Pferderennen Iffezheim: Danedream kommt zum Saisondebüt

Iffezheim,  4.5.2012 - Die Verbindungen zu Iffezheim sind vielfältig und so ist es quasi folgerichtig, dass die inzwischen vierjährige Superstute Danedream ihre neue Saison auf Deutschlands bekanntester Rennbahn bei Baden-Baden beginnt. Am 20. Mai soll sie im Highlight des Frühjahrs-Meetings, dem Grossen Preis der Badischen Unternehmer, starten. Ein Gruppe II-Rennen über 2.200m mit einem Preisgeld von 70.000 Euro - "Peanuts" im Vergleich zu den Millionen-Rennen in Paris und Tokio, in denen Danedream zuletzt lief.

Dennoch wird es kein Schaulaufen: "Es ist gut, ein bisschen kleiner anzufangen. Beim Saisondebüt auf höchster Ebene zu gewinnen, ist sehr schwer," sagt Heiko Volz, Möbelunternehmer im badischen Achern, der die unscheinbar wirkende Stute vor zwei Jahren mit Vater Helmut Volz für 9.000 Euro auf der Frühjahrs-Auktion in Iffezheim von Züchter Gregor Baum (Gestüt Brümmerhof) kaufte. "So hat sie auch keine besonders lange Anreise aus Köln und ihr Start ist sicher eine gute Werbung für den Galoppsport in Deutschland."

Das weiß auch Baden Racing-Geschäftsführer Dr. Benedict Forndran, der sich "auf das beste Pferd der Welt über die klassische Derbydistanz von 2.400 Meter" freut. In der offiziellen Weltrangliste werden Frankel (England) und Black Caviar (Australien) zwar noch höher als Danedream eingeschätzt, aber beide laufen auf deutlich kürzeren Strecken als die Stute.  Bei 13 Starts hat sie fünf Mal gewonnen, das erste Mal gleich beim Lebensdebüt auf der französischen Provinzbahn Wissembourg im Juni 2010. Im Vorjahr holte Danedream dann zuerst in Mailand das italienische Stutenderby, triumphierte im Grossen Preis von Berlin und im Longines Grosser Preis von Baden, bevor sie mit einem überlegenen Sieg in Rekordzeit im Prix de l'Arc de Triomphe weltweit für Schlagzeilen sorgte. Ihre Gewinnsumme hat inzwischen drei Millionen Euro überschritten.

"Derzeit hat das Gestüt Burg Eberstein quasi zweieinhalb Pferde im Training - das halbe ist Danedream - bei Peter Schiergen in Köln und bei Werner Hefter in Iffezheim", sagt Volz, dessen Vater schon mehr als drei Jahrzehnte Rennpferde besitzt. Denn vor dem Start im wichtigsten Galopprennen der Welt in Paris hatte die Familie Volz 50 Prozent von Danedream an Teruya Yoshida verkauft, der in Japan ein wahres Vollblutimperium unterhält. Und dorthin soll sie nach Beendigung ihrer Rennkarriere am Ende des Jahres in die Zucht wechseln.

Mit Trainer Schiergen bespricht Volz die nächsten Schritte: "Genaue Pläne haben wir noch keine. Die King George & Queen Elizabeth Stakes in Ascot im Juli wären ein Ziel, die Titelverteidigung im Grossen Preis von Baden und dann natürlich in Paris weitere Ziele. Sie ist ein Pferd, das jedes Pferd schlagen kann. Nach Baden-Baden soll sie, wenn es ihr gut geht, ruhig alle vier bis fünf Wochen laufen. Diesen Rhythmus kann sie, das hat sie bewiesen."

Beweisen muss die Stute, die kürzlich mit überwältigender Mehrheit zum "Galopper des Jahres 2011" gewählt wurde, tatsächlich nichts mehr. "Für meinen Vater war der Gewinn des Grossen Preis von Baden die Erfüllung eines Traumes und für mich der Sieg in Paris", sagt Volz. "Der Medienrummel nach Paris war unglaublich. Das ist eigentlich nicht so meine Sache, aber wir haben es gemacht, weil es gut für den Galoppsport ist."

Foto von Baden Racing: Jubel bei Jockey Andrasch Starke und Trainer Peter Schiergen nach dem Triumph im Longines Grosser Preis von Baden