MOL meets Namibia Tag 4: Das Monster-Programm am Hammer-Donnerstag

 

So ein Donnerstag ist für viele Menschen ein ganz normaler Arbeitstag. Man steht früh auf, arbeitet, kommt nach Hause und entspannt sich. Wenn man aber aus Namibia kommt und in Münchehofe einen flotten Huf auf den Turnierplatz legen will, fängt der Tag etwas früher an und hört vor allem etwas später auf.

 

So ging es pünktlich um acht auf die Pferde. Springtrainer Wolfgang Piehl aus Waldesruh hatte bereits einen festen Plan und schraubte die Anforderungen am letzten Trainingstag auf ein anspruchsvolles Maß. Schließlich geht es ab Freitag um alles oder nichts. Die namibische Flagge soll schließlich in der Ehrenrunde flattern. Davor allerdings ging es durch den Parcours im Reitrevier Münchehofe.

 

Die arbeitende Fraktion aus Münchehofe war mit aller Kraft am Werk. Es wurde wieder schnell oder besser unkompliziert geholfen, wenn es notwendig war. Einen Riesendank an Solveig, die sich auch heute mit Herzlichkeit und Tatkraft für die Gäste aus dem Südwesten Afrikas einsetzte.

Auf den Plätzen neben der Trainingsarea wurde fleißig gearbeitet. Auf der 60/20 gab es noch frischen Vlies und am Abend stand dann der Parcours für die erste Springpferdeprüfung am Freitag.

 

Aber damit beschäftigten sich die jungen Damen sowie der eine junge Herr weniger. Nach dem Springen wurde in einer Hau-Ruck-Aktion der Platz vom Gehölz befreit, bevor es in Richtung Landhaus Remonte ging. Vor dem Lunch gab es letzte Planungen. Eine zusätzliche Trainingseinheit wurde für den späten Nachmittag vereinbart. Gabriela Lyck-Piehl hatte ihre eigene Passion in Sachen Dressur in die Tat umgesetzt. Nun geht es für einige Reiter auch ins Viereck. Begeisterung entsteht eben doch durch Vertrauen.

Das Waldesruher Trainerduo schaffte es mit entwaffnender Freundlichkeit, das Namibia-Team in den Turniersport und den Ablauf zu integrieren. Es sieht wohl so aus, als wenn das Januar-Turnier in Swakopmund/Namibia einige neue Starter erhält…

 

Frisch gestärkt ging es jedenfalls - nach Neustadt am Dienstag und dem Landesverband am Mittwoch - von Münchehofe aus zum dritten Tempel des Reitsports in BB. Der Krämer-Megastore wurde überfallen und ausgiebig geplündert. Ein kompetent-freundliches Personal verhalf nicht nur zu Kaffeepausen, sondern vor allem beim Finden der passenden Ausrüstungsgegenstände. Bepackt mit XXL-Plastetüten, die den Kofferräumen der Transporter die Luft nahmen, ging es zum nächsten Dealer des Vertrauens. Für die volle Dröhnung Reitsportartikel musste hundert Meter weiter gleich auch noch Reitsport Dreilinden dran glauben. Nur so zur Erklärung: In Namibia sind Geschäfte solcher Art jetzt nicht gerade häufig zu finden. Da freut man sich im Urlaub über eine große Auswahl und vergleichsweise kleine Preise. Nach mehr als zweieinhalb Stunden war Abfahrt angesagt. Der Kampf durch den Hauptstadtverkehr wurde gewonnen und ein Short-Term –Sightseeing vom Brandenburger Tor bis zur Museumsinsel in unter einer Stunde gezündet. Da das dicke B für Touristen gerade mehr Baustellen als Sehenswürdigkeiten bot, fiel der Abschied nicht schwer. Mit mehr als zwei Stunden Verspätung konnte die Trainingseinheit im Reitsportzentrum Waldesruh beginnen. Und hier muss sich gleich noch einmal bedankt werden, denn Gabi, Wolfgang aber vor allem die reitenden Damen der Anlage hatten wegen der Zeitersparnis die Pferde schon fix und fertig gemacht. Das namibische Reitersvolk konnte sofort loslegen.

 

Gabi als Herrscherin des Vierecks hatte nur wenig Zeit, um den Dressurteilnehmerinnen die wichtigsten Hinweise mit auf den Weg zu geben. Wolfgang Piehl hatte Pause und sah dem Treiben gelassen aus der Ferne zu. Als dann die Dunkelheit hereinbrach, stand nur noch ein Tagesordnungspunkt auf dem Plan: Grillen in Hönow. Auf der Reitanlage „An der Glücksburg“ war alles für ein rustikales Abendmahl vorbereitet. Mario Schirrmann als großer Unterstützer des Namibia-Projekts kam auch vorbei und das Thema Pferdezucht stand ab diesem Augenblick im Mittelpunkt jeglicher Unterhaltung. Die Ohren von Silvia und Holger Kleyenstüber jedenfalls standen offen.

 

Viel Zeit war nicht, denn es musste noch genäht werden. Gabi LP brachte nämlich schon am Vormittag weiße Schabracken für das Turnier mit. Darauf müssen jetzt natürlich ganz schnell die namibischen Flaggen genäht werden. So gehört sich das, wenn man im Ausland für seine Farben reitet. Man darf auch nicht vergessen, dass es am Samstag vor der großen Reiterparty noch den Nationenpreis mit Mannschaften aus Namibia, Polen und Deutschland gibt. Da muss das schon sein… Auch die neu erworbenen Turnierjackets wurden benäht. Zu später Stunde hörte man von kleineren Problemen. Da ist wohl die eine oder andere Flagge etwas vom Stuhl gerutscht…

 

Am Freitag nun wird es wirklich ernst. Es wird sich herausstellen, wer Favorit beim Nationenpreis ist und wer Chancen auf den Mannschaftssieg hat. Wenn also eine hilflose Person beim Turnier in Münchehofe aufgefunden wird, die eine nicht ganz alltägliche Flagge am Ärmel hat, dann könnte man so als weltoffener Brandenburger oder Berliner bei Bedarf Hilfe anbieten. Für ausreichend einheimische TTs war kein Platz mehr im Flieger. Dann bekommt man vielleicht etwas von der namibischen Freundlichkeit mit, die die seit ihrer Ankunft an den Tag legen. Es ist eine astreine Truppe, die wir hier begrüßen konnten. Man wird sie am Platzrand hören, denn sie halten mit ihrem Support für die eigenen Reiter nicht so richtig hinter dem Berg. Hört sich so ein bisschen an, wie das Freudengeschrei der Galgenberghof-Fraktion, wenn eine aus ihren Reihen ein Schleifchen bekommen hat. Na mal sehen, wer lauter ist…

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