Neues aus der APO 2014: Gütesiegel für „Gnadenhöfe“

Warendorf (fn-press). Die wichtigste Neuerung der kommenden Ausbildungs-Prüfungs-Ordnung der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) ist sicherlich das komplett überarbeitete Abzeichensystem. Doch die APO 2014 birgt noch mehr Neues, wie zum Beispiel zertifizierte Pensionspferdebetriebe für Gnadenbrotpferde oder die Reitschule Islandpferde.

Jahrelang war unser Pferd bester Freund, Sportpartner und Teil unserer Freizeit. Jetzt ist es in die Jahre gekommen und natürlich wünscht man ihm einen schönen Lebensabend, mit täglichen Auslauf im Kreise seiner Artgenossen. Doch wo findet man den passenden Altersruhesitz für sein Pferd? Mit der neuen APO 2014 gibt es weitere Kennzeichnung: den FN-geprüften Pensionspferdebetrieb Gnadenbrotpferde. Die Grundvoraussetzung für eine Kennzeichnung entspricht der eines Pensionspferdebetriebs. Zusätzlich muss der Betreiber einen erweiterten Sachkundenachweis vorlegen, der ihm Kenntnisse in der Haltung und den speziellen Bedürfnissen alter Pferde attestiert. Zudem muss der Betrieb neben einem ganzjährigen Auslauf auch über ausreichend Flächen für regelmäßigen Weidegang verfügen. Und nicht zuletzt ist für eine Kennzeichnung eine Mindestzahl von fünf „Oldies“ erforderlich, die eine separate Gruppe bilden.

Ganz neu in der APO 2014 ist auch die Reitschule Islandpferde. Neben einer Reithalle mit den Maßen von mindestens 15 mal 30 Metern oder einem Reitplatz sowie einer Ovalbahn mit zirka 150 Metern Umfang, muss diese eine Möglichkeit zur Ausbildung im Gelände bieten, außerdem ausreichend Unterrichtsmaterial, wie es für den Ablauf einer Islandpferde-Reitabzeichenprüfung notwendig ist. Eine Reitschule Islandpferde hat mindestens einen Ausbilder mit der Qualifikation TrainerC Islandpferdereiten oder Pferdewirt – Fachrichtung Spezialreitweisen – und vier Islandpferde, die dauerhaft zu Lehrzwecken eingesetzt werden.

Waren für eine Reitschule°°° bislang mindestens vier Lehrpferde pro Disziplin auf dem Niveau des Reitabzeichens 2 (bisher DRA Kl. II/„Silber“) vorgeschrieben, sieht die APO 2014 eine Erleichterung vor. Ab kommenden Jahr sind es nur jeweils zwei Dressur- und zwei Springpferde auf L-Niveau, die mindestens für Lehrzwecke vorhanden sein müssen.

Schließlich gilt für alle Reitschulen ab 2014, dass ihre Ausbilder eine gültige Trainerlizenz besitzen müssen. Dadurch wird die regelmäßige Teilnahme an Fortbildungen dokumentiert. Entsprechende Lehrgänge und Seminarmaßnahmen werden u.a. von der FN, PM oder Landesverbänden angeboten, die Trainerlizenz vom Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) oder in Bayern vom Bayerischen Landes-Sportverband (BLSV) ausgestellt. Für Berufsreiter stellt deren Bundesvereinigung entsprechende Nachweise aus. „Für einen qualifizierten Unterricht reicht der einmal erworbene Trainerschein nicht aus. Bislang war die Weiterbildung nur empfohlen. Mit der APO 2014 sind Ausbilder dazu verpflichtet, wenn sie die Kennzeichnung ihres Betriebes erhalten wollen“, sagt Thies Kaspareit, Leiter der FN-Abteilung und Wissenschaft.

Der FN gekennzeichnete Hufbeschlag-Fachbetrieb wurde mangels Nachfrage aus der APO gestrichen. Für bereits zertifizierte Betriebe gilt bis zum Ende der Laufzeit Bestandsschutz.     Hb