MOL meets Namibia Tag 9: Parade Through Town!

Wenn man sich mal ein paar kleine Fakten über die Geschichte der Stadt Swakopmund vor Augen führt, stellt man schnell fest, dass die Gründung der 45.000-Einwohner-Gemeinde gerade mal 122 Jahre zurückliegt. Das ist nicht so viel. Dann kann man sich in diesem Zusammenhang mit reinziehen, dass fast die Hälfte dieser Zeit bereits mit einem jährlichen Reitturnier gesegnet war. Es ist ja bereits die Nummer 57. Und schon viele Jahrzehnte davor waren Pferde entscheidende Helfer beim Aufbau der Infrastruktur. Da waren der Reitsport und später die Reitturniere schon fast eine logische Konsequenz.

Früher fanden diese Turniere auf einem Platz am Ufer des Atlantiks statt. Und genau dort, endete heute die Parade, die am Stall des ReiterVereins Swakopund ihren Anfang nahm. Die mehr als dreißig Reiter mit ihren Pferden kehrten also quasi zu ihren Wurzeln zurück.

 

Am Stall neben dem Turnierplatz begann der Vorbereitungswahnsinn schon in den ganz frühen Morgenstunden. Alles putzte sich und die Pferde heraus. Man hat eben seinen Stolz, wenn man durch die ganze Stadt reitet.

 

An dieser Stelle muss auch mal erwähnt werden, dass sich etliche Pferdebesitzer von ihren Lieblingen getrennt haben, obwohl sie selber gerne geritten wären. Sie überließen ihre Hottchen den Gästen aus Deutschland und die freuten sich umso mehr. Das ist ein Akt der Großzügigkeit, der einmal mehr Beweis für die namibische Gastfreundschaft ist.

 

Und so ging es pünktlich um elf vom Stall aus los Richtung Zentrum am Wasser. An der Tete ritten Silvia Kleyenstüber mit der Standarte des ReiterVerin Swakopmund und daneben auf Wüstenkönig Antje Leonhardt, die ihrem „Wüsti“ eine deutsche Flagge aufgelegt hatte. Begleitet wurde der Tross von gleich drei Polizeifahrzeugen. Die Polizisten kümmerten sich um den Straßenverkehr. Spätestens ab dem Eintreffen am Atlantik und der dortigen Ansprache durch den Bürgermeister war das Verkehrschaos perfekt. Das alles geschah nämlich afrikanisch entspannt auf der Straße statt. Mussten die Autos eben eine halbe Stunde warten.

 

Bürgermeister Juuso Kambueshe begrüßte die Gäste aus Namibia und natürlich auch die aus Deutschland. In einer kleinen Ansprache würdigte er den ReiterVerein und seine Mitglieder. Er freute sich über die deutschen Gäste und hofft nun, dass bald ein namibischer Reiter zu den olympischen Spielen fahren darf. Das sorgte für ein wenig Gelächter unter den Anwesenden. Aber wer weiß, was so eine Zusammenarbeit noch alles hervorbringt.

 

Der ReiterVerein Swakopmund bedankte sich nochmals bei seinen deutschen Gästen. Es gab für jeden ein T-Shirt von der Namibian Equestrian Coastal League – namibische Gastfreundschaft ohne Ende…

 

Nach etwa zwei Stunden kamen alle ordentlich geschafft wieder am Stall an. In der Gluthitze war es kein leichtes Unterfangen, die Konzentration und Ruhe zu behalten. Sehr nett und vor allem erfrischend waren die kleinen Getränke, die es von Heidi Kleyenstüber aus dem Café Anton gab.

 

Den Nachmittag verbrachten einige Damen mit dem Reiten ihrer Pferde. Außerdem ging es noch auf die Go-Kart-Bahn.

Morgen ab acht beginnt der nächste Turniertag wieder mit Springreiten. Alle deutschen Damen sind dabei. Kerstin Grosser gibt ihr Debüt im namibischen Springsattel. Vormittags sind die Take Your Own Line Competitions. Was das sein wird, gibt es dann im Bericht von morgen. Außerdem stehen die Eröffnungsspringen in den Klassen 100, 110, 120 sowie 130 cm an. Nachmittags tragen die Wettbewerbe Namen wie Precision and Speed oder Speed Competition. Es wird also rocken.

Fotos von Jan-Pierre Habicht ©