Nachwuchs der Springreiter: Rückblick 2013 und Sichtungsweg 2014

Nürnberg (fn-press). Das Jahr 2013 war eines der erfolgreichsten für die Ponyspringreiter. Das ist allerdings kein Grund, sich auf den Lorbeeren auszuruhen, wie Bundestrainer Peter Teeuwen in seinem Jahresrückblick beim Bundesjugendausschuss in Nürnberg deutlich machte.

Zusammen mit seinen Kollegen Eberhard Seemann (Children) und dem frisch gebackenen Bundestrainer der Junioren und Jungen Reiter, Markus Merschformann, zog er ein Fazit der zurückliegenden Saison und stellte den Sichtungsweg für 2014 vor.

Peter Teeuwen hatte in diesem Jahr gut lachen. Neben Team-Gold bei den Europameisterschaften gewannen seine Reiter auch das Nationenpreis-Finale. Dennoch ist seine Freude nicht ganz ungetrübt. Nach wie vor sei es schwierig, gute Ponys zu finden, so der Ponybundestrainer: „Wir haben gut springende Ponys, die leicht zu reiten sind. Aber letztendlich ist es schwierig, fünf Reiter-Pony-Paare zu finden, die den Anforderungen einer EM gewachsen sind.“. Auch müsse die Ausbildung der Ponys hinterfragt werden. „Andere Länder bieten bei internationalen Ponyturnieren auch Jungpony-Prüfungen an“, berichtete Teeuwen. In Deutschland ist jetzt für das kommende Jahr ein Prüfungsangebot für sechs- und siebenjährige Springponys bei den DKB-Bundeschampionaten 2014 geplant. „So ein Angebot macht es für gute Ponyreiter einfach noch attraktiver, ein junges Pony mitzunehmen und dann auch entsprechend ausbilden“, so Teeuwen. Mit Sorge beobachtet der Bundestrainer zudem einen Rückgang an reinen Ponyspringprüfungen im Lande. Die Verteilung ist dabei allerdings regional sehr unterschiedlich: von rund 168 Prüfungen im Jahr 2013 in Westfalen (2005: 151) über 50 Prüfungen (2005: 138) in Hannover bis hin zu 16 Prüfung (2005: 73) in Baden-Württemberg. „Es wäre schön, wenn sich diese Situation verbessern würde“, sagte Teeuwen.

Der Sichtungsweg zu den Pony-Europameisterschaften 2014 führt traditionell über den Preis der Besten (23. bis 25. Mai) und das internationale Jugendreiterfestival in Hagen a.T.W.. Außerdem bei der Sichtung berücksichtigt werden die Nationenpreisturniere in Fontainebleau/FRA (18. bis 20. April) und Wierden/NED (4. bis 7. Juni) inklusive aller Eindrücke bis zum dem Nominierungszeitpunkt. Die Pony-Europameisterschaften finden vom 14. bis 20. Juli in Millstreet in Irland statt.

Fünf Jahre nach den ersten Children-Europameisterschaften mit deutscher Beteiligung hat sich die Altersklasse der 12- bis 14-jährige Springreiter inzwischen fest etabliert. Insbesondere auf internationaler Ebene gibt es ein gutes Prüfungsangebot für diese Altersklasse. „Insgesamt konnten 2013 sechs Nationenpreise beschickt werden. Dabei kamen möglichst viele unterschiedliche Paare zum Einsatz, damit sie Erfahrungen auf internationalem Parkett sammeln und sich beweisen konnten“, berichtete Eberhard Seemann. Die Zeitspanne für eine Kadermitgliedschaft ist allerdings sehr kurz. Als erfreulich bezeichnete der Bundestrainer daher die Tatsache, dass im Finale der Deutschen Jugendmeisterschaften in München neun Reiter am Start waren, die auch 2014 noch in dieser Altersklasse startberechtigt sind. Darüber zählen vier Mitglieder des aktuellen C-Kaders im nächsten Jahr noch zu den Children. Seemann machte allerdings deutlich, dass die Medaillen auch in dieser Altersklasse immer mehr schwieriger zu erreichen sind. „Die deutschen Spitzenreiter dieser Altersklasse zeichnen sich besonders durch gutes und feines Reiten aus, es darf jedoch nicht vergessen werden, dass sich die anderen Nationen durch gute Ausbilder und hervorragendes Pferdematerial auf der Überholspur befinden beziehungsweise uns bereits überholt haben“, sagte Seemann. So fehle es nicht nur an geeigneten Pferden. Bei den aktuellen Kadersichtungslehrgängen für 2014 sei er immer wieder auf Defizite in der Grundausbildung und den Sitzgrundlagen gestoßen, stellte Seemann fest und kündigte an: „Seit diesem Jahr ist daher ein Dressurtag mit Aufgabenreiten in die Lehrgänge eingebunden. Darüber hinaus wird in einer Theoriestunde unter anderem eine Dressurlektion erarbeitet, um ein besseres Verständnis für die Dressurausbildung bei den Reitern zu schaffen.“

Noch keinen Rückblick konnte er neue Bundestrainer der Junioren und Jungen Reiter geben, Markus Merschformann kündigte allerdings an, dass nach der offensichtlich guten Resonanz auf die externen Lehrgänge in Kreuth und Luhmühlen auch 2014 stattfinden sollen. Beide finden unter Einbindung der Heim- und Landestrainer in Kreuth statt und sollen dazu beitragen, die Kommunikation zwischen Heim-, Landes- und Bundestrainern zu verbessern.

Der Sichtungsweg zu den EM der Children, Junioren und Jungen Reiter 2014 führt sowohl für alle drei Altersklassen über den Preis der Besten und das internationale Jugendreiterfestival „Future Champions“ in Hagen a.T.W.. Darüber hinaus zählen die Eindrücke von weiteren (internationalen) Turnieren. Die Europameisterschaften finden vom 21. bis 27. Juli in Arezzo in Italien statt.

Die wichtigste Neuerung betrifft den Termin der Kaderaktualisierung. Noch in diesem Jahr wird sowohl bei den Children als auch bei den Junioren und Jungen Reitern erstmals eine Kaderberufung im Anschluss an das Aachener Salut-Festival im Dezember erfolgen. „Somit ist direkt ab Jahresbeginn die Arbeit mit den Kadermitgliedern möglich, die Zusammenarbeit kann über einen längeren Zeitraum kontinuierlich erfolgen und außerdem stellt die Kaderzugehörigkeit eine Motivation für die Reiter dar“, erklärte Seemann. Die Bundestrainer und die AG Nachwuchs des Springausschusses des Deutschen Olympiade-Komitees für Reiterei (DOKR) versprechen sich davon eine noch intensivere und gewissenhaftere Vorbereitung der Reiter auf die Saison. Darüber hinaus wird die Kaderaktualisierung nach dem „Preis der Besten“ beibehalten, weitere Nachberufungen, aber auch Streichungen nach entsprechenden Eindrücken von weiteren Turnieren sind möglich.

Neu ist im kommenden Jahr außerdem, dass ab 2014 Children und Junioren bei den Deutschen Jugendmeisterschaften auch Pferde einsetzen dürfen, die im laufenden Jahr unter einem Reiter/Senior an einem Nationen- und/oder Großen Preis eines CSIO teilgenommen haben. Der Passus, der dies bislang ausgeschlossen hat, wird aus der Ausschreibung gestrichen.             Hb