MOL meets Namibia Tag 6: Kaltstart, Nassstart, heißer Abend

 

Der Samstag begann früh – sehr früh. Salom Nghinamito war aber nicht der einzige, der aus den Federn musste. Trotzdem holte ihn Irina Grosch-Sigrist aus dem Hotel „Alte Mühle“ in Schöneiche etwas eher ab und nach Münchehofe mit. Das Vortsnadsmitglied des Kreisreiterverbandes Märkisch-Oderland musste selbst früh antreten und hatte den gleichen weg. Der Rest des Teams dackelte kurze Zeit später hinterher. Schließlich hat man um diese Uhrzeit die Chance, als only the lonely Supporter den Beifall nur für das eigene Teammitglied erklingen zu lassen.

 

Es war - Schönreden hilft da wenig - arschkalt. Salom war mit Skelt im Parcours und erreichte im A**-Stilspringen eine respektable 6,1 abzüglich der Abwürfe. Das war kein schlechter Start in den Tag, aber es sollte schlimmer kommen.

Nach einem kräftigen Frühstück im Vereinszelt des LRV Münchehofe wurde schnell gepackt. Es gab übrigens neben gesunden Käsebrötchen auf Salat auch echte Männerbrötchen mit Bulettenscheiben oder Hackepeter. Eine Wundermedizin, aber jetzt auch nicht so der Fall für die namibischen Mädchen, auf die eine neue Tortur wartete.

 

Das Schwimmbad in Neuenhagen ist ein Ort der Belustigung. Da kann man an warmen Sommertagen Erfrischung finden und entspannen. Wer im Wasser spielt, kann dort auch über eine lange Rutsche hingelangen. Es ist ganz toll dort, aber NICHT, wenn die letzten Tage und Nächte kalt waren. Die armen, armen Mädchen mussten in die arktischen Fluten und dann obendrein noch Leistung bringen. Aber um es gleich ehrlich vorweg zu nehmen: Im Schwimmen war die Konkurrenz aus Deutschland nicht zu schlagen. Und wenn man aus Berlin und Brandenburg kommt, hat man mehr Wasser vor der Haustür, als einem manchmal lieb ist. Und damit auch gleich jeder weiß, wie das zustande kommt: Das Schwimmbad in Swakopmund an der namibischen Küste wurde vor einigen Jahren wegen Wassermangels geschlossen und erst vor einem Monat wieder eröffnet. Viel Zeit zum Trainieren war da nicht. Trotzdem sportlich top, wenn man am Vierkampf teilnimmt, der im fernen Afrika nicht gerade zu den Lieblingssportarten zählt.

 

Ingrid „Inki“ Kotze und Kira Rohloff waren übrigens fein raus. Sie mussten zwar auch gleich ins Wasser, aber danach wenigstens nicht zum Rennen. Das stand am Samstag nur Svenja Späth, Kaylee und Janiz Zandberg, Daniela Kolb sowie Maxine Mathias bevor. Es ging durch die schöne Münchehofer Heide. Große Aufmerksamkeit erregte Svenja Späth, die als echtes Buschkind natürlich barfuß an den Start ging. Schnellste und unter den Top Five war allerdings Kaylee Zandberg, die am Schluss von Salom Nghinamito und dem Rest der Wartenden empfangen wurde. Der Teamgeist funktionierte noch immer prächtig.

 

Ingrid und Kira bereiteten sich währenddessen auf die A**-Dressur vor. Sie war Teil des Vierkampfes für die Großen. Ingrid Kotze errreichte auf Don Fantastico eine 5,2, was angesichts der sehr kurzen Vorbereitungszeit recht gut ist.

 

Kira Rohloff war mit einem anderen Kaliber aus dem Hause RSZ Waldesruh unterwegs. Auf Lawinia wurde es eine 7,0 und damit die Silberne Schleife. Nach Bekanntgabe ihres Ergebnisses musste mit Gabi allerdings noch eine Weile gezittert werden, denn die Hälfte des Starterfeldes war noch gar nicht dran. Aber es reichte für den zweiten Platz.

 

Der Nachmittag sollte eigentlich der Entspannung dienen. Aber wenn man schon einmal in Münchehofe ist, kann man sich auch ein wenig weiterbilden. In diesem Fall ging es als Parcoursmannschaft zum Finale des Sparkassen Oderlandcups in der Großen Tour – eine Springprüfung der Klasse M* mit Stechen. Erik Pohl als Kopf und Sponsor der Parcoursmannschaft führte die neue Gang in das Geschäft ein und verteilte das kompetente Personal auf die Stationen. Da im Finale der Großen Tour reichlich Kleinholz gemacht wurde, gab es für die in den Farben des Sponsors Sparkasse Oderland gekleideten Damen und ein Herr jede Menge Erfahrungen zu sammeln.

Offensichtlich machte es allen so viel Spaß, dass auch gleich noch beim Aufbau des Parcours‘ für die M*-Punkte-Jagd mitgeholfen wurde. Das geschah unter der Anleitung von Papst Wolfgang I. und seinem Kardinal Peter Mächold.

 

Der LRV Münchehofe war nicht nur ein besonders aufmerksamer Gastgeber, sondern auch noch weitsichtig. Sie hatten doch tatsächlich einen Sprung in den namibischen Farben gebaut, der neben Schwarz-Rot-Gold und Rot-Weiß (Polen) im Parcours verbaut wurde. Da legte man als Gast natürlich gern Hand an.

 

Dann ging es aber im Galopp ab zu den Pferden. Schließlich stand der Nationenpreis als Höhepunkt des Sonntags auf dem Programm. Trainer Wolfgang Piehl wartete schon auf seine Schützlinge und Gabi Lyck-Piehl ölte die Stimmbänder, um Quick Boy in Fahrt zu bringen.

 

Der Sieg ging an Polen vor den Mannschaften Namibia I (Svenja Späth, Kaylee und Janiz Zandberg, Daniela Kolb) und Namibia II (Maxine Mathias, Ingrid Kotze, Kira Rohloff, Salom Nghinamito), die extrem knapp geschlagen wurden. Schlussendlich waren es nur ein oder zwei Sekunden, die nach vier Durchläufen über Gold, Silber oder Weiß entschieden. Das deutsche Team belegte den Ehrenplatz und war nicht so begeistert. Immerhin befand sich Personal mit Erfahrung in der schweren Klasse im Aufgebot. Das lässt die Platzierungen für die afrikanischen Gäste gleich noch a bisserl besser erscheinen.

 

Im Anschluss an die Siegerehrung gab es noch eine kleine Zusammenkunft auf dem Platz mit allen Mannschaften, bevor der DJ den Hahn für die Reiterparty aufdrehte. Es war ein gelungener Tag und eine rauschende Ballnacht im Anschluss...