Noch mehr Ergebnisse vom Samstag Pfingstturnier Wiesbaden 2016

Grand Prix-Siegerin Fabienne Lütkemeier mit Qui Vincit Dynamis (Foto: WRFC/Lafrentz)

Pius Schwizer und Leonard de la Ferme gewinnen den Lotto Hessen-Preis (Foto: WRFC/Lafrentz)

Schneller Sport mit Köpfchen im Lotto Hessen-Preis

„Es ist wunderschön in Wiesbaden, viele Leute, viel Platz und ich mag diese große Rasenarena“, erklärte und lächelte ein entspanntes Siegerlächeln. „Und außerdem bin ich froh, dass ich hier bin. Bei uns in der Schweiz regnet es.“

Pius Schwizer sicherte sich den Lotto Hessen-Preis, eine internationale 1,50-Meter-Springprüfung nach Strafpunkten und Zeit, im Sattel des zehnjährigen Landjuweel-Sohns Leonard de la Ferme. „Leonard ist ein sehr gutes Pferd, er hat eine Riesengaloppade, ist 1,82-Meter groß und hat unheimliches Vermögen.“ Schwizer hält große Stücke auf seinen Lotto Hessen-Preis-Sieger, nur eins kann er nicht: „Er kann nicht still stehen. Deshalb nehme ich ihn nie für Siegerehrungen, das hasst er wie die Pest.“ Schwizer und ‚Leo’ kennen sich schon sieben Jahre. Dreijährig wurde der in der Schweiz gezogene Wallach im Stall des Schweizer Springprofis angeritten, sechsjährig verkauft. Seit einem Jahr hat Schwizer ihn wieder unter dem Sattel. Fehlerfrei in 67,55 Sekunden ließ das Paar der Konkurrenz keine Chance. Platz zwei ging an Michael Hughes aus den USA mit dem zehnjährigen Cornet Obolensky-Sohn Cornetto. Damit hatte nicht jeder gerechnet: „Über den Zweitplatzierten war ich etwas verblüfft“, gab der Verantwortliche der Wiesbadener Springwettbewerbe, Michael Krieger, zu. „Ich habe ihn noch nicht so oft so schnell reiten sehen.“ Insgesamt hatte Krieger wie die Zuschauer viel Spaß am Lotto Hessen-Preis: „Es wurde sehr schnell, aber nicht kopflos, sondern gut geritten. Das war eine richtig tolle Prüfung.“ Dritter in dieser Prüfung wurde ein deutscher Springreiter, der durchaus schon für seine Geschwindigkeit bekannt ist: Felix Haßmann mit Cayenne.

‚Schäfchen-Sieg’ im Welfenhof-Preis

Im Welfenhof-Preis, dem internationalen 1,45-Meter-Eröffnungsspringen, siegte Hans-Dieter Dreher mit Zukunftshoffnung Theodores Manciais. Dreher sitzt er seit knapp einem halben Jahr im Sattel des neunjährigen Franzosen und ist überzeugt: „Das wird ein Pferd für schwere Aufgaben.“ Er habe heute mit ihm eine flüssige Runde gedreht, die ihn nicht viel Kraft gekostet habe. Auch am Sonntag, in der Qualifikation für die DKB-Riders Tour-Wertungsprüfung, werde er mit Theodore Manciais an den Start gehen. „Dieses Pferd hat einen super Charakter, viel Vermögen und ist brav wie ein Schäfchen.“ Das ‚Schäfchen’ und sein Reiter fühlen sich in Wiesbaden ausgesprochen wohl: „Wiesbaden ist tatsächlich eins meiner Lieblingsturniere“, betont Dreher. „Der Park mit dem riesigen Rasenplatz – da kann man herrlich frisch vorwärts galoppieren.“

Fehlerfrei in 63,70 Sekunden – damit war der 44-jährige zweifache Weltcup-Finalist fast zwei Sekunden schneller als Pius Schwizer (Schweiz) im Sattel von Balou Rubin auf Platz zwei. Dritter wurde der, der aufgrund seiner nahezu unheimlichen Erfolgsserie in Kollegenkreisen schon als ‚Alien’ bezeichnet wird: Michael Jung. Mit FischerDaily Impressed sorgte er in 67,26 Sekunden für die drittschnellste fehlerfreie Vorstellung. Nach seiner olympischen Testrunde mit Fischertakinou in der Dreisterne-Vielseitigkeit hatte Jung außerdem an diesem Pfingstturniersamstag das Youngster-Springen, den Preis der Kunsmann + Gemmerich Part GmbH, mit dem siebenjährigen Daniels Jack gewonnen.

Den Sieg im internationalen 1,40-Meter-Eröffnungsspringen, dem Preis der  Obermayr Europa-Schule, sicherte sich in Hessens Landeshauptstadt eine junge Dame – aus Hessen: Angelina Herröder. Mit Panthere de Bacon siegte die 21-jährige Büttelbornerin vor Felix Haßmann auf Brazonado.

Titelträger vorne in Wiesbadens Dressur

Im Dressurviereck stand am heutigen Samstag die erste Prüfung der Fünf-Sterne-Dressurtour, der World Dressage Masters, auf dem Programm. Im Preis der Liselott und Klaus Rheinberger-Stiftung, dem Grand Prix der Kür-Tour, siegte Mannschaftsweltmeisterin Fabienne Lütkemeier im Sattel ihres 17-jährigen Oldenburgers Qui Vincit Dynamis mit 70,940 Prozent vor Sönke Rothenberger mit Favourit, ebenfalls 17-jährig, und 70,90 Prozent. Favourit kennt die Wiesbadener Flutlicht-Kür schon, im vergangenen Jahr wurde das Paar Zweiter. „Das war eins meiner schönsten Erlebnisse!“, schwärmt Rothenberger. „Ich bin gespannt, was Quinci zu der Flutlicht-Atmosphäre hier sagt“, schmunzelt Lütkemeier. Quinci wird am Sonntagabend Premiere bei Wiesbadens Flutlichtkür feiern. „Er war heute beim Abreiten schon sehr fröhlich, aber ich baue auf seine Weisheit.“

Bei den Dressur-Junioren gab es in den Preisen der Liselott und Klaus Rheinberger-Stiftung kein Vorbeikommen an Semmieke Rothenberger. Der jüngste Spross der Rothenberger-Familie dominierte beide Wertungsprüfungen mit ihrer 14-jährigen Gribaldi-Tochter Geisha. Ihr Ergebnis in der ersten Prüfung: 74,568 Prozent. In der zweiten Wertungsprüfung: 75,395 Prozent. Die Europameister des vergangenen Jahres waren auch im Schlosspark in Topform. Nur eine kam der Doppelsiegerin gefährlich nahe und das war sie selbst im Sattel von Dissertation. Der neunjährige Hannoveraner kam in Prüfung eins auf Platz zwei mit 74,081 Prozent. Keine Frage: nach sieben Goldmedaillen im Lager der Ponyreiter und Gold und zweimal Silber in ihrem ersten Junioren-EM-Jahr 2015 hat sich die 16-Jährige auch in diesem Jahr viel vorgenommen.

An diesem Samstag des PfingstTurniers standen so viele Dressurprüfungen wie noch nie auf dem Programm, fünf an der Zahl. Der Grund lag an dem Starkregen des Vortags, zwei Prüfungen waren von Freitag auf Samstag verschoben worden. „Das war die beste Entscheidung“, freute sich Isabelle Kettner, in Wiesbaden für die Dressurwettbewerbe verantwortlich. „So haben wir die Pferde und den Boden geschont und heute lief alles prima.“ Fabienne Lütkemeier beurteilte den Boden im Dressurviereck mit zwei Worten: „Tip top!“

Noch mehr Ergebnisse vom Samstag Dressur und Springen Pfingstturnier Wiesbaden 2016:

08 Int. Springprüfung nach Strafpunkten und Zeit

(1.50 m) CSI4* - FEI Art. 238.2.1, Lotto Hessen-Preis:

1. Pius Schwizer (Schweiz), Leonard de la Ferme CH, 0.00/67.55;

2. Michael Hughes (USA), Cornetto 36, 0.00/68.18;

3. Felix Haßmann (Lienen), Cayenne WZ, 0.00/68.92;

4. Lisa Nooren (Niederlande), VDL Groep Flying Saucer, 0.00/69.91;

5. Marco Kutscher (Bad Essen), Inliner, 0.00/70.18;

6. Niklaus Rutschi (Schweiz), Rana des Hayettes, 0.00/72.67;

07 Int. Springprüfung nach Strafpunkten und Zeit

(1.45 m) CSI4* - FEI Art. 238.2.1, Welfenhofpreis:

1. Hans-Dieter Dreher (Eimeldingen), Theodore Manciais, 0.00/63.70;

2. Pius Schwizer (Schweiz), Balou Rubin R, 0.00/65.83;

3. Michael Jung (Horb), fischerDaily Impressed, 0.00/67.26;

4. Markus Renzel (er-Erckenschwick), Quick Step 53, 0.00/67.75;

5. Marc Bettinger (Wolvertem), Ravisante de Pleville, 0.00/67.94;

6. Maximilian Schmid (Utting), Coco Chanel 145, 0.00/68.22;

01 Int. Dressurprüfung - Grand Prix de Dressage CDI5*

Qualifikation für die Grand Prix Kür,

WORLD DRESSAGE MASTERS

Preis der Liselott und Klaus Rheinberger-Stiftung:

1. Fabienne Lütkemeier (Paderborn), Qui Vincit Dynamis, 70.940%;

2. Sönke Rothenberger (Bad Homburg), Favourit, 70.900%;

3. Juliane Brunkhorst (Hamburg), Fürstano, 69.700%;

4. Thomas Wagner (Bad Homburg), Amoricello, 68.880%;

5. Valentina Truppa (Italien), Fixdesign Chablis, 68.500%;

6. Victoria Michalke (München), Dance on OLD, 68.380%;

29 Nat. Dressurprüfung Kl. M** - Junioren

2. Wertungsprüfung,

Preis der Liselott und Klaus Rheinberger-Stiftung:

1. Semmieke Rothenberger (Bad Homburg), Geisha 194, 75.395%;

2. Rebecca Horstmann (Ganderkesee), Friend of mine 2, 71.368%;

3. Maike Mende (Nordwalde), Rothschild 18, 70.842%;

4. Liselott Marie Linsenhoff (Kronberg), Danönchen OLD, 70.237%;

5. Alexa Westendarp (Wallenhorst), Der Prinz 4, 69.237%;

6. Bettina Nuscheler (Altenstadt), Fascinate, 68.842%