Nachlese CHIO Aachen 2015: „Wer nicht hier war, hat etwas verpasst.“

Irgendwie war es dann doch wie immer. Das Stadion voll, die Stimmung fantastisch und beim Abschied der Nationen wurden die weißen Taschentücher geschwenkt. Was beim Weltfest des Pferdesports Aachen 2015 dann doch ein kleines bisschen anders war, davon erzählt der Turnierleiter und Vorstandsvorsitzende des ausrichtenden Aachen-Laurensberger Rennvereins e.V., Frank Kemperman, im Interview.

Frage: Drei Tage Weltfest des Pferdesports statt 10 Tage CHIO Aachen – wie war`s?

Frank Kemperman: Ganz klar: Wer nicht hier war, hat etwas verpasst. Was für ein grandioses Finale gestern vor nahezu ausverkauftem Haus, was für eine Stimmung, so eine Atmosphäre kann nur dieses grandiose Aachener Publikum schaffen. Ich kann nur den Sieger im gestrigen Rolex Grand Prix, Scott Brash zitieren: „Aus tiefstem Herzen – Ihr seid das beste Publikum der Welt.“ Ein großes Dankeschön an die Besucher, sie haben auch aus diesem verkürzten Format wieder etwas Außergewöhnliches gemacht.

Frage: Wieviele waren denn hier?

Kemperman: Wir haben 86.500 Zuschauer auf der Anlage gehabt, das ist ein prima Ergebnis. Am Freitag hätten es bei freiem Eintritt auch ein paar mehr sein dürfen – trotz des nasskalten Wetters. Aber am Samstag war unsere Anlage zu 76 Prozent ausgelastet, am Sonntag waren es sogar 90 Prozent. Das Hauptstadion war beim Rolex Grand Prix nahezu ausverkauft, die Stimmung der Besucher war prächtig. Und ganz wichtig: Rund 30 Prozent der Besucher waren zum ersten Mal hier.

Frage: Das dürfte auch an dem außergewöhnlichen Konzept gelegen haben…

Kemperman: Die Idee, den Spitzensport auf Spitzenköche treffen zu lassen, ist super angekommen. Die Menschen waren begeistert. Ich glaube, Johann Lafer hat mehr Zeit damit verbracht Autogramme zu schreiben und für Fotos zu posieren, als zu kochen. Aber das ist ja auch die Idee gewesen: Spitzenköche zum Anfassen, ich glaube, alle die hier gekocht haben, hatten genausoviel Spaß wie die Besucher.

Frage: Was war denn Ihr persönliches Highlight? Vielleicht die Hummerwurst von Aachens Sternekoch Christof Lang?

Kemperman: Die war klasse. Ich gebe ja zu, dass ich mich durch alle Stände gefuttert habe, und es hat überall ausgezeichnet geschmeckt. Kulinarisch habe ich ein echtes Problem damit, ein Gericht hervorzuheben. Atmosphärisch war es für mich aber der Abschied der Nationen. Wenn wir mit den Taschentüchern winken, dann ist das ein nicht zu beschreibendes Gefühl. Das versteht auch nur, wer dabei ist.

Frage: Normalerweise haben Sie nach dem Winke-Winke ein Jahr Pause…

Kemperman: Was ist schon normal in diesem Jahr? In zehn Wochen beginnt hier mit den FEI Europameisterschaften eine der größten und mit Sicherheit auch stimmungsvollsten Pferdesportveranstaltungen aller Zeiten. Ich freue mich riesig darauf.

Frage: Wie sieht es denn mit den Vorbereitungen aus, was ist noch zu tun?

Kemperman: Wir werden uns nicht langweilen in den kommenden Wochen. In allen Bereichen ist viel zu tun, egal ob Sport, Verwaltung, Protokoll, Medien, Kartenverkauf oder Marketing. Um Ihnen nur einige Beispiele zu nennen: Die Zeltstadt wird ganz anders aussehen, statt jetzt 115 Aussteller werden es bei der EM 220 sein mit rund 250 Zelten. Die Dressur wird bei der EM im Hauptstadion ausgerichtet, das Deutsche Bank Stadion bekommt ein Dach, um hier Reining und Voltigieren organisieren zu können. Dann bauen wir ein Dach über den Sandplatz am Rande des Trainingsplatzes der Springreiter und außerdem haben wir ja die Vielseitigkeitsreiter am Start, auch wenn sie nicht Teil der EM sind.

Frage: Was machen Sie am 24. August?

Kemperman: Mit unserem gesamten Team darauf anstoßen, dass wir Europameisterschaften erlebt haben, die so wunderschön waren, dass wir sie nie vergessen werden.

Foto: Frank Kemperman (Aachen 2015/ Michael Strauch)