Mitgliederversammlung beim KRV Barnim: Quo Vadis Barnimer Pferdesport?

 

 

Gestern fand auf der sehenswerten Reitanlage und dem Gestüt Rüdnitz von Frau Sabine Stanicke die Mitgliederversammlung des Kreisreiterverbandes Barnim statt. Leider war im Dunkeln davon nicht mehr viel zu erkennen. Um 19.00 Uhr ging es los. Geladen hatte der Vorstand. Dieser war bis auf den stellvertretenden Vorsitzenden Jörg Arnold, der leider kurzfristig absagen musste, somit fast vollständig am Start. Die Leitung lag bei der Vorsitzenden Juliana Hrymon, die Juliane Schluppeck (Sport- und Jugendwart) sowie Jeannine Schubert (Kassenwart) an ihrer Seite hatte (Foto; v.l.n.r.).

Anwesend waren dreißig Vertreter von fünfzehn Vereinen aus dem gesamten Landkreis. Das kann sich sehen lassen. Die Reiterstube war gut besetzt - somit das Interesse groß.

Juliana Hrymon ließ nach dem Verlesen der Tagesordnung Kreismeisterschaft und Hallenchampionat Revue passieren. Es gab Redebedarf und einige Punkte wurden nicht abschließend geklärt. Unter anderem wurde die Frage gestellt, warum der Veranstalter des Finales der Kreismeisterschaft seine Prüfung so ausschrieb, dass mindestens ein Reiter am besagten Finale nicht mehr teilnehmen konnte. Den Kreisreiterverband traf dabei allerdings keine Schuld, denn für die Ausschreibung der Prüfung war allein der Turnierveranstalter zuständig. Der betroffene Verein bzw. die betroffenen Vereine äußerten sich dazu nicht. Frau Hrymon schätzte dennoch die Zahl der Teilnehmer an den KM als hoch ein. Über Orte, Zeiten und Modi der KM im Jahre 2015 wurde nicht gesprochen. Der Vorstand wollte erst die Wahlen im neuen Jahr abwarten.

Nächstes Thema war die Durchführung des Hallenchampionats. Hier hätte sich der Vorstand vor allem in der Dressur mehr Starter gewünscht. Kritik gab es an der Tatsache, dass ein Teil des Hallenchampionats draußen stattfinden musste. Das war dem Umstand geschuldet, dass es durch die Vielzahl der Nennungen keinen Platz mehr im Zeitplan des Veranstalters gab. Auch hier wurde keine abschließende Klärung herbeigeführt.

Wichtigstes Thema des Abends waren allerdings die im Januar anstehenden Vorstandswahlen. Wie bereits im Vorfeld bekannt wurde, hat der Kreisreiterverband Barnim nämlich ein großes Problem: So, wie es aussieht, wird höchstwahrscheinlich der gesamte Vorstand zurücktreten. Juliana Hrymon, Jeannine Schubert und Jörg Arnold führen dafür berufliche und familiäre Gründe an. Wenn man etwas genauer nachfragt oder hinhört, merkt man allerdings schon, dass alle drei ihrer Ämter überdrüssig sind. Schon zu lange gibt es Kritik, die wenig konstruktiv ist. Um es einfach zu formulieren: Zu viele Knüppel wurden dem Vorstand zwischen die Beine geworfen. In Versammlungen gemeinsam getroffene Entscheidungen werden in Frage gestellt, über den Haufen geworfen oder gar vollständig missachtet. Da hat man wenig Lust, sich für alle einzusetzen. Die Vorbereitung und Austragung der Kreismeisterschaften im letzten Jahr war ein Beispiel dafür und wahrscheinlich der berühmte letzte Tropfen im Fass. Wenn man sich dann noch vor Augen hält, dass bei der geringen Zahl von Turnieren zwei davon am gleichen Wochenende stattfinden, kann man sich die Situation in etwa vorstellen.

Nicht etwa, dass man sich Reiter oder Pferde weggenommen hätte. Das kann man fast ausschließen. Aber man nahm sich gegenseitig Aufmerksamkeit weg. Die beiden Turnierstandorte liegen keine 10 km Luftlinie auseinander. Die Zuschauer, die sich für den Reitsport interessieren, mussten sich also überlegen, wo sie hingehen. Die Medienvertreter mussten sich entscheiden. Am Ende sind dabei alle Verlierer. Über die Kausalitätskette von fehlender Aufmerksamkeit, über fehlende Zuschauer, fehlende Sponsoren und somit fehlende Gelder hat wahrscheinlich niemand nachgedacht - oder aber nur im Sinne der eigenen Veranstaltung. Das allerdings ist mehr als kurz gesprungen und perspektivisch gesehen - gelinde gesagt - großer Unfug.

Der Barnim ist nicht gerade reich an Pferdesportveranstaltungen. Es wäre die Aufgabe eines neuen Vorstandes, den Vereinen wieder und wieder begreiflich zu machen, wie wichtig das gemeinsame Arbeiten im Verband ist, um nach außen hin Aufmerksamkeit zu erregen, Eindruck zu machen und Leistung zeigen zu können. Wer diese Verantwortung übernehmen soll, scheint im Moment nicht klar. Auf die Frage der noch amtierenden Vorsitzenden Juliana Hrymon nach der Bereitschaft zur Übernahme von Verantwortung blieb es fast still im Raum. Nur Sophie Heinrich vom LRFV Ladeburg erklärte sich bereit und stellte sich gleich kurz vor. Immerhin… Sport- und Jugendwartin Juliane Schluppeck ließ ihre Mitarbeit in einem neuen Vorstand noch offen und macht diese von der Konstellation der Kandidaten abhängig. Und das war’s.

Die Zeit drängt allerdings, denn wenn erst ein möglicher neuer Vorstand gewählt wurde, könnten die Planungen für Lehrgänge, Kreismeisterschaften etc. beginnen. Das wird spät, wenn nicht sogar zu spät. Die Alternative? Wenn sich niemand für den Vorstand findet, sieht die Satzung die Auflösung des KRV BAR vor, so Hrymon. Dann gibt es keine Stimme beim Landesverband, beim Kreissportbund, beim Landessportbund, beim Landkreis, bei den Sponsoren - keine Kreismeisterschaften, keine Lehrgänge und somit auch keinen Barnimer Pferdesport. Das wäre das Ende dieser Sportart im Landkreis; vielleicht abgesehen von den zwei oder drei Turnierstandorten mit überregionaler Bedeutung. Dann darf jeder sein eigenes Süppchen kochen und sich nur noch über sich selber und den bösen Nachbarn ärgern. Dann wähnen sich wahrscheinlich alle die im Vorteil, die beste Beziehungen zur regionalen Tagespresse haben und auf diese Weise ihre Aufmerksamkeit generieren. So wird es auch kommen, aber erreicht hätte man auf Dauer gar nichts - jedenfalls nicht für den Pferdesport im Landkreis, wenn man das überhaupt jemals wollte.

Dem Vorstand kann man für seine Arbeit nur danken und Respekt zollen für die geleistete Arbeit. Bei Juliana Hrymon klang es gestern durch: Man war nicht frei von Fehlern und wollte aber trotzdem niemandem Vorwürfe machen oder Schuldzuweisungen aussprechen. Das wäre für das Weiterbestehen des KRV BAR kontraproduktiv. Hut ab auch für diesen Umgang mit der Situation.

Die Vorstandswahlen sind für Ende Januar geplant. Es sind also noch mehr als zwei Monate bis dahin. Vielleicht geschieht ein Wunder oder es finden sich nach nüchterner Betrachtung der Gesamtlage zwei oder drei Personen, die nicht nur meckern sondern machen.

 

Kreisreiterball Barnim: Für die Veranstaltung am 22.11.2014 mit der Band SOWIESO als Showact sind noch einige Restkarten für 25 Äppel pro Stück vorhanden. Bestellt werden können sie über den KRV BAR (Kontakt siehe unten).

 

Hier sind die voraussichtlichen Termine der Turniere und Reitertage im Landkreis Barnim im Jahre 2015 (soweit bekannt und ohne Gewähr):

Elisenau - Ostern und um den 3. Oktober

Reit- und Springturnier Weesow 13. und 14.06.

Schönfeld 05. bis 07.06.

Rüdnitz 25. und 26.07.

Grüne Woche (Fahrergilde Barnim) 24. und 25.01.

Ladeburg (Verworner) 15. bis 17.05.

Weesow (kleines Dressurturnier) im September

Ladeburg Reitertag (Papke) Ende Oktober oder Anfang November

Trappenfelde Reitertag 17.10.

Informationen über den Kreisreiterverband Barnim unter

www.kreisreiterverband-barnim.de

Foto von Jan-Pierre Habicht ©