Meringo Star macht Daniel Goehrke stolz

 


Meringo Star macht Daniel Goehrke stolz

 

Der Wallach gewinnt das Rennen um den Herbst-Pokal des VDT

Benjamin Hagen und Bernd Schrödl punkten doppelt

 

Er ist bereits zehn Jahre alt und läuft dennoch in der Form seines Lebens: Der Traber Meringo Star beherrschte das Hauptereignis der Mariendorfer Sonntagsveranstaltung. Beim Rennen um den Herbst-Pokal des VDT saß natürlich wie immer sein Besitzer und Trainer Daniel Goehrke im Sulky des „Unverwüstlichen“.

Diesmal musste der Braune allerdings sein ganzes Kämpferherz beweisen, um den Sieg gegen die von Anfang an führende Cilantro (Marisa Bock) und die geschont vorgetragene Lavinia Love (Heiner Christiansen) perfekt zu machen. Denn der Rennverlauf kam dem 29:10-Mitfavoriten wahrlich nicht entgegen. Als Marisa Bock mit Cilantro (21:10) eine Runde vor dem Ziel die Pace auf 22,5 drosselte, blieb Daniel Goehrke nichts anderes übrig, als sein Pferd im Rush an die Flanke der Pilotin zu beordern. Doch nun kreuzte auch Halifax (45:10) ganz außen auf und da Ulrich Mommert mit seinem Stallcrack nicht aus der dritten Spur wegkam, entwickelte sich ein spannender Dreikampf um die Spitze und die Pace zog Mitte der Gegenseite auf enorme 12,5 an.

Halifax war dieser Tempoverschärfung allerdings nicht lange gewachsen und zollte den Strapazen noch vor dem Schlussbogen Tribut. Der Wallach begab sich komplett auf den Rückzug und wurde letztendlich nur Fünfter. Ganz anders präsentierte sich Cilantro, die zu keinem Zeitpunkt aufgab und den unermüdlich attackierenden Meringo Star nur widerwillig ziehen ließ. Doch gegen den Goehrke-Traber war einfach kein Kraut gewachsen: Hundert Meter vor dem Ziel steckte der Wallach endgültig seine Nüstern in Front und erkämpfte sich in 16,2/1.900m seinen 23. Karrieresieg. Meringo Stars aktuelle Bilanz macht den Schenkenberger Sportler und seine Ehefrau Nicole zu Recht glücklich: Denn bei seinen letzten fünfzehn Starts war der Braune nur ein einziges Mal nicht im Geld.

Benjamin Hagen ging mit zwei Pferden auf die Siegerparade. Zunächst glänzte Waikato mit einem energischen Kampfsieg in 18,2/1.900m und rang Bogey Boko (Heiner Christiansen) und Camira LO (Peter Scheack) unmittelbar vor dem Zielpfosten nieder. Alle drei Pferde waren in dem spannenden Finish nur um jeweils eine halbe Länge voneinander getrennt. Wobei für den 84:10-Sieger der beste Rennverlauf sprach, denn Benjamin Hagen hatte ihm auf der Schlussrunde die Ideallage an vierter Stelle außen gesichert. Beim zweiten Tagestreffer des Profis war es ähnlich: Der mit 108:10 sogar dreistellig gehandelte Chardonnet punktete aus exakt der gleichen Position heraus und bedankte sich für die Traumlage mit einer feinen 17,0/1.900m-Leistung. Der Außenseiter rang den stets führenden Scenario (Marisa Bock) mit einem Halsvorteil nieder.

Bernd Schrödl kam ebenfalls zu einem Doppelerfolg. Zunächst legte Optana Bes (70:10) beim zehnten Lebensstart ihre Maidenschaft ab. Auf den ersten siebenhundert Metern lag die Vierjährige nur im hinteren Mittelfeld. Doch auf der Schlusshalben stiefelte die Dunkelbraune in feiner Manier an den Piloten Admiral Alcock Mo (Thomas Heinzig) heran und schon mit Erreichen des Einlaufs war sie das deutlich besser gehende Pferd. Nach fast identischem Rennverlauf schlug Bernd Schrödl wenig später mit Babilo Bes (65:10) zu. Der Wallach marschierte mit viel Schwung aus der letzten Kurve heraus an Navarro SAS (Fred König) vorbei und war in 18,8/1.900m sicher mit anderthalb Längen Vorsprung voraus.

Nach seinem verkorksten Schweden-Ausflug begab sich Gaius R.A. wieder auf den Erfolgsweg. Auf der Meilendistanz trabte der bei 22:10 notierte und nun wieder von Bernd Warnke gefahrene Hengst des Rennstalls Aleo zugleich mit 1:15,7 min. die Tagesbestzeit. Dennoch mussten seine wettenden Anhänger im Schlussbogen gewaltig zittern. Denn nachdem sich Gaius R.A. aus der zweiten Spur heraus Ende der Gegenseite an die Spitze gesetzt hatte, kam auch Hamilton Sebarg (Luisa Ehrig) mächtig auf Touren und sah einen Moment sogar wie der Sieger aus. Doch Gaius R.A. leistete sich keine Blöße und setzte sich auf den letzten 150 Metern wieder recht deutlich vom Angreifer ab.

Dass Zero Sugar (29:10) in der Gewinnsummenklasse bis 12.000 Euro von der Grundschnelligkeit her über seinen neun Gegnern stand, war schon im Vorfeld klar. Das Fragezeichen stand vielmehr hinter seiner Trabsicherheit, denn in den vergangenen beiden Monaten war der niederländische Wallach nur ein einziges Mal glatt um die Bahn gekommen. Bei seinem Debüt mit Marisa Bock im Sulky machte der Fünfjährige nun aber alles goldrichtig, orientierte sich Ende gegenüber in die dritte Spur und war im Einlauf in 17,4/1.900m klar das stärkste Pferd.

Für Donna Reado (30:10) war die Konstellation in einem verlockend ausgeschriebenen Handicap ähnlich, denn auch hier drehte es sich hauptsächlich um die Frage: Bleibt die Stute auf den Beinen oder nicht? Donna Reados Fahrer Thomas Buley gab mit einem offensiven Vortrag rasch die Antwort und die Tochter der 37-maligen Siegerin Donna Doria (71.673 Euro Gewinnsumme) setzte sich auf der Zielgeraden überlegen mit drei Längen Vorsprung von ihren Konkurrenten ab.

Alessandra (14:10) galt als Tipp des Tages und machte ihr Rennen folgerichtig zur One-Horse-Show. Werner Schnieder legte mit der Stute gleich los wie die Feuerwehr und in dem weit auseinander gerissenen Feld kam keiner der acht Gegner mehr entscheidend heran. Lediglich Yoke Fellow (Karin Walter-Mommert) kämpfte sich im Schlussbogen näher, kam bei der Aufholjagd aber entscheidend von den Beinen und landete weit hinter der 17,7/1.900m trabenden Alessandra nur auf dem vierten Platz.

Montero ging zum zweitenmal innerhalb von vierzehn Tagen auf eine Mariendorfer Siegerparade und unterstrich damit die feine Form, die sein Besitzer und Fahrer Ferdinand Veit aktuell mit seinem Lot zur Hand hat. Für den 65-jährigen Oberbayern entwickelte sich der Weg zum 72. Karrieresieg optimal. Denn an der Spitze wurde ein viel zu hohes Tempo gebolzt und der bei 78:10 notierte Montero konnte seine Speedqualitäten im Einlauf perfekt ausspielen. Mit Ariba Boshoeve (Andreas Marx) und Tulip Venus (Günter Schiefelbein) auf den weiteren Plätzen kletterte die Dreierwetten-Quote auf lukrative 16.988:10.

Mit stolzen 3.200 Euro war die Wiederholung des Gästefahrens vom Renntag des St. Joseph Krankenhauses dotiert – und wer die Kreuze auf dem Wettschein wieder hinter den gleichen Pferden wie vor einer Woche gesetzt hatte, lag mit dieser Entscheidung goldrichtig. Denn Esbas Diablo (58:10), der diesmal von Nadine Skoruppa gesteuert wurde, ging erneut auf die Siegerparade und dahinter holte sich der Stallgenosse Xari Man (Carola Kirchner) wiederum das zweite Geld. Ein schöner Doppelerfolg also für den Trainer Peter Scheack und eine Reihenfolge, die für eine erstaunliche Zweierwetten-Quote von 451:10 sorgte.

Gesamtumsatz: 97.412,63 Euro – Bahnumsatz: 30.250,00 Euro – Außenumsatz: 67.162,63 Euro

Der nächste Mariendorfer Renntag findet am Montag, dem 26. September ab 18.30 Uhr statt.