MOL meets Namibia 2015: Tag 4 – Das Turnier beginnt!

 

 

Nach all den vielen Vorbereitungen, die der Reiterverein Swakopmund in den letzten Wochen geleistet hatte, wurde es nun langsam Zeit. Der heutige Dienstag war der erste Tag des 58. Januar-Turniers in Swakopmund. Start des ersten Wettbewerbs war pünktlich um 09.30 Uhr. Acht Prüfungen standen im Zeitplan. Sowohl Springen als auch Dressur waren angesagt. Den Vormittag verbrachten die Reiter im Viereck. Am Nachmittag ging es auf den Springplatz.

 

Die Dressur wurde mit den beiden in Namibia eher seltenen Para-Wettbewerben Para Novice Grade 1a sowie Para Novice Grade 1b eröffnet. In beiden Tests siegte Anke Herholt vom Reiterverein Swakopmund auf Zorro mit 73,55% und 71,79% vor Vereinskamerad Albertus Bredenhann auf Zorro. Das waren zwei Goldene Schleifen zum Auftakt. Ein schöner Start für die junge Dame.

 

Weiter ging es mit den NAMEF Lollipop-Tests 1 und 3. In diesem Dressurwettbewerb darf man bis zu einem Alter von dreizehn Jahren ins Viereck. Die Starterfelder waren groß. Aber irgendjemand musste ja gewinnen. Die 1er Lollipop-Dressur ging an Alyssa Savage vom Okakambe Riding Club. Für die Silberne Schleife hatte sich Jenna Gilchrist ordentlich angestrengt. Sie ritt für die Farben des Gastgebers auf ihrem schicken Schimmel-Pony Little Miss Muffet. Die Siegerin erhielt von der Jury 47 Punkte. Platz zwei wurde mit 44 Punkten belohnt. Stolze und strahlende Gesichter konnte man in der Siegerehrung sehen.

 

In der Lollipop-3-Prüfung hieß die Siegerin zwar auch Alyssa. Diesmal freute sich aber Mama Jeanine Hopking (Walvis Bay Equestrian Center) zusammen mit Pony Junior über 55 Punkte. Das kann sich sehen lassen, denn die Anforderungen hier sind etwas höher als in der Prüfung davor. Nur zwei Punkte und damit die Silberne Schleife holten sich Kyra Roets und Okakambe Oskar. So endete der Vormittag mit sehenswerten Leistungen im Dressurviereck. Schön, wenn es so geht: Damit niemand traurig sein musste und weil sich alle kleinen Reiter Mühe gegeben hatten, vergaben die Turnierveranstalter eine Schleife an jedes Kind. Das war eine tolle Motivation und spornt für die nächsten Herausforderungen an.

Nach einer ausgiebigen Mittagspause wurde es auf dem Springplatz heiß. Parcourschef Heiko Wahlers hat ja bereits Erfahrung mit den namibischen Springreitern. In diesem Jahr waren die Leistungen allerdings deutlich besser als im letzten Jahr. So war es nicht verwunderlich, dass viel mehr Reiter im Stechen landeten, als man gemeinhin vielleicht gewohnt ist. Das Niveau ist also merklich gestiegen, was am Ende des Tages berechtigte Hoffnungen für den namibischen Reitsport weckt. So sah es auch Parcourschef Heiko Wahlers, der mit wachem Auge die Ritte beobachtete.

Vier Wettbewerbe sollten es sein. Die Zuschauer durften sich über die Welcome Stakes und die Punktespringen über jeweils 40 und 60cm freuen. Alle Wettbewerbe waren inklusive Jump Off. Wie gesagt: Die Finalrunden waren sehr gut besucht.

 

40cm Eröffnungsspringen: Flott ging es über die Stangen in der Timber Ex Jumping-Arena. Die schnellste Runde im Stechen legte Kirsten Savage auf Okakambe Dondolo hin. Sie vertrat die Farben ihres Vereins würdig und verwies Carmen Piepmeyer aus Swakopmund mit Gossamer auf Rang zwei. Und auch hier erhielten alle Starter eine Schleife. Motivation ist eben alles!

 

20 cm mehr waren es im Eröffnungsspringen über die Hindernishöhe 60cm. Ein Dutzend Paare ließen sich die Chance nicht nehmen und gingen an den Start. Der Sieg blieb beim Reiterverein Swakopmund. Teagan van der Poll und Savannah Beat räumten Gold ab. Kerstin Garbade und Voigtskirch Avatar vom Riverside Equestrian Center sicherten sich Silber vor Carmen Piepmeyer, die mit Jason zur Weißen Schleife ritt. Haben sie gut gemacht, die Mädels!

 

Es war ein kurzer Umbau, dann ging es mit zwei Punktespringen weiter. Umlauf und Stechen hatten die gleiche Bahn und die gleichen Hindernisse. Es ging also zweimal um die gleiche Wurst. Den größten Zipfel davon schnitt sich Cecilia Fourie (Kapps Stables) auf Losberg Mahashi Jupitor ab. Gold war es. Knapp dahinter konnten sich Jenna Gilchrist und Little Miss Muffet platzieren. Für die 8-jährige war es ein erfolgreicher Tag; volle Punktzahl inklusive.

 

Die letzte Prüfung des Tages war das Punktespringen über 60cm. Kirsten Savage und Okakambe Dondolo hießen die Gewinner. Das war dann bereits das zweite Gold. Mehr konnte man an diesem ersten Turniertag nicht erreichen. Carmen Piepmeyer und Jason mussten sich leider einmal mehr mit Silber zufriedengeben. Sie fand den kürzesten Weg im Stechen und gab mit ihrer Super-Zeit den folgenden Reitern die entsprechende Vorlage für den Weg zum Sieg vor. Aber Cleverness ist in diesem Alter noch nicht selbstverständlich. Und das wird bestimmt demnächst mit Gold belohnt. In Weiß kleidete sich Jeanette Meintjies (Auas View Equestrian Center) zusammen mit ihrem Pferd Lana.

Der erste Turniertag brachte sehr gute Leistungen von allen Reitern. So kann es an der Küste weitergehen. Die Kaffeebude hat geöffnet. In der Meldestelle und auf dem Richterturm wurde schwer und genau gearbeitet. So soll und so wird es bleiben.

 

Und die deutsche Mannschaft? Heute hatte man noch keine reitsportliche Herausforderung. Eigentlich stand ja Sky Diving im Zeitplan. Das musste aber wegen des bedeckten Himmels abgesagt werden. Dafür produzierten sich die Damen im Parcours und gingen Heiko Wahlers zur Hand. Hatten sie etwas zu tun und konnten Pläne für den Mittwoch schmieden. Da soll es mit dem Katamaran auf den Atlantik gehen. Die Gastgeber werden die Sache mit dem Fallschirm wieder ins Auge fassen. Sport ist also genug dabei. Wird Zeit, dass es unter Turnierbedingungen in den Sattel geht…

Fotos von Jan-Pierre Habicht © - Die Übersendung von Bilddateien und die Nutzung des Textes bzw. von Auszügen aus dem Text für die Berichterstattung in den Medien sind auf Anfrage möglich. Bitte Mail an info(at)pferdefreunde.co