MOL meets Namibia 2015: Tag 8 – Gold für Deutschland und die Derby-Sieger

 

Ein Tag wie aus dem namibischen Bilderbuch: Schon früh beglückte die Sonne die Zuschauer und Sportler auf dem Turniergelände des Reitervereins Swakopmund. Fleischsalat und Eiersalat waren die Lieblingszutaten der ersten Starter auf den frischen Brötchen vom Café Anton, die von den sehr netten Damen der Kaffeebude serviert wurden. Stärkung war mehr als notwendig. Die Derbies in der Dressur bestimmten den Vormittag. Im Kinder- und Juniorenderby Dressur siegte einmal mehr Nadine Flemming. Sie war die beste Reiterin und stellte mit Seeis Eymet auch das beste Pferd. Nadine darf mehr als zufrieden sein mit ihren Leistungen. Bei den Erwachsenen war Silvia Kleyenstüber die beste Reiterin und dass Pferd Merlot von Franziska Leinberger das Maß aller Dinge.

 

In der schönsten Mittagshitze wurde es für alle auch im Sattel heiß: Das Cross Boarder Team-Springen stand im Zeitplan. Im Volksmund wird es Nationenpreis genannt, auch wenn das natürlich ein klitzekleines bisschen übertrieben ist. Trotzdem hatten die fünf Mannschaften viel Spaß. Das galt auch für die vielen Zuschauer, die jeden Reiter mit lautstarkem Beifall belohnten. Es wurde ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen dem deutschen Team und den „Pretty Girls“ aus Swakopmund. Nach drei von vier Startern lagen sie gleichauf und der letzte Ritt musste entscheiden. Und ausgerechnet der namibische Support im Gerry-Team Nadine Flemming machte auf Seeis Shelton den Sieg perfekt. Gold für Deutschland mit den deutschen Startern und den Pferden der namibischen Gastgeber Maren Kardel/Manna From Heaven, Antje Leonhardt/Baron von Sphinxblick sowie Ina Heinze/Sphinxblick Brutus. Zum zweitplatzierten Team „Pretty Girls gehörten Aniké Maritz/Frischgewaagd Midnight Rain, Maike Schommarz/Sphinxblick Romy, Karin Schommarz/Nanuk und Svenja Späth/Davetsaub Sans Souci.

Auf Platz drei ritten die Mitglieder des Mixed Teams aus Swakopmund und Walvis Bay. Zu diesem gehörten Svenja Späth/Davetsaub Sergio, Salom Nghinamito/Bastos In Kognito, Hannel van der Westhuizen/King‘s Miracle und Angelique Mack/Frischgewaagd Tavira.

Der Reiterverein Swakopmund hatte ein weiteres Team am Start. Das ritt zu Platz vier und bestand aus Nicole Nederlof/Frischgewaagd Happy Pets Trabant, Kerstin Garbade/Saltano, Tanya Uys/Locarno Millenium sowie Werner Bartsch/Sphinxblick Aragon. Nur ganz knapp dahinter landeten die Reiter vom Walvis Bay Equestrian Center mit Pia Gebhardt/Bastos Twahil, Annuschka Sagner/Chicago, Salom Nghinamito/Bagheera sowie Janine Hopking/Hopking Consulting Services Mulato.

 

Herzzerreißend schön, aber vor allem für die höchstens 8-jährigen Reiter ein tolles Erlebnis vor so vielen Zuschauern war die Dressur-Quadrille unter Leitung von Tanja Reinhardt. Die vier Kinder Jenna Gilchrist, Carmen Piepmeyer, Dominique Gianios, Tristan Keulder zeigten mit ihren vier Schimmel-Ponies gekonnt, was sie im Reitunterricht gelernt haben. Tanjas Schüler waren als waschechte Cowboys verkleidet und rockten das Viereck. Es war ein großartiger Anblick.

 

Am Nachmittag wurde es dann wieder ernst. Die Springderbies bildeten Zuschauermagnet und Highlight zugleich. Über 90cm war es Karin Schommarz mit Manna From Heaven, die der Konkurrenz das Fürchten lehrte. Als es dann über einen Meter ging, wurde es richtig spannend. Am Ende war es ein einziger Abwurf, der über Sieg und Platz zwei entschied. Das Pech hatte Salom Nghinamito, der mit Bagheera am letzten Hindernis einen Fehler hatte. Nicole Nederlof konnte sich mit zwei Zeitfehlern auf Frischgewaagd Happy Pets Trabant den Sieg und die Goldene Schleife sichern. Platz drei mit sechs Fehlern im Umlauf ging an Kerstin Garbade auf Saltano.

 

„Rauf mit den Stangen“ hieß es für das Parcoursteam, bevor die 1,10m- und die 1,20m-Klasse von den Richtern eingeläutet wurde. Es war das letzte Springen für Midgard Gigant von Silvia Kleyenstüber, dem man Gold vor dem Eintritt in den Ruhestand gegönnt hätte. Hier waren Sieg und Platz zwei ebenfalls sehr dicht beisammen. Mit fünf Punkten ging Gold an Lara Knickel auf Bonhomie. Silvia und Gigant hatten mit sechs Fehlerpunkten leider das Nachsehen.

 

Den ereignisreichen Turniertag beschloss der Horse and Dog Relay. Zuerst musste traditionell von einem Freiwilligen ein Glas bestes Windhoek Lager-Bier auf ex geleert werden. Das war für die meisten Sportler noch keine Herausforderung. Erst dann flogen die Kinder, Jugendlichen und einige Erwachsene zuerst mit Hund und danach mit Pferd durch den Parcours. Das war schon anstrengender. Die beste Leistung lieferte das Team Ariane Wieland/Mahida und Stefan/Abby ab. Die Goldene Schleife gab es natürlich für Pferd und Hund. Zweite Sieger waren Charmaine Meintjies/Katarina sowie Leejuan/Trinity. Ariane Wieland und Mahida starteten mit einem zweiten Team. Mit dem verrückten Hund Cooper war Simone Rückert unterwegs – Platz drei!

 

Am Nachmittag wurde das Turnier durch die Anwesenheit des Swakopmunder Bürgermeisters geehrt. Juuso Kambueshe ließ es sich nicht nehmen, an der Siegerehrung für die höchste Springklasse des Tages teilzunehmen. Herr Kambueshe ist seit vielen Jahren ein großer Förderer und Freund des Reitsports in der Stadt. Der Reiterverein Swakopmund freute sich wieder darüber, dass er Teil des Turniers war.

So ruhig, wie es auf den Turnierplätzen wurde, so laut ging es danach in der Reiterbar zu. Die große Reiterparty lockte viel Volk an. Es wurde lange gesessen, erzählt und gefeiert. Der Sonntag bringt den Zuschauern die Championships und die große Abschlussparade. Dann ist das 58. Januar-Turnier in Swakopmund schon wieder Geschichte. Es wird eine Geschichte sein, die sich die Reitsportler in Namibia und Deutschland bestimmt noch lange erzählen werden.

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