MOL meets Namibia Tag 7: Schon der letzte Tag in Münchehofe

Der Sonntag begann wieder sehr früh. Nach einer kurzen Nacht mit Reiterparty und wahrscheinlich viel Getuschel im Hotel, welcher Junge denn nun der niedlichste war, hieß es auch am letzten Turniertag für die Namibia-Truppe früh aufstehen. Schon um acht Uhr begann für den Vierkampf-Nachwuchs die E-Dressur.

 

Janiz Zandberg und Perlan vom RSV Waldesruh holten sich eine 6,4 von den Richtern ab. Das war ein guter Start in den Tag. Die Tribüne war reichlich gefüllt in der großen Halle im Reitrevier Münchehofe. Die Eltern der Vierkampf-Kinder waren da. Und die namibischen Reiterinnen mussten ohne diese auskommen.

 

Daniela Kolb hatte Skelt aus dem Reitrevier Münchehofe unter dem Sattel und kam auf eine 6,0.

 

Maxine Mathias war mit Woodstock im Viereck. Die Richter vergaben für ihre Leistung eine 6,1.

 

Kaylee Zandberg und Ardan erhielten von den Richtern ebenfalls eine 6,0.

 

Die beste Leistung in dieser Prüfung aus namibischer Sicht lieferte Svenja Späth ab. Gabi Lyck-Piehl stellte ihr die erfahrene Lawinia an die Seite. Das Paar erhielt nicht nur eine 7,4 von den Juroren, sondern für Platz drei noch einen kleinen Pokal in Form einer Reiterstatue. Der Start in den Tag war geglückt.

 

Zur Mittagszeit stand für die Großen im Vierkampf das Laufen an. Ingrid Kotze und Kira Rohloff mussten sich mit dem starken Landeskader aus Berlin-Brandenburg messen. Ingrid lief ein konstantes Tempo und teilte sich die Kräfte ein. Kira war am Anfang etwas zu schnell unterwegs. Ihr fehlten am Ende die Reserven. Trotzdem kämpfte sie sich bis durch die Ziellinie.

 

Viel Zeit für eine Verschnaufpause hatte das Namibia-Team nicht. Um 13.15 sollte eigentlich in der Halle das E-Stilspringen stattfinden. Die Straffung des Zeitplans auf dem Rasen brachte die günstige Situation hervor, dass der Wettbewerb doch im Freien gestartet werden konnte. Gabi Lyck-Piehl hatte als Dressurtrainerin ihren verdienten Feierabend und Wolfgang Piehl trat für die Springer in Aktion. Alles ging wie immer mit der Parcoursbegehung los.

 

Maxine Mathias setzte sich nach ihrem Ritt auf Woodstock an die Spitze und wurde am Ende mit einer 7,9 Dritte des Starterfeldes.

 

Fast ebenso gut machte es Kaylee Zandberg auf Ardan. Die Richter gaben ihr für diese Vorstellung eine 7,5.

 

Janiz Zandberg ritt mit Perlan zu einer 6,3.

 

Svenja Späth und Quick Boy hatten eine sportliche Form des Umgangs miteinander gefunden. Sie wurden von den Richtern mit einer 7,2 belohnt.

 

Daniela Kolb ging mit Skelt in den Parcours und kam mit einer 6,6 wieder heraus.

 

Aber es war noch nicht ganz vorbei mit den Wettbewerben, denn noch mussten zwei Damen in das A*-Springen. Kira Rohloff und der erst 5jährige Metaxa hatten einen guten Draht zueinander gefunden. 6,7 gab es von den Richtern.

 

Ingrid „Inki“ Kotze und Perlan im A*-Springen. Es war der letzte Auftritt des Temas aus Namibia beim Reit- und Springturnier in Münchehofe 2013.

 

Die Siegerehrung der Teilnehmer am Vierkampf in der Großen Halle des Reitreviers Münchehofe.

 

Der offizielle Teil auf dem Turnier mit Ansprachen und der Übergabe der Gastgeschenke - v.l.n.r.: Teamleiter Namibia Holger und Silvia Kleyenstüber, Springtrainer Wolfgang Piehl aus Waldesruh, Chef de Equipe Peter Kay, Dressurtrainerin Gabriela Lyck-Piehl, Vorstandsvorsitzender Kreisreiterverband Märkisch-Oderland Torsten Zellmer von Knobelsdorf, der Präsident des Landesverbandes Pferdesport Berlin-Brandenburg Herr Peter Krause, Mario Schirrmann und Carsten Börner mit Tochter

 

Fast schon ein wenig traurig wurden die Pferde zu ihren Boxen und Transportern gebracht. Für den Großen Preis der Gemeinde Hoppegarten auf S*-Level hatte von den Sportlern im Team niemand so richtig Augen. Auch wenn es nicht so ist, dass die Teens dergleichen in ihrem Leben bis jetzt oft zu sehen bekamen. Aber alle wollten noch ein wenig Zeit mit ihren Pferden verbringen, die sie durch die ganze Woche, durch Training und Wettkampf trugen; die ihnen ans Herz gewachsen waren. Selbst während der kleinen Abschiedsparty mit der Parcoursmannschaft und dem Team aus Münchehofe sowie vom Reitsportzentrum Waldesruh führte der Weg immer mal wieder zurück in die Ställe. Irgendwo hatte jeder noch Möhren und Äpfel gelagert für das letzte Beisammensein.

Allerdings wurde es auch wieder lustig. Die Teens hatten auf dem Platz viel Spaß und Salom Nghinamito zeigte dem Rest der Mannschaft, dass man auch ohne Pferd über einen M-Sprung gelangen kann. Wollen wir mal hoffen, dass ihm dies mit Pferd demnächst genauso gut gelingt.

 

Was von dieser aufregenden Woche bleibt, was viele Organisatoren, Verantwortliche, Helfer und Freunde empfunden haben, ist schwer zu beschreiben. Viel ist zusammengewachsen. Noch mehr hat man voneinander gelernt. Und das betrifft nicht nur den internationalen Kontakt, sondern auch den Umgang der Verantwortlichen hier in Deutschland untereinander. Ohne einen einzigen Cent Unterstützung von weiteren Verbänden oder Institutionen gelang es dem KRV MOL und weiteren privaten Geldgebern, eine Entfernung von fast zehntausend Kilometern zu überbrücken. Junge Menschen wurden zusammengebracht, die einzig und allein die Liebe zum Reitsport dazu motivierte, Geld zu sammeln für ihre Flugtickets und Gastgeschenke. Die acht Teens haben sportlich dafür kämpfen müssen und standen trotzdem noch auf dem Kuchenbasar, um die Reisekasse irgendwie zu füllen.

Aber beide Seiten hatten auch viele Helfer, die sich der Tatsache bewusst waren, dass dieser erste Austausch keine Luftnummer ist. Großes persönliches Engagement und der Glaube an eine gute Sache versetzte auch in unserem bürokratisch orientierten Land Berge.

Schon als sich der Kreisreiterverband Märkisch-Oderland Anfang des Jahres für eine Unterstützung des Austausches aussprach, war klar, dass es nicht einfach wird. Absage um Absage kam zurück. Selbst Unternehmen, die sonst gerne den Reitsport unterstützen, sahen keinen Sinn darin, Geld für einen Austausch mit namibischen Reitern zu geben. Bis hin in die Potsdamer Staatskanzlei gingen die Bittbriefe - Alles ohne Erfolg. Gefördert werde nur der Jugendaustausch innerhalb der EU – so meist der Tenor. Ob sich die Meinung dahingehend ändern wird, bleibt abzuwarten.

 

Die Namibia-Teens, ihre Betreuer und die Organisatoren im Landkreis MOL haben beweisen, dass man so einen Austausch stemmen kann. Man mag es kaum glauben, aber es hat funktioniert. Und alle Beteiligten äußerten den großen Wunsch, diesen Austausch nicht einschlafen zu lassen. Nun muss es natürlich erst einmal in die andere Richtung gehen. Auch das ist schwer genug. In Namibia wachsen die Turnierpferde nicht am Baum und fast niemand kann dort auf ein solches Potenzial an Schulpferden zurückgreifen, wie die Stallbetreiber in Waldesruh, Münchehofe und Hönow.

Es bleibt also noch viel zu überlegen und zu tun, bis die erste Abordnung aus dem Landkreis Märkisch-Oderland in Richtung Südwest-Afrika fliegt. Aber wenn so viele hilfsbereite und kooperative Menschen an der Sache mitarbeiten wie in der letzten Woche, dann kann eigentlich nichts schiefgehen. Im Landkreis MOL sind aus den namibischen Gästen innerhalb kürzester Zeit Freunde geworden. Und nur das zählt.

Anmerkung: Alle Team-Mitglieder sind heute am Nachmittag wieder glücklich an der namibischen Atlantikküste angekommen.

Hier ist nochmals eine Liste der Unterstützer und Sponsoren, die das Austauschprojekt mit den jungen namibischen Reiterinnen und Reitern auf deutscher Seite ermöglicht haben (hoffentlich vollständig):

Mario Schirrmann

Kreisreiterverband Märkisch-Oderland

Reitrevier Münchehofe

Reitsportzentrum Waldesruh

Turnierstall Lyck-Piehl

Reitanlage „An der Glücksburg“ Hönow

LRV Münchehofe

Jugendwerkstatt Hönow/Stefan Döbrich

Hotel „Alte Mühle“ Schöneiche

Kathrin Cziborr und das Autohaus Siegfried Erkner

www.pferdefreunde.co

…und die vielen netten, kompetenten, hilfsbereiten Helfer, die hier alle nicht genannt wurden…die hier dargestellte Reihenfolge soll keine Wertung sein

Alle Fotos von Jan-Pierre Habicht (C) - Für redaktionelle Beiträge zum Austauschprojekt können Fotos zur Verfügung gestellt werden - Mail an info@pferdefreunde.co