MOL meets Namibia Tag 12: Feine Springen und der viel zu frühe Abschied

 

Der letzte Tag des 57. Januarturniers in Swakopmund begann entspannt um neun. Bis zum Mittag standen die Championships in den Klassen 70, 80, 90, 100, 110, 120 und 130 cm vor der Tür. Die Wettbewerbe sind normale Fehler/Zeit-Springen mit Stechen. Vergeben wurden die Schleifen für die drei höchsten Klassen wieder zusammen.

Im Anschluss ging es zum Jump & Drive. Torsten Zellmer vK hatte sich gedacht, dass er auch nochmal in den Sattel steigen will und überredete die Veranstalter vom RV Swakopmund dazu. Die warfen auch gleich den gesamten Zeitplan über den Haufen und bauten das Ding mit ein.

 

Den Höhehpunkt und Abschluss des Turniers bildete die Final Parade. Alle noch anwesenden Reiterinnen und Reiter stiegen ein letztes Mal in den Sattel und machten sich für die vielen Ehrungen schick. Insgesamt sahen die vielen Zuschauer mehr als 80 Starts. Am Ende des Tages mussten viele Familien nach Hause. Morgen geht in Namibia nach den Sommerferien die Schule wieder los. Die jüngeren Reiter hatten also den letzten schönen Tag. Andere wiederum traten den oftmals viele hundert Kilometer langen Heimweg durch die Wüste zu ihren Farmen oder in die anderen Städte an.

 

Die 70cm-Klasse wurde vom Judge Tower eingeläutet. Es war der Auftakt zum Finaltag in Swakopmund. Nach dem Umlauf blieben fünf Paare im Stechen übrig. Zu denen gehörte auch Antje Leonhardt, die ein letztes Mal mit Wüsti ins Rennen ging. Leider hatte Wüste so langsam die Nüstern voll und gab sich ein Refusal. Siegerin wurde Anike Maritz auf Midnight Rain, die mit aller gebotenen Entspanntheit ans Werk gegangen war.

 

Dauersiegerin Michelle Künzle machte auf Mulato die 80cm-Klasse klar. Das sah gut aus und brachte gleich noch viel Beifall. Stella Kehlenbrink und Barbarossa waren auf fünf noch platziert. Die erste deutsche Duftmarke des letzten Tages wurde gesetzt. Aber es sollte noch viel besser kommen.

 

Auf 90cm und ne Goldene Schleife hatten eine Menge Starter Lust. Am Ende war es die superheiße Tavira und ihre Alt Zeschdorfer Reiterin Lisa Hoffmann, die das Ding mit Karacho nach Hause brachten. Tavira wirkt manchmal wie eine tickende Zeitbombe, explodiert ist sie aber nur im positiven Sinne. Es hat ordentlich gerockt „in the arena“. Und so ein güldenes Schleifchen sieht daheim an der Wand schick aus – zumal, wenn es aus Namibia kommt. Das Duo Kira Mier/Mahati hatte leider zwei um und keine Chance mehr auf weitere Ehren.

 

Den Vogel allerdings schoss Kerstin Grosser ab. Sie ging in den Parcours der 1,00m-Klasse und kam als einzige Nullerin mit einer Goldenen Schleife wieder heraus. Das ganze Ding war natürlich nur möglich, weil ein braver Vierbeiner namens Claratal Sherpa alles gab und sich perfekt ins Zeug legte. Glückwunsch an Kerstin für den ersten und an Lisa Hoffmann für den dritten Platz. Das war ein würdiger, wenn nicht sogar denkwürdiger Abschluss des Turniers für die MOLer.

 

Schluss war allerdings noch lange nicht. In der Kombi-Championship 1,10, 1,20 und 1,30 hieß das feurige und toll springende Sportgerät Metzger Drilling Zambesi Bodenhausen. Der Name ist für deutsche Verhältnisse vielleicht a bisserl lang, aber da sind gleich noch Züchter und Sponsor drin enthalten. In Namibia macht man manche Sachen einfach nicht kompliziert und jeder hat seine Freude dran. Im Sattel saß – man glaubt es kaum – mal wieder Michelle Künzle. Glückwunsch zum letzten offiziellen Sieg des Turniers.

 

Man muss die Sache mit dem offiziellen Sieg so ausdrücken, denn Torsten Zellmer führte den Jump & Drive in Namibia ein und auch wenn er den letzten Platz belegte, so bleibt doch die Erkenntnis, dass namibische Frauen schneller ein Glas Bier auf ex austrinken können, als er. Zum Parcours gehörte nämlich nicht nur das Reiten und Fahren mit einem Land Rover von Russell Gilchrist, sondern als letzte Disziplin auch noch das Verputzen von einem schönen, kalten Glas Frischbier. Erst dann wurde die Zeit gernommen.

 

Den emotionalsten Teil des Turniers und eine Sache, die man in Deutschland nur selten findet, war die große Abschlussparade mit allen Pferden und Reitern. Sie ritten mit der Standarte des ReiterVereins Swakopmund und Silvia Kleyenstüber an der Tete ein. Es war nicht nur ein imposanter Anblick, sondern die Gelegenheit allen zu danken, die auf, an und mit dem Turnier zu tun hatten. Es gab ein weiteres Mal Gastgeschenke für das Team aus dem Landkreis Märkisch-Oderland. Die namibische Gastfreundschaft ist grenzenlos und hält auch am letzten Tag noch an.

 

Geehrt wurden auf der Parade viele Sportler, Richter, Sponsoren und Organisatoren. Der große Bahnhof dauerte eine Stunde, bis alle Pokale und Cups vergeben waren.

Den Abschluss des Tages werden die MOLer am Atlantikstrand verbringen. Danach wird gegrillt und morgen geht es ab nach Hause. Pferdefreunde.co meldet sich aus Namibia ab, obwohl in den nächsten Wochen noch viele, viele Bilder und Filme aus den vergangenen Tagen veröffentlicht werden. Die Redaktion reist mit mehr als 300 GB an Material heim…

Fotos von Jan-Pierre Habicht ©

Vielen Dank an Svenja Späth und Werner Bartsch für die Auswahl der Bilder!