Pferdesport – News vom 07. Juni 2012 mit Dressur, Springen, Totilas und Distanzreiten

 

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Nathalie zu Sayn-Wittgenstein-Berleburg:

Dressur-Meisterin in Dänemark

Prinzessin Nathalie zu Sayn-Wittgenstein-Berleburg ist am vergangenen Wochenende dänische Dressur-Meisterin geworden. Trotz harter Konkurrenz setzte sie sich beim Dressurturnier in Broholm durch. Den Grand Prix gewann sie mit 75,79 %, den Grand-Prix-Special mit 78,36 % und in der Kür erreichte sie 83,00 % Punkte. Das reichte für den Sieg mit ihrem Pferd Digby und wahrscheinlich auch für eine Teilnahme an den Olympischen Spielen.

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Deutsche Meisterschaft Distanzreiten:

Königssohn kommt mit Hubschrauber

Während sich u. a. Distanzreiterin Regina Winiarski über ihren Sieg bei die der deutschen Meisterschaft in Luhmühlen freute, hatten andere Teilnehmer auch andere Herausforderungen zu bewältigen. Der Königssohn aus Bahrein Nasser bin Hamad al Khalifa nahm an den offenen deutschen Meisterschaften teil und kam per Helikopter zum Turnierplatz, während ein Großteil der deutschen Sportler die Pferde selbst fuhr. Es kam aber noch besser: Das Team aus dem Wüstenstaat nennt sich „Royal Endurance Team“ und hatte gleich noch einen eigenen Fernsehsender mitgebracht , um die Leistungen des Königssohnes, seines Teams und der neun Pferde  gebührend festzuhalten. Distanzreiten ist in den arabischen Ländern eine wichtige Sportart und regelmäßig sind Reiter aus diesen Ländern vorne mit dabei.

Der Königssohn selbst hatte allerdings mit seinem Pferd Hondo am letzten Wochenende weniger Glück. Beim Hundertmeiler "Globetrotter Luhmühlen Challenge" (CEI***) war der Scheich ganz vorne dabei, bis nach etwa einhundert Kilometern das Rennen durch die Tierärzte beendet wurde. Damit teilte er das Schicksal von zwei Dritteln der 38 Starter. Es siegte sein Landsmann Salman Isa S. A. Al Radhi, der mit Olympic Larsac einenSchnitt von 17,713 km/h hinlegte (9:08:45 Std.). Der Königssohn indes beobachtete den weiteren Turnierverlauf von seinem gigantischen Zelt aus.

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Damon Hill:

Preis für Besamung vervierfacht

Westfalen-Hengst Damon Hill macht nicht nur im Viereck auf sich aufmerksam. Nach Angaben des Besitzers von Damon Hill – Christian Becks aus Ottmarsbocholt – geht der Donnerhall-Sohn alle zwei Tage zur Besamungsstation und macht dort bis zu zehn Sprünge auf’s Phantom an einem Vormittag. Am Anfang seiner Karriere kostete der Samen des Hengstes noch schlappe 500 Euro; heute liegt der Preis bei 2.000 Euro. Das ist das Ergebnis einer weltweit rasant gestiegenen Nachfrage.

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Reitturnier Stendal:

Doppelsieg für Rossau

Beim Reit- und Springturnier in Stendal am letzten Wochenendegab es einen Doppelsieg. Im Hauptspringen des Turniers am Sonntag - einer Prüfung der Klasse M** mit Siegerrunde – belegte Steffen Rossau vom RFV Flessau den ersten und auch den zweiten Platz. Sein Siegerpferd war Leandra A (v. Levisto). Für die Silberne Schleife war er mit Carpina (v. Convoi) unterwegs.

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Ehrende Erinnerung:

Josef Neckermann wird 100

Der deutsche Versandhauskönig der Wirtschaftswunder-Ära und Dressurreiter für Deutschland Josef Neckermann wäre am 05. Juni 100 Jahre alt geworden. Der erfolgreiche Geschäftsmann war fleißiger Medaillenlieferant bei Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen. Obwohl dem Reitsport schon immer verbunden (erster Sieg mit 14 Jahren im Springen), wird er dort erst in den 60-er Jahren international erfolgreich. Bis zu seinem Karriereende 1981 wurde er mehrfach Deutscher Meister, Europameister, Weltmeister und Olympiasieger. Nach Gründung der Deutschen Sporthilfe war er ihr erster und langjähriger Vorsitzender. Sein Markenzeichen war seine stets tadellose Haltung; im Sattel und auch zu Fuß.

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Bundestrainer Dressur:

"Totilas ist auch nur ein Pferd"

In einem Interview mit RP ONLINE äußerte sich Dressur-Bundestrainer Jonny Hilberath zum Hengst Totilas und zu den Chancen der deutschen Mannschaft bei Olympia in London. Den Hengst Totilas hält er „auch nur für ein Pferd“, wie er gegenüber RP ONLINE zugibt und relativiert damit die öffentliche Erwartungshaltung. Deutschland zählt er zu den Medaillenfavoriten in der Mannschaftswertung zusammen mit den Niederlanden und Großbritannien. Er räumt allerdings auch Dänemark eine Chance ein. In der Einzelwertung hält er die Entscheidungen für völlig offen. Ob Isabell Werth mit dem verletzten Don Johnson (Prellung am Fesselgelenk) in London dabei sein kann, ließ Hilberath ebenfalls offen.

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