Pferdesport: FN-Tagungen in Celle mit Ehrungen und Auszeichnungen

Goldenes Reiterkreuz für Franz Peter Bockholt und Dr. Dietrich Wagner

Celle (fn-press). Bei den Jahrestagungen der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) ist es gute Tradition, verdiente Persönlichkeiten zu ehren. In diesem Jahr trafen sich die Vertreter aus Sport und Zucht sowie der Persönlichen Mitglieder in Celle, wo ein zum Festempfang umfunktionierter historischer Stalltrakt des Landgestüts den feierlichen Rahmen bot.

Mit dem Deutschen Reiterkreuz in Gold wurde Franz Peter Bockholt ausgezeichnet. Vielen Reitern, Turnierbesuchern und Fernsehzuschauern ist der 70-Jährige vor allem als internationaler Steward auf den großen Springturnieren bekannt. „Mit der ihm eigenen Mischung aus Humor, Tatkraft und Durchsetzungsvermögen sorgt ‚Fränzchen‘für den reibungslosen Ablauf der hochkarätigen Springprüfungen“, sagte FN-Präsident Breido Graf zu Rantzau in seiner Laudatio. Das Engagement Bockholts im Pferdesport geht jedoch viel weiter. Als Springreiter hat er sich mit 17 zum Teil internationalen Siegen und mehr als 230 Platzierungen in Springprüfungen der schwersten Klasse das Goldene Reitabzeichen mehr als verdient. Von 1982 bis 2002 kümmerte er sich als Landesjugendwart ehrenamtlich um die Belange des Hamburger Reitsportnachwuchses. Ehrenamtlich war auch sein Engagement als Landestrainer Springen. Seit zwölf Jahren ist der Landwirt, Pferdespediteur und Inhaber einer Reitanlage in Hamburg-Rehagen Präsident des Landesverbandes Hamburg. Schon 1974 zählte er zu den Gründungsmitgliedern des Reitvereins Rehagen und wurde sogleich zum zweiten Vorsitzenden gewählt. „Ein Amt, das er noch heute - 40 Jahre später - inne hat“, sagte Rantzau. „Vielleicht ist auch das ein typisches Zeichen für das Engagement und die Zuverlässigkeit, die Franz Peter Bockholt als Ehrenamtler an den Tag legt.“

Ebenfalls das Deutsche Reiterkreuz in Gold erhielt Dr. Hans-Dietrich Wagner (82), der heute in Malente-Timmendorf lebt. Der promovierte Jurist kam 1980 zur FN nach Warendorf, um zunächst das damalige Referat Freizeit- und Breitensport, später dann das Justitiariat bis 1997 zu leiten. Nach seiner Pensionierung war er als stellvertretender Vorsitzender der Ersten Kammer der Disziplinarkommission 17 Jahre lang ehrenamtlich für die FN tätig. Für seine Verdienste wurde er bereits mit dem Bronzenen und Silbernen Reiterkreuz ausgezeichnet, in Celle überreichte ihm der FN-Präsident nun auch die höchste Auszeichnung.

Die Graf Landsberg-Medaille in Bronze wurde Jochen Schumacher (55) verliehen. Der Leiter des FS Reitzentrums Reken ist ein in zahlreichen Reitweisen geprüfter Ausbilder und Richter. „Jochen Schumacher ist im wahren Sinne des Wortes ein Allrounder im Pferdesport und setzt in Reken die Arbeit seines großen Vorbilds Ursula Bruns fort“, sagte Graf zu Rantzau. Ursula Bruns, gerne auch als Mutter des Freizeitreitsports in Deutschland bezeichnet, erkannte schon in den 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts die Zukunftschancen des Freizeit- und Breitensports zu Pferd. Als ihr Nachfolger hat sich Jochen Schumacher ehrenamtlich in zahlreichen Ausschüssen der FN mit großem Fachwissen eingebracht. In seiner tägliche Arbeit mit Freizeitreitern, meistens Erwachsenen und Späteinsteigern, zeigt er immer wieder, dass die Inhalte der Richtlinien für Reiten und Fahren für den Freizeitreitsport gleichermaßen wichtig sind wie für den Turniersport. „Jochen Schumacher leistet damit einen wertvollen Beitrag zum Zusammenwachsen von Freizeit- und Turniersport in unserem Land“, so der FN-Präsident.

Eine der Auszeichnung blieb in Celle. Mit der Gustav Rau-Medaille in Silber wurde Ministerialrat Dr. Herwig Schertler (65) ausgezeichnet. Der aus in Weilburg in Hessen stammende Agrarwissenschaftler trat 1978 in das Niedersächsische Landwirtschaftsministerium ein, war in dieser Funktion von 1980 bis 1985 für das Niedersächsische Landgestüt in Celle tätig und übernahm 1992 das Referat Tierproduktion, Milch- Vieh- und Fleischwirtschaft. Als Mitglied zahlreicher Zuchtgremien hatte er in den vergangenen Jahren einen nicht unerheblichen Anteil an der positiven Entwicklung der Pferde- und Ponyzucht in Niedersachsen. Darüber hinaus engagiert er sich in zahlreichen Gremien wie etwa der Deutschen Gesellschaft für Züchtungskunde (DGfZ), dem Zuchtausschuss der Vereinigten Informationssysteme Tierhaltung (VIT) oder als Vertreter des Bundesrates im ständigen Tierzuchtausschuss in Brüssel. „Für dieses segensreiche überregionale zum Teil internationale Wirken möchte sich die deutsche Pferdezucht bei Ihnen bedanken“, sagte Graf zu Rantzau. „Nicht von ungefähr führt Niedersachsen in seinem Landeswappen das legendäre Niedersachsenross. Schließlich spielt das Pferd in dieser Region Deutschlands seit vielen Jahrhunderten eine bedeutende Rolle und leistet einen wichtigen Wirtschaftsbeitrag für Niedersachsen.“

Mit der Gustav Rau Medaille in Bronze bedankte sich die Deutsche Reiterliche Vereinigung bei Eckart Ohnweiler (61) aus Reutlingen. Der in Caracas in Venezuela geborene Rechtsanwalt leitet seit 1994 als Vorsitzender die Geschicke des Zuchtverbandes für deutsche Pferde (ZfdP). Dabei konnte er seine eigenen Erfahrungen als erfolgreicher Reiter und Züchter, aber auch seine beruflichen Kompetenzen als Rechtsanwalt mit dem ausgewiesenen Schwerpunkt des Pferderechts nutzbringend für den Verband einbringen können. „In den vergangenen zwei Jahrzehnten hat Eckart Ohnweiler den Verband maßgeblich geprägt und viel zum heutigen Image des ZfdP beigetragen“, sagte Graf zu Rantzau. „Züchterische Offenheit und Liberalität sowie fortschrittliches Denken sind in diesem Zuchtverband nicht nur Lippenbekenntnisse, sondern werden hier tagtäglich gelebt. Die alljährlich auf dem ehemaligen Hauptgestüt Altefeld durchgeführte Bundesschau des ZfdP gehört zu den schönsten und interessantesten aller Zuchtverbände.“