Michael Nimczyk mit Können und Glück

 

 

Michael Nimczyk mit Können und Glück

 

Der Bronzehelm beherrscht die Mariendorfer Rennveranstaltung mit vier Siegen

Thorsten Tietz mit einem Doppelerfolg

 

Die kommenden Wochen werden spannend: Während der in der Berufsfahrerwertung überlegen führende Roland Hülskath seinem nächsten Titel entgegengeht, ist der Kampf um den Silberhelm voll entbrannt. Heinz Wewering, Thorsten Tietz, Michael Nimczyk und Michael Schmidt sind aktuell nur um acht Zähler voneinander getrennt.

Eine ganz enge Kiste also: Vor allem Michael Nimczyk machte am Mariendorfer Montagabend auf der Derbybahn mit vier Tagessiegen mächtig Boden auf den derzeit noch an zweiter Stelle liegenden Heinz Wewering gut, der ausnahmsweise einmal leer ausging. Zagrina Boshoeve war die Erste im Nimczyk-Quartett. Auf dem Anfangskilometer war von der 23:10-Favoritin noch überhaupt nichts zu sehen, doch dann rollte die Stute das gegnerische Feld von hinten auf. Als die Pilotin Juliette (Heinz Wewering) mit Erreichen der Zielgeraden geschlagen war und der Angreifer Top November (Kay Werner) den Kopf in Front gesteckt hatte, wurde Zagrina Boshoeve weit außen mit jedem Schritt stärker und lief bis zur Linie noch zwei Längen Vorsprung auf Top November heraus.

Treffer Nummer zwei sprang für Michael Nimczyk mit Ole Bi heraus, wobei die 18:10-Favoritin das Glück der Tüchtigen auf ihrer Seite hatte. Denn bis dreihundert Meter vor dem Ziel schien der Weg zum Sieg für die Stute, die stets als zweites Pferd an der Innenkante hinter Russian Roulette (Hannu Voutilainen) gelegen hatte, komplett versperrt zu sein. Als dann aber der Pilot unvermittelt von den Beinen kam, war die Passage für Ole Bi frei. Mit Ulike Bes (Bernd Schrödl), Captain Picard (Manfred Zwiener) und Chilega Lok (Mykola Wolf) auf den weiteren Plätzen zahlte die Viererwette beachtliche 18.384:10.

Nimczyks dritter Tagessieg war keine Überraschung, denn seiner Seriensiegerin Chelsea Norton wurde nahezu uneingeschränktes Vertrauen entgegengebracht. Die Vierjährige stand bei 11:10 und übernahm vom Fleck weg die Führung. Bei ihrem vierten Erfolg hintereinander regierte die Stute souverän und setzte sich im Einlauf in 17,7/1.900m mit zwei Längen von dem innen gefolgten Florus G (Dirk Grusdas) ab. Die 114:10-Außenseiterin Fontenay rundete schließlich den Abend perfekt für Nimczyk ab. Und auch hier war ähnlich wie beim Erfolg von Ole Bi wieder Fortuna im Spiel. Denn ausgangs des letzten Bogens lag Fontenay als zweites Pferd an der Innenkante noch recht deutlich hinter Tiramisu Queen (Seth Ronland) – doch als die Gegnerin urplötzlich Galopp ging, ließ sich Fontenay die Chance nicht mehr nehmen.

Thorsten Tietz schaute dieser Erfolgsgala nicht tatenlos zu und ging mit zwei Pferden auf die Siegerparade. In der Gewinnsummenklasse bis 14.000 Euro lautete das Duell Crown Store gegen King of Swing (Heinz Wewering). Beide Traber rangierten am Toto bei 17:10 und am Ende setzte sich Crown Store klar in 16,9/1.900m durch. Denn King of Swing hatte nach wenigen Metern einen Fehler eingestreut, raffte sich dann aber zu einer wirklich großartigen Leistung auf. Auch die drittplatzierte O’dalema Byrds (Michael Nimczyk) gefiel nach über fünfmonatiger Pause mit einem feinen Schlussspurt und sollte für den nächsten Start unbedingt vorgemerkt werden.

Im Anschluss punktete Tietz mit Nobile Be (44:10), den er schon auf den ersten Metern offensiv in die Schlacht geworfen hatte. Im letzten Bogen deutete der Vierjährige an der Spitze zwar kurz Schwierigkeiten an, riss sich dann aber nach einigen Aufforderungen mächtig zusammen und ließ mit dem zweiten Wind keinen Geringeren als Alana Boy (Heinz Wewering) in 17,4/2.500m komplett abblitzen. Mit dem letzten Schritt schob sich sogar noch Yoboko Toskana (Daniel Wagner) an Alana Boy vorbei.

Erstaunliche 20:10 betrug die Siegquote dank des Überraschungsjackpots für Springfield – trotz der Tatsache, dass der Wallach mit dem mehrmaligen Berliner Amateurchampion André Pögel als Tipp des Tages zu bezeichnen war. Denn dass er trotz seiner dreizehn Lenze noch längst nicht zum alten Eisen gehört, bewies der Dunkelbraune beim 37. Sieg seiner Rennkarriere in 15,1/1.609m in eindrucksvoller Manier. Vor allem, weil Springfield einen überaus hartnäckigen Gegner bezwingen musste: Sweet Sunny King (Günter Schiefelbein) leistete ihm in einem spannenden Finishduell weit vor dem Rest des Feldes ganz erheblichen Widerstand. Erst fünfzig Meter vor der Linie erwies sich Springfield dann doch als das stärkere Pferd und kämpfte sich mit einer halben Länge Vorsprung am Konkurrenten vorbei.

In der Gewinnsummenklasse bis 25.000 Euro lieferten sich vier Pferde ein Finish, das es in sich hatte. Connecting People (Hannu Voutilainen) hatte sich um die Führungsarbeit verdient gemacht. Ausgangs des letzten Bogens wurde Roccano (Heinz Wewering) in zweiter Spur immer zudringlicher, ganz außen tauchte der 21:10-Favorit Meringo Star (Daniel Goehrke) gefährlich auf und in dessen Windschatten lag Donna Key (Daniel Wagner) auf der Lauer. In der enorm schnellen 11,8-Schlussphase schienen alle vier Genannten noch Aussichten auf den Sieg zu besitzen und erst auf den letzten einhundert Metern schälte sich Donna Key als das geschonteste Pferd heraus. Wäre das Rennen nicht unterwegs verbremst gewesen, wäre für die bei 57:10 notierte Stute noch erheblich mehr als nur der 17,1/1.900m-Gesamtschnitt möglich gewesen. Anderthalb Längen hinter Donna Key verteidigte Connecting People den Ehrenrang zäh gegen Meringo Star und den tapferen Roccano.

Mit einem lockeren Start-Ziel-Erfolg glänzten Höwings Pothos Z (35:10) und Michael Hamann. Das Gespann profitierte allerdings von einer Galoppade der 11:10-Topfavoritin Herana (André Pögel), die von einer Gegnerin schwer behindert wurde und dadurch rund achtzig Meter auf die Spitze verloren hatte. Herana kämpfte sich in feiner Manier zwar noch einmal an das Feld heran und belegte schließlich den Ehrenplatz. In Front konnte Höwings Pothos Z aber unbedrängt schalten und walten. Michael Hamann hatte unterwegs geschickt das Tempo aus der Partie genommen und spielte die Reserven seiner Stute auf den letzten vierhundert Metern überlegen aus.

Montero (45:10) bestätigte mit seinem Besitzer Ferdinand Veit den frischen Straubinger Ehrenplatz und setzte sich in 17,9/1.900m leicht mit zwei Längen Vorsprung gegen Zanymeda Fortuna (Arnold Scholaen) durch. Der Wallach, der eine überaus passende Aufgabe vorgefunden hatte, bewegte sich zunächst am Ende des Feldes und marschierte dann im letzten Bogen durch die dritte Spur. Auf der Zielgeraden war Montero rasch im Vorteil und entschädigte sein bayrisches Stallteam für die weite Anreise nach Berlin.

Die Videos des Renntages sehen Sie auf www.berlintrab.de

Gesamtumsatz: 90.822,91 Euro – Bahnumsatz: 24.148,00 Euro – Außenumsatz: 66.674,91 Euro

Der nächste Mariendorfer Renntag findet am Sonntag, dem 11. September ab 13.30 Uhr statt. Im sportlichen Mittelpunkt steht der mit 16.000 Euro dotierte Herbstpokal der Vier- und Fünfjährigen.