MOL meets Namibia Tag 11: Deutschland gewinnt Nationenpreis

 

Der Tag begann mit vier Accumulator-Prüfungen. Mit ein wenig Phantasie kann man sich vorstellen, was damit gemeint ist. Es handelt sich um Punktespringprüfungen. Diese wurden in den Höhen 40, 60, 70 und 80 cm ausgetragen. Fast 50 Paare gingen insgesamt an den Start.

 

In der 40cm-Klasse ging der Sieg an Teagan van der Poll, die an diesem Vormittag nicht ihre erste Goldene Schleife des Turniers einsammelte. Ihr Pferd trägt den schönen Namen Spiced Gold. Wer sich ein wenig mit Captain Morgan auskennt, weiß, dass dieser Name eine bestimmte Geschmacksrichtung trifft, die man selbst hier in Namibia häufig antrifft. Auch in der Bar des ReiterVereins Swakopmund ist Spiced Gold ein sehr geläufiger Begriff… Aber zurück zum richtigen Sport.

 

Die 60cm-Klasse war eine klare Angelegenheit für die 10jährige Ariane Wieland. Sie siegte auf dem Pony von Daniela Kolb namens Mahida im Stechen mit neun Teilnehmern. Ariane freute sich sehr und sprach noch abends beim Grillen von ihrem Erfolg. Sie fing erst im letzten Jahr mit dem Reiten an. Fein gemacht!

 

Es ging weiter auf 70cm Höhe. Zur Freude der gesamten angereisten Familie holte sich Laura Braune auf Jester den Sieg. In den Jubel stimmten nicht nur die Mama und die zwei Geschwister, sondern auch der Papa mit ein. Der arbeitet während der Springwettbewerbe öfters als Richter im Judge Tower.

 

Angelique Mack und Frischgewaagd Tavira waren auf 80 cm erfolgreich. Tavira hatte sich vorher ja bereits mit Lisa Hoffmannn angefreundet. Die Sportler sind vom Walvis Bay Equestrian Center. Lisa Hoffmann allerdings kommt von der Zesche-Gang aus Alt Zeschdorf. Demnächst wird es daheim mit dem Training wieder etwas härter zur Sache gehen…

Zur Mittagszeit folgte der Nationenpreis, an dem nicht nur die Mannschaften aus Namibia und Deutschland plus GER-NAM-Mixed Team teilnahmen, sondern auch zwei Mannschaften vom Riverside Equestrian Center und vom Walvis Bay Equestrian Center. Insgesamt waren also fünf Teams mit jeweils vier Reitern am Start.

 

Man kann von dem Team-Event mit Fug und Recht behaupten, dass es ein echtes Highlight war. Der Platzrand war voll. Die Stimmung war bombig. Es brodelte und blieb bis zum allerletzten Reiter spannend. Und um es gleich vorwegzunehmen: Ohne die tollen namibischen Pferde wäre es zu dem Sieg der deutschen Mannschaft sicher nicht gekommen. Hier sind die Sieger und Platzierungen:

Platz 1

Deutschland

Antje Leonhardt – Wüstenkönig

Lisa Hoffmann – Bastos Twahil

Kerstin Grosser – Claratal Sherpa

Kenisha Pohl – Jason

Platz 2

Riverside Equestrian Center

Sophia Louw – Miss Caprivi

Sebastian Braune – Bon Camillo

Laura Braune – Wendy Wood

Selina Schneider – Nik Nak

Platz 3 (zwei dritte Plätze)

Mixed Team Namibia-Deutschland

Janiz Zandberg – M&A’S Jessica

Ingrid Kotze – Assegai Sentinel

Stella Kehlenbrink – Barbarossa

Kira Mier – Mahati

Walvis Bay Equestrian Center

Salom Nghinamito – Bagheera

Charl Kotze – Midnight Rain

Hannel van der Westhuizen – Kings Miracle

Jan de Villiers – Castle Martin

Platz 5

Namibia

Svenja Späth – Royal

Kira Rohloff – Saltano

Kaylee Zandberg – Savannah Beat

Daniela Kolb – Baron von Sphinxblick

Am Nachmittag war Derby-Zeit. Es ging über 90cm, 1,00m und kombiniert über 1,10 und 1,30m. Parcourschef Heiko Wahlers und sein Kumpan Cord Cordes fuhren alles auf, was der Platz hergab. Es ging über einen Wassergraben (aus Beton!), durch einen etwa 20m langen Graben mit Hindernis und Wasser, über einen Billard und außerdem über eine Strecke von fast 700 Metern. Das rockte richtig und so blieben kleinere Verluste an Material nicht aus. Der Krankenwagen musste zweimal auf den Platz kommen. Aber außer ein paar blauen Flecken und einigen Schrecksekunden im Kopf wird wohl nichts zurückbleiben.

 

Auf 90cm kamen 15 Paare an den Start. Ins Stechen schafften es derer drei. Gesa Flemming und Seeis Shelton behielten bis zum Schluss den Überblick und die volle Kontrolle. Rang zwei und damit die Silberne Schleife holte sich Janiz Zandberg, die M&A’S Jessica gesattelt hatte. Janiz bringt ja so schnell nichts aus der Ruhe und so war es auch im Derby. Salom Nghinamito belegte den dritten Rang.

 

Wenn man als gestandener Reiter über Hindernisse bis ein Meter springt, mag man in Deutschland vielleicht drüber lächeln, aber in der Wüste Namib ist das echte Schwerstarbeit für Mensch und Pferd. Es wurde reichlich Staub geschluckt und eingeatmet. Ins Stechen ritten Michelle Künzle auf M&A’S Caskari sowie Nita Pallett mit Büllsport Darius. Den Siegerbeifall durfte sich „Michi“ Künzle abholen, die ein sehenswertes Bravourstück ablieferte.

 

Im Kombi-Derby auf 1,10 und 1,30m schlug Michelle „Michi“ Künzle erneut zu. Die Goldene Schleife bekam sie zusammen mit Metzger Drilling Sambesi, der auch froh sein wird, wenn er heute in den Stall kommt. Silvia Kleyenstüber und Midgard Gigant stürmten zu Silber.

Aber der Tag war noch nicht zu Ende. Es folgten die Ehrungen der besten Reiter der Namibian Equestrian Coastal League. Hier sind die Gewinner und Platzierten:

 

Kinder:

Platz 1 Sebastian Braune mit Bon Camillo

Platz 2 Karin Schommarz mit Jason

 

Junioren:
Platz 1 Ingrid Kotze mit Claratal Sherpa

Platz 2 Selina Schneider mit Nik Nak

 

Erwachsene:

Platz 1 Silvia Kleyenstüber mit Baron von Sphinxblick

Platz 2 Sumarie Piepmeyer mit Legolas

Der Glückwunsch kam von den Anwesenden und hiermit auch von pferdefreunde.co!

 

Den Abschluss des Tages bildete ein amüsanter Wettbewerb namens Horse & Dog Relay, der so funktioniert wie in Deutschland. Vereinschef Reiner Piepmeyer ließ es sich nicht nehmen, den Event zu moderieren. Die Regeln sind allerdings härter. Jedes Team muss einreiten und sich selbst am Mikro vorstellen. Dann bestimmt der Teamchef einen aus dem Publikum, der erstens ein Bier auf ex austrinken und danach noch einen kleinen Spruch aufsagen muss. Torsten Zellmer vK durfte gleich mehrmals ans Glas und bekam zum Schluss Konditionsprobleme. Den glorreichen Sieg holte sich das Team mit Emily Braune, Renn- und Springpony Only, Zoey Zandberg, Jenna Gilchrist und dem treuen Hund Balou.

Bereits morgen endet das 57. Januarturnier in Swakopmund. Die MOL-Damen werden nochmal am Start sein. Es geht um die Meisterschaften in den einzelnen Klassen. Außerdem wurde kurzfristig ein Jump & Drive ins Programm aufgenommen. Alles endet dann mit der großen Abschlussparade.

Ein Highlight des heutigen Tages darf nicht vergessen werden: Tanja Reinhardt öffnete neben der Bar quasi als Konkurrenz zur Bierbar die Pulvermanns Grab-Sektbar. Dort trafen sich eher die gelangweilten Damen, die ihre Männer bereits an Russell und Eric von der Bierbar verloren hatten.

Fotos von Jan-Pierre Habicht ©