmen keine Armen treffen würden. Weit gefehlt!

Der Reitsport ist heute ein ausgesprochener Breitensport, der von vielen Menschen ungeachtet ihres Berufes oder ihrer sozialen Situation ausgeübt wird. Reiten ist heutzutage eine Freizeitbeschäftigung für ganz normale Leute! Allein in Berlin-Brandenburg sind über 16000 Pferdesportler in 460 Vereinen organisiert. Davon treten mehr als 2800 Turnierreiter über 46000-mal pro Jahr auf Turnieren gegen einander an. Von der Altersstruktur sind etwa 75% der Reiter unter 21 Jahren, also haben wir es hier auch mit der ständig eingeforderten Verbesserung der Jugendarbeit zu tun. Hier lernen Kinder und Jugendliche, was es heißt, Verantwortung zu übernehmen für ein lebendes Wesen. Eine Erfahrung, die im späteren Leben von großer Bedeutung ist! Zunehmend werden Pferde auch für therapeutische Zwecke eingesetzt. Dabei verleihen die Pferde z.B. Behinderten oder sozial Benachteiligten ein höheres Sicherheitsgefühl und stärken sie dabei, sich in unsere gesellschaftlichen Strukturen eingliedern zu können. In einem anderen sehr aktuellen Zusammenhang spricht man von Inklusion, für die sich die Landesregierung mit Nachdruck einsetzt.

Die von Herrn Böttcher und einigen Kommunen gestartete Diskussion ist aber sehr kurzsichtig. Es kann davon ausgegangen werden, dass viele Pferdehalter bzw. -höfe die in Rede stehenden ca. 750 € nicht aufbringen bzw. diese nicht einfach ohne Folgen an ihre Kunden durchreichen können. Es gibt auch etliche Pferdehalter, die sich dieses Hobby vom Munde absparen. Nur so können sie sich ihren Traum erfüllen. Für sie wäre die Pferdesteuer das Ende. Die Folge: ein erheblicher Rückgang des Pferdebestandes im Land Brandenburg, was dann auch auf die damit im Zusammenhang stehenden Bereiche wie Tierärzte, Zubehörausrüster, Hufschmiede, Futtermittelhändler usw. und natürlich den Tourismus durchschlagen würde.

Natürlich darf man an dieser Stelle auch die von Herrn Böttcher ins Feld geführte Begründung zertrampelte Wege und Verschmutzungen durch Pferdeäpfel nicht verschweigen, aber damit muss die Gesellschaft leben und es gehört in gewisser Hinsicht auch zum dörflichen Charakter dazu. In vielen Teilen wurden deswegen Reitwege angelegt, damit solche Konflikte vermieden werden. Ebenfalls kann man nicht verschweigen, dass einzelne Reiter durch Ihr Verhalten nicht immer zum guten Miteinander beitragen, aber schwarze Schafe sind überall anzutreffen.

Im Land Brandenburg gibt es etwa 150 Betriebe, die hauptsächliche über die Pferdewirtschaft existiert. Ein Rückgang der Beschäftigten und eine Erhöhung der Arbeitslosigkeit wären die Folgen, zumal die Betroffenen dann aufgrund ihrer oft speziellen Ausbildung schlecht vermittelbar wären. Die somit erhoffte und auf Basis des jetzigen Pferdebestandes hochgerechnete Mehreinnahme über die Pferdesteuer würde sich dann als Fehlplanung erweisen und Arbeitslosigkeit sowie Unzufriedenheit hinterlassen. Das dörfliche Leben, das vielerorts durch die Pferdewirtschaft geprägt ist, würde erhebliche Einbußen erfahren. Es ginge wieder ein Stück der vertrauten Heimat verloren. Der ländlichen Entwicklung wäre am Ende erheblich geschadet.

Wir als Brandenburger Vereinigte Bürgerbewegungen / Freie Wähler fordern daher die Einstellung dieser unsäglichen Diskussion um eine Pferdesteuer im Interesse der nachhaltigen ländlichen Entwicklung. Die Landesregierung, die bisher eine eher abwartende Haltung einnimmt, muss hierbei ein Machtwort zur Beendigung der Verunsicherung der Betroffenen sprechen, um ihnen die Zukunft wieder gestaltbarer zu machen.

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Olympia-Reiten in London:

Queen-Enkelin in Vielseitigkeit

Die Lieblingsenkelin von Queen Elizabeth II. – Zara Philipps – wird laut britischen Zeitungsberichten an den Olympischen Spielen in London an den Vielseitigkeitswettbewerben teilnehmen. Hier handelt es sich aber nicht um ein Privileg. Philipps holte bei der WM in Aachen 2006 den Titel.

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Doping im Springreiten:

CAS verkürzt Sperre

Die beiden wegen Dopings verurteilten saudi-arabischen Springreiter Khaled Abdulaziz Al Eid und Abdullah Waleed Sharbatly dürfen an den Olympischen Spielen in London teilnehmen. Der Internationale Sportgerichtshof CAS verkürzte die Doping-Sperre der FEI von acht auf zwei Monate. Als Grund gaben die Richter an, dass es sich um ein minderschweres Vergehen handelt. Die Reiter hatten ihre Pferde mit den verbotenen Substanzen Phenylbutazon und Oxyphenbutazon behandelt. Die Entzündungshemmer stehen auf der Verbotsliste der FEI.

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