Meringo Star ist nicht zu stoppen

 


Meringo Star ist nicht zu stoppen

 

 

Elfter Saisonsieg: Der Mariendorfer Publikumsliebling setzt

sich mit Daniel Goehrke gegen erlesene Konkurrenz durch

 

Auf sein Stallteam kommen nun spannende Wochen zu: Knapp zweieinhalb Monate vor dem Jahresende liegt der Wallach Meringo Star weiterhin an der Spitze der Saisonwertung der siegreichsten deutschen Traber. Bei der Mariendorfer Abendveranstaltung am Montag war der wie immer von seinem Besitzer und Trainer Daniel Goehrke gesteuerte Braune erneut nicht zu stoppen. Bei seinem elften Jahrestreffer schickte Meringo Star erstklassige Konkurrenten auf die Verliererstraße.

Die Qualität seiner acht Gegner war so herausragend, dass der Seriensieger, dem normalerweise das uneingeschränkte Vertrauen des Publikums gehört, diesmal für stolze 65:10 am Toto gehandelt. Zovilja (Seth Ronland / 35:10), Sven (Alexandr Nesyaev / 41:10) und Byron (Heinz Wewering / 51:10) rangierten in der Gunst der Wetter vor dem Zehnjährigen – doch alle Drei gingen am Ende leer aus. Ganz anders Meringo Star: Der Wallach, der auf der 2.000-Meter-Strecke den Kilometerschnitt von 1:15,6 trabte, läuft derzeit in der Form seines Lebens – er ist gut wie nie zuvor.

Während sich die Favoritin Zovilja viel zu früh ins Band begab und dann beim „Ab“ quasi auf der Stelle trat und sofort gute vierzig Meter Boden auf ihre Gegner verlor, hatte Byron erwartungsgemäß einen guten Start erwischt und die Spitze übernommen. Meringo Star sah man zunächst an fünfter Position, doch schon eingangs der Tribünengeraden leitete Daniel Goehrke den Vorstoß ein und beorderte seinen Schützling an die Flanke des Piloten. Noch offensiver war allerdings Sven unterwegs, der in dritter Spur aufkreuzte und sich ebenfalls um die Führung bemühte.

Der in Moskau trainierte US-Hengst brauchte eine halbe Runde, um sich endlich an Byron vorbeizukämpfen und musste bei diesem Angriff viel Kraft lassen. Während Byron im Anschluss komplett zum Rückzug blies und an diesem Tag nur ein Schatten seiner selbst war, besaß die vom Feldende herangeflogene Zovilja Mitte Gegenüber einen ganz starken Moment. Die Schwedin kam bei ihrem Gewaltvorstoß aber schwer von den Beinen und war damit aus der Partie. Im letzten Bogen kämpften also nur noch Sven und der an seine Seite aufgerückte Meringo Star um den Sieg.

Zweihundert Meter vor dem Ziel fiel die endgültige Entscheidung: Sven war dem Druck des Gegners nicht mehr gewachsen und verfiel in Galopp. Der Rest war für Meringo Star nur noch eine Pflichtaufgabe – der Wallach siegte souverän. Eine Länge dahinter erkämpfte sich Hamiro Sebarg (Daniel Wagner), der im Einlauf jeden Zentimeter Freiraum genutzt hatte, den zweiten Rang vor Springfield (Michael Nimczyk), der sich angesichts seiner Zwanzig-Meter-Zulage optimal verkaufte und mit 1:15,0 den schnellsten Tagesschnitt trabte.

Das Hauptrennen war zunächst also eine Schlappe für die russischen Gäste – doch schon wenig später bügelte Ens Caviar’s Sun (14:10) den Ausrutscher seines Trainingsgefährten Sven in imponierendem Stil wieder aus und beendete seine Berlin-Visite mit vier Siegen hintereinander und einer blütenreinen Weste. Ein lockerer Spaziergang war die Aufgabe für den wie immer von Yuri Repin gesteuerten Hengst allerdings nicht, denn der russische Profi musste seinem Stallcrack ausgangs des letzten Bogens sogar kurz die Peitsche zeigen. Nach dieser Aufforderung packte Ens Caviar’s Sun dann aber in 1:16,1 fein an und ließ der tapferen Yankees Lady (Michael Nimczyk), die das Feld vom ersten Bogen ab angeführt hatte, keine Chance. Ein toller Schlusspunkt eines erfolgreichen Gastspiels, denn gemeinsam mit ihrem Trainer Yuri Repin traten Ens Caviar’s Sun und Sven am Folgetag die lange Heimreise nach Moskau an. Keine Frage – das Berliner Publikum freut sich auf ein baldiges Wiedersehen mit diesen erstklassigen Pferden und ihren Fahrern.

Ansonsten war die Mariendorfer Veranstaltung mit bunten Überraschungen bestückt. Der Rennabend begann gleich mit einem mächtigen Paukenschlag, denn den 783:10-Außenseiter Defi d’amour und seinen Fahrer Günter Schiefelbein hatten nur die wenigsten Wetter in ihre Überlegungen einbezogen. Ende der Gegenseite überraschte das Sulkygespann den führenden Favoriten Yoran Frisia (Thorsten Tietz) mit einer Blitzattacke und auch der noch einmal fein nachsetzende Pedro MH (Daniel Wagner) konnte den in 1:17,6 erzielten Sieg des krass unterschätzten Underdogs nicht verhindern.

Gleich im Anschluss gab es ebenfalls erstaunte Gesichter, denn Scorpio du Vivier, der Kay Werner den 150. Sieg seiner Fahrerkarriere bescherte, präsentierte sich enorm gesteigert und viel stärker, als es seine 125:10-Quote vermuten ließ. Der Fünfjährige kämpfte sich auf der letzten halben Runde immer näher an Just Like You (Andreas Marx) heran, die zeitweilig überlegen geführt hatte. Mitte der Zielgeraden hatte Scorpio du Vivier die Konkurrentin erreicht und nahm der Stute in 1:17,8 bis zum Pfosten noch zweieinhalb Längen ab. Kay Werner durfte sich obendrein über einen weiteren Trainersieg freuen: Julia Ertel legte mit dem 140:10-Außenseiter Koh I Noor, der auf der Schlusshalben aus der sechsten Position außen heraus am ganzen Feld vorbei spazierte, eine Glanzfahrt hin und bewies einmal mehr, dass sie zu den hoffnungsvollsten deutschen Nachwuchstalenten gehört.

Das muntere Außenseiter-Spielchen setzte sich auch beim Viererwetten-Rennen fort – einer von der Qualität der Teilnehmer her recht gleichmäßig besetzten Prüfung, die zum großen Auftritt von Kelsea Diamant und ihrer Trainerin Daniela von Dabrowski wurde. Die Fünfjährige, die zum Totokurs von 261:10 angetreten war, agierte stark wie selten zuvor und setzte sich trotz eines Rennverlaufs in der Angreiferspur sicher gegen den allzu heftig unterstützten Babilo Bes (Bernd Schrödl) durch. In 1:17,3 kam Kelsea Diamant trotz der kühlen Witterung dicht an ihre Rekordmarke heran. Man darf auf ihre nächsten Starts gespannt sein.

Zweimal waren die Amateure gefordert. Der erste Treffer ging an André Pögel, der mit Crazy for you (18:10) die Konkurrenz mühelos in Schach hielt. Die Fünfjährige hatte sich aus dem ersten Bogen heraus an die Spitze begeben und setzte sich auf den letzten Metern mit zwei Längen Vorsprung und einer 17,4-Kilometerzeit von den Gegnern ab. Noch wesentlich schneller, nämlich in der Zeit von 1:15,9, waren Sugar (15:10) und Werner Schnieder auf der Meilendistanz unterwegs. Die in dieser Saison bisher nur ein einziges Mal geprüfte  Stute hatte aus dem Mittelfeld heraus zwar einigen Boden auf den klar in Front gezogenen Scenario (Sarah Kube) gutzumachen, bewältigte diese Herausforderung aber souverän und zog im Einlauf grußlos mit sieben Längen Vorsprung am Gegenspieler vorbei.

In der Gewinnsummenklasse bis 2.000 Euro nahmen Love Story HH (20:10) und Daniel Wagner den Erfolg quasi im Vorübergehen mit, denn das Gespann stand deutlich über dem Feld und damit schon weit vor dem Ziel als Sieger fest. Daniel Wagner ging von Anfang an offensiv zur Sache und hielt mit der Stute stets die Tuchfühlung zur Spitze. Im letzten Bogen reichte ein kurzes Zeichen und Love Story HH zog in 1:17,9 auf und davon – lediglich die spät auf Touren gebrachte Orangerie (Heiner Christiansen) hielt zwei Längen zurück noch einigermaßen den Kontakt.

Verglichen mit diesem Sieg musste sich Michael Nimczyk im Sulky von Dialetta (75:10) schon deutlich mehr rühren. Gleich zu Beginn der Gegenseite spürte der Bronzehelm, dass der zu diesem Zeitpunkt führende Elton (Benjamin Hagen) alles andere als unbezwingbar war. Nimczyk nahm das Heft in die Hand und fühlte dem Piloten kräftig auf den Zahn. Mit Erreichen des Einlaufs gab sich der enttäuschende 23:10-Favorit Elton komplett geschlagen und die konsequent unterstützte Dialetta hielt in 1:17,6 auch den in guter Manier aufgerückten Lobo (Manfred Zwiener) auf Distanz.

 

Die Videos des Renntages sehen Sie auf www.berlintrab.de

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Gesamtumsatz: 92.014,39 Euro – Bahnumsatz: 22.728,00 Euro – Außenumsatz: 69.286,39 Euro

Die nächste Mariendorfer Veranstaltung findet am Sonntag, dem 23. Oktober ab 13.30 Uhr statt.