MOL meets Namibia Tag 5: Es ging schon um die Wurscht

 

Heute war Judgement Day in Münchehofe. Das Team Namibia musste zur ersten Prüfung an den Start. Auf dem großen Springplatz läutete um 14.15 Uhr die Glocke für den ersten Starter in der Springprüfung der Klasse A**. Parcourschef Wolfgang Meyer ließ in diesem Fall keine Gnade walten und nagelte die Stangen im Himmel an. Es gab die eine oder andere gequälte Kehlkopfbewegung, aber alle waren beim Begehen des Parcours mit Trainer Wolfgang Piehl am Start. Gabi Lyck-Piehl blieb am Einritt und nahm die Stellung ein, die man von ihr kennt: Faust vor dem Mund und Fingernägel so fast zwischen den Zähnen. So sieht man sie sonst eigentlich nur, wenn Sohnemann Philipp oder Wolfgang selbst durch den Stangenwald segeln. Aber die Verbundenheit mit den Namibia-Teens war deutlich zu erkennen.

 

Wolfgang jedenfalls nahm sich die Meute und holte sich die Maße zwischen den Sprüngen – der SW-Afrika-Tross folgte ihm und nahm noch wichtige Tipps mit. Dann ging es los.

 

Für Namibia ging zuerst Maxine Mathias auf den Platz. Sie hatte Woodstock zwischen den Eisen. Die nette, junge Dame legte gleich mal eine Nullrunde hin und übernahm die Führung. Da horchte man schon ein wenig auf am Platzrand. Das Paar hatte einen sehr guten Start erwischt und legte somit vor.

 

Es folgte Kaylee Zandberg, die auf Ardan vom RSZ Waldesruh eine sichere Top-Speed ritt und bei der Zwischenzeit vorn war. Leider, leider war das beste Hindernis irgendwie im Weg und Kaylee verlor das Leder unter der Reithose. Das wird bestimmt besser. So viel ist mal sicher.

 

Der nächste Namibia-Starter war Salom Nghinamito. Das sah alles sehr gut aus und der einzige Junge im Team verdrängte Maxine von der der zweiten Position. Es war eine astreine Konzentrationsleistung mit Landmaid. Sie machte e ihm aber auch leicht. Ein gutes Duo mit Perspektive.

 

Ingrid „Inki“ Kotze hatte sich für den Vortrieb London Times aus dem Reitrevier Münchehofe warm gemacht. Doch schon am zweiten Hindernis war nach der dritten Verweigerung die Runde zu Ende. Inki ist daheim eine starke Reiterin und wird morgen im Nationenpreis am Abend ihre ganze Erfahrung ausspielen. Dann hört sie nur noch die Startglocke.

 

Den härtesten Brocken hatte wahrscheinlich Kira Rohloff zu reiten. Metaxa aus dem Hause Zellmer von Knobelsdorf in Hönow war im Training manchmal noch etwas wild und ungezogen – so wie man es von einem 5jährigen schon mal erwarten kann. Aber die beiden hatten sich im Parcours gefunden und sprangen zum zwischenzeitlich dritten Platz.

 

Janiz Zandberg mag vielleicht nicht besonders groß sein, aber auf Perlan wuchs sie über sich hinaus. Dieser eine Abwurf kostete sie allerdings den dritten Rang. Da ist noch Musike für weitere Wettbewerbe drin.

 

Svenja Späth hatte die Aufgabe, den erfahrenen Quick Boy zu steuern. Der war heute nicht so gut drauf. QB muss noch ein wenig zur Mitarbeit gezwungen werden, damit es besser wird. Svenja hat das Zeug dazu, den Quick Boy-Kopf so zu waschen, dass sich alle Sinne wieder auf dem Springplatz befinden.

 

Daniela Kolb fand in Skelt einen verlässlichen Partner, mit dem sie auch nur einen Abwurf produzierte. Sie hatte wie immer sichtlich Spaß am Springen und verfügt über Reserven, die am Samstag noch erschlossen werden. Ohne Fehler wäre es Platz sechs geworden.

Zur Siegerehrung gab es für das Team Namibia vier Schleifen. Rang vier ging an Kira Rohloff/Metaxa vor Salom Nghinamito/Landmaid. Auf der Sechs folgten Maxine Mathias mit Woodstock. Die Sieben war eine Angelegenheit Janiz Zandberg und Perlan.

 

So also begann für die acht Jugendlichen der erste Turniertag. Satte vier Schleifen kommen in den Beutesack. Es gab vom Platzrand einige anerkennende Blicke oder auch Bemerkungen. Aber selbst wenn noch nicht das ganze Potenzial ausgeschöpft wurde, kann der Freitag in Münchehofe für das Team Namibia mit Recht als Erfolg bezeichnet werden.

 

Morgen gibt es Springen plus Dressur. Dazu kommen die Wettbewerbe Laufen und Schwimmen für die Vierkampfwertungen. Mit Namibia muss man wohl in Münchehofe rechnen. Der Aufwand hat sich also schon gelohnt. Am großen Portal für den Einritt hat der LRV Müncheofe neben der deutschen und der polnischen Flagge auch die namibische angebracht – in der Mitte…

Fotos von Jan-Pierre Habicht © - …die für die Berichterstattung im Rahmen des Austauschprojekts MOL – Namibia verwendet werden können; Anfragen an info@pferdefreunde.co