MOL meets Namibia Tag 4: Enter in working trot-Halt-Salute!

 

…so oder so ähnlich erklang es heute an drei verschiedenen Vierecken auf dem Turniergelände in Swakopmund. Man muss ja der Erklärung halber einmal sagen, dass die Amtssprache im namibischen Reitsport englisch ist – so wie im Restsport auch. Deswegen hatte Svenjas Mama Corinna Spaeth bereits gestern die Aufgaben in eine für die märkischen Reiterinnen lesbare Sprache übersetzt. Aber es darf laut angesagt werden. In Namibia übrigens geschieht das im Normalfall in einem vergleichsweise zackig-knackigen Ton, der ein wenig an eine Kaserne erinnert – also mehr so unmissverständlich.

 

Ansonsten geht es eher ruhig ab. Namen der Sportler mit Hufen oder Stiefeln werden zu diesem Zeitpunkt des Turniers noch nicht laut bekannt gegeben. Das ist sowieso nicht notwendig, denn in der namibischen Reiterfamilie kennt man sich seit Generationen. Für die anwesenden Schreiberlinge von Zeitungen und Internetportalen war es da schon etwas schwieriger.

Die Prüfung beginnt mit einer kurzen Vorstellung an einem der Richterhäuschen. Ja, selbst in den Prüfungen für Anfänger, Wiedereinsteiger und Zukunftsorientierte schauen immer zwei Augenpaare ins Viereck hinein. Auch die Ergebnisse werden nicht laut bekannt gegeben, sondern nach Abgabe der Richternoten in der Meldestelle durch einen Läufer auf einer großen Kreide-Tafel.

Und da kommt man manchmal gar nicht so schnell hin. Nach einem bestimmten Modus kann es sein, dass man nach einer leichteren Prüfung auf dem 20/40 nach einer vorgeschriebenen Minute Pause zu einer schwereren ins 20/60 muss. Das zerrt bei etwa 40 Guten allein im Schatten eher am Nervenkostüm der Piloten. Die Hottchen haben da offensichtlich weniger Probleme und sind meist bei der Sache. Irgendwie ist es auch nicht anders als im Wintermärchenland.

Einen bemerkenswerten Unterschied gibt es dann aber doch noch: Die Siegerehrung für alle Wettbewerbe wird im Anschluss an die letzte Prüfung durchgeführt. Da kann man sich als Zuschauer richtig einklatschen, wenn es auf die Ehrenrunde um das 20/60 geht. Musike ist selbstverständlich auch dabei. Allerdings gibt es keine neuen Chartstürmer für die Rhythmen zum Zeigen der Schleifen am Platzrand zu vermelden. Vor allem der Radetzki-Marsch wird oft und gerne eingespielt. Aber welcher Reiter weiß heute schon noch, was das überhaupt ist…

 

Das märkische Weibervolk, welches hoch zu Ross zu Ehren kommen will, hatte heute noch nicht den ersten Auftritt. Die heiße Zeit des Tages verbrachte man am Atlantik. Und wie konnte es anders sein. Auch hier tauchten wieder die Journalisten auf, um darüber zu berichten. Es wurde ausgiebig gebadet und noch ein wenig mit einem Jeep Wrangler am Strand herumgeheizt. Das Umsetzen des Personals geschah übrigens legal auf der Ladefläche eins Pick Ups. Der wurde höchst freundlicherweise von Familie Mathias zur Verfügung gestellt. In Münchehofe im letzten Jahr räumte Töchterchen Maxine einige Schleifen ab – gleich im ersten Wettbewerb ging es damals los. Als Bestechung im Nachhinein wurde die Truppe nun mobil. Dank an Gigi und Bryn!

Wegen kleiner Unpässlichkeiten musste ein wenig am vierbeinigen Material gearbeitet werden. Nach einer Lahmheit wurde nochmal schnell umgetauscht. Der Dank gilt in diesem Fall Familie Gebhardt! Es ging schnell in die „Schule“. Das ist ein separater Platz von der Größe eines halben Fußballfeldes, der auch noch um die Ecke geht. Hier trafen sich Sportler und Pferdebesitzer für weitere Planungen.

 

Da war der Tag eigentlich schon gelaufen. Aber wie es so ist. Man steht beim Pferd und plappert über dies und das, über noch mehr dies und noch viel mehr das. Und schon war es halb sieben. Nur noch eine halbe Stunde Zeit bis zum höchst offiziellen Empfang. Im Eiltempo ging es mit dem Mathias-Bomber zur Unterkunft. Kurz nach sieben wurden aus den MOL-Reiterinnen wieder ansehnliche Mädchen mit Röckchen und geföhnten Löckchen. Im Vereinsheim des ReiterVereins Swakopmund war allerhöchster Besuch angesagt. Kein geringerer als der Vorsitzende der NAMEF (Namibia Equestrian Federation) Tom Newton erschien und begrüßte die deutsche Delegation. Und das machte er nicht im Allgemeinen, nein, er begrüßte jeden einzelnen Gast persönlich. Für den ReiterVerein Swakopmund sprach der 1. Vorsitzende Reiner Piepmeyer, der mit ganz eigenem Humor auf die Bedeutung dieses Austausches hinwies. Für den KRV MOL ergriff Torsten Zellmer von Knobelsdorf das Wort. Man war sich einig, dass dieses Projekt weitergehen soll. Und das klang aus allen Mündern ehrlich. Vielleicht ist es ja gerade die große Entfernung, die es für alle Beteiligten so leicht macht, sich dem Thema zu nähern. Die MOLer sind mit einer Herzlichkeit aufgenommen worden, die sich nur schwer beschreiben lässt. Allein diese Tatsache reicht aus, um diese Reise für alle zu einem unvergesslichen Erlebnis und weiter zu machen.

 

Die ersten unvergesslichen Momente hatten bestimmt auch die Sieger der Wettbewerbe am Eröffnungstag. Zur Siegerehrung im Komplettpaket durften für die goldene Schleife antreten (die hat hier übrigens so einen echt goldenen Schimmer…):

 

Advanced 2

Franziska Leinberger – Adcon Camelot

Class 1 Pony Rider Preliminary 1

Tanja Sibold – Dusty (HC)

Pony Rider Novice 2

Karin Schommarz – Seeis Daniella

 

Dinky Test 2

Pia Gebhardt – Bastos Twahil

Pony Rider Elementary 1

Nadine Flemming – Ginger

Junior Elementary 1

Sabine Peters - Fireflight

Elementary 1

Stephanie Rexrodt – Quintessa

Adult Elementary Medium 2

Stephanie Rexrodt – Quintessa

Junior Preliminary 2

Salom Nghinamito – Bastos Bodenhausen In Kognito

 

Junior Preliminary 3

Salom Nghinamito – Baagheera

Preliminary 2

Sumari Piepmeyer – FCS Precious Gift

Preliminary 3

Holger Kleyenstüber – Rathmor Sapphire

 

Pony Rider Elementary Medium 1

Nadine Flemming – Ginger

Morgen dann wird es für die sonnigen Sechs aus Preußen wirklich ernst. Ab 09.15 Uhr Ortszeit wird abgerechnet. Gnadenlos. Unter der unbarmherzigen Sonne Namibias. Das wird ein Fest… Man hörte schon einige wohlwollende Kommentare von den Kapitänen am Platzrand. So hatte es für die namibischen Gäste beim Reitturnier in Münchehofe auch angefangen…

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