Monty Roberts in Neustadt/Dosse: Ein langer Abend

 

Am 03. Mai war der vielleicht berühmteste Pferdeflüsterer der Welt zu Gast in der Lindenau-Halle in Neustadt/Dosse. Es war die einzige Show, die Monty Roberts in diesem Jahr in Deutschland machte. Und man kann es nur als vollen Erfolg bezeichnen. So sahen es zumindest die Organisatoren, aber auch die fast 1.500 Zuschauer in der Halle.

Alles in allem ging das Programm so um die drei Stunden und zum Schluss wurde es ob der späten Zeit recht anstrengend für einige. Das lag aber nicht am Programm, denn der 78-jährige Roberts hat nichts von seiner Ausstrahlung eingebüßt, ist noch immer sehr gut in Schuss und kann nicht nur über andere in bestimmten Situationen Witze machen, sondern vor allem über sich selbst viel lachen. Das macht diesen äußerst sympathischen Mann aus, der am 14. Mai 1935 in Salinas/Kalifornien bereits schon als Sohn eines Pferdetrainers zur Welt kam. Vor seiner Arbeit als Trainer war er u. a. Stunt-Double für Liz Taylor, Rodeoreiter und Pferdezüchter.

Von seiner gewaltfreien Pferdeausbildung ließen sich in Neustadt Pferdefreunde jeglicher Coleur beeindrucken. Die meisten Anwesenden saugten seine Trainingstipps und Vorschläge für den Umgang mit Pferden förmlich auf. Das ist auch kein Wunder, denn Roberts war das letzte Mal vor zwölf Jahren in Neustadt und wenn es bis zum nächsten Mal wieder so lange dauert, ist er so um die 90. Nach heutiger Einschätzung wäre er dann aber noch immer fit genug, um seine Ideen auf amüsante und lehrreiche Weise herüberzubringen.

Zu seinem Team gehören jede Menge nette und kompetente Leute, die sich um Autogramme und den Verkauf von Büchern und seines patentierten Halfters kümmern. In der Zwischenzeit genoss Roberts das Bad in der Menge und war für fast jeden zu sprechen.

 

Wie er selber sagt, hat er manchmal so seine Schwierigkeiten mit deutschen Pferden und auch während der Show lief nicht alles glatt. Das hatte aber auch niemand erwartet, denn Monty Roberts versteht sich eher als Ideenlieferant für Trainingsmethoden und neue Denkweisen. Das gilt vor allem für die therapeutischen Ansätze zur Bekämpfung der Angst bei Pferden, aber auch für rein praktische Belange wie zum Beispiel das Verladen auf Anhänger und Transporter.

Monty Roberts bleibt in seinem Fachgebiet noch immer einer der Vordenker und Wegweiser des gewaltfreien Umgangs mit Pferden und ist – auch durch seine Art – weit von Scharlatanerie und Effekthascherei entfernt. Wann er wieder nach Deutschland kommt, ist noch offen. Auch der Rest Europas muss sich gedulden. Glück hat nur England. Da ist er nach dem Sommer eigentlich immer anzutreffen; bei den königlichen Pferden.

Wer mehr über Monty Roberts erfahren möchte: www.montyroberts.com/de/

Fotos von Angelique Rebentisch – www.photobyangelique.de