Pferdesport – News vom 02. Jumi 2012 mit Springreiten, Dressur, Nationenpreis, Pferdesteuer und Pferdezucht

 

+++

Totilas und Rath in Balve: Aussichtsloser Kampf?

Nach dem grandiosen Sieg im Grand Prix mit 83,234 %, an den so richtig niemand vorher glauben wollte,  und den nur knapp geschlagenen  Damen bleiben vier Frauen die ärgsten Konkurrenten von Rath und Totilas. Das sind Isabell Werth, Helen Langehanenberg, Anabel Balkenhol und Kristina Sprehe. Im Grand Prix waren sich die Richter über den Sieg von Rath auch nicht einig. Einige sahen auch Langehanenberg oder Sprehe ganz vorn. Trotzdem stehen Rath und sein Team weiterhin auch aus anderer Sicht unter ständiger Beobachtung: Es geht noch immer um Vorwürfe, dass der Hengst per Rollkur oder Hyperflexion auf schmerzhafte Weise zum Gehorsam gebracht wird. Als Olympiakandidat stecken Verband und andere Beobachter in einer Art Dilemma: Sollen die Trainingsmethoden von Rath und seinen Trainern untersagt werden? Und steht dann womöglich eine olympische Medaille auf dem Spiel? Die Totilas-Story bleibt spannend und der Hengst ein Spielball zwischen Geschäftsinteressen und Tierschutz.

+++

Nationenpreis St. Gallen: Keine Medaille für Deutschland

Eine Art Olympia-Probelauf war der Nationenpreis in St. Gallen schon. Obwohl man nicht davon ausgehen kann, dass dort alle Reiter alles mit ihren Pferden gegeben haben. Ein Test war es allemal. Noch vor dem letzten Umlauf lag das deutsche Team in Führung. Das Team von Bundestrainer Otto Becker mit Christian Ahlmann (Marl) auf Codex One, Rene Tebbel (Emsbüren) auf Light on, Meredith Michaels-Beerbaum (Thedinghausen) auf Bella Donna sowie Marcus Ehning (Borken) auf Plot Blue war am Ende auf dem vierten Platz mit neun Fehlerpunkten zu finden. Es siegte das Team aus den Niederlanden mit sieben Minuszählern vor der Schweizund Großbritannien, die mit acht Punkten gemeinsam den zweiten Platz belegten.

St. Gallen war die dritte Station von acht im Rahmen des FEI-Nations-Cups.

+++

Deutsche Meisterschaften in Balve: Eva Bitter auf Platz eins

Die deutsche Springreiterin Eva Bitter aus Bad Essen gewann in Balve die erste Wertungsprüfung der Frauen. Sie war mit dem 10-jährigen Hengst Perigueux auf dem Platz und hatte die schnellste fehlerfreie Runde. Die Lebensgefährtin von Marco Kutscher kann mit einem Sieg heute ihren bereits fünften Titel holen.

+++

Pferdesteuer in Brandenburg: Protest regt sich – Optionen sind vielfältig

Gegenüber der Märkischen Oderzeitung haben sich Hof- und Pferdebesitzer aus der Gegend um Frankfurt/Oder zur Pferdesteuer geäußert und den Weg zum Schlachter angekündigt. Auch der Weg des Einstellens im Nachbarland Polen könnte eine Option sein, ließ Springreiter Volker Paschke aus Hohenwalde verlauten. Im Internet kann man in verschiedenen sozialen Netzwerken Tipps zum Protest und praktische Hinweise zum Umgehen der Steuer erhalten. Die Deutsche Reiterliche Vereinigung hat zu diesem Zweck eine Art Krisenstab eingerichtet, wo alle Informationen gebündelt und weitere rechtliche Schritte beschlossen werden.

Unterdes hat der Bürgermeister von Schöneiche Heinrich Jüttner (parteilos) abgewunken. Er hält eine Pferdesteuer nicht für sinnvoll, obwohl durch diese beider geschätzten Anzahl von etwa 100 Pferden in der Gemeinde mehr Steuern eingenommen werden würden, als mit der Hundesteuer. Jüttner hält den Verwaltungsaufwand für die Pferdesteuer für nicht vertretbar. Auch nebenan aus Erkner sind ähnliche Töne seitens der Stadtverwaltung zu hören.

+++

Dressur-Kandidatin für Olympia aus Österreich: Sieg im Heim-Grand Prix

Die österreichische  Dressur-Reiterin Victoria Max-Theurer siegte beim Heim-Grand Prix in Kremstal (Oberösterreich) im Schloss Achleiten auf Augustin mit 78,269 %. Der Sieg im CDI*** bestätigte die gute Form der 26-jährigen vor London.

+++

Bayern: Landgestüt in Schwaiganger bangt um Existenz

Im Haupt- und Landgestüt Schwaiganger in Bayern gibt es Zukunftssorgen. Abnehmende Zahlen aus der bayerischen Pferdezucht sorgen für Verstimmung und Zukunftsängste. Zu groß ist die Konkurrenz aus Holstein, Hannover und Oldenburg. Neue Hoffnung schöpft Gestütsleiter Eberhard Senckenberg mit seinem neuen Vererber Candyman, wie merkur-online.de berichtet. Die Zahl der Besamungen im Gestüt hat in den letzten fünfzehn Jahren um zwei Drittel abgenommen und liegt derzeit bei etwa 500. Das Gestüt muss mit einem Zuschuss von 2,5 Mio. Euro aus dem Landeshaushalt auskommen.

+++