Mehr Pferde, mehr Starts – aber weniger Reiter: Die Turniersport-Statistik der FN

Der Turniersport in Deutschland wächst wieder. Im Jahr 2012 registrierte die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) ein bundesweites Plus an Prüfungen und Starts. 1.475.922 mal wurde im vergangenen Jahr gestartet, was einer Steigerung von 1,1 Prozent gegenüber 2011 entspricht. Die Zahl der Prüfungen erhöhte sich sogar um 1,7 Prozent auf 68.901. Auch die Zahl der Veranstaltungen stieg wieder leicht an. Insgesamt wurden bundesweit 3.609 Turniere ausgerichtet (2011: 3.594), was vor allem auf den Zuwächsen in Weser-Ems, Rheinland und Bayern beruht. Rückläufig ist die Zahl der Veranstaltungen dagegen in anderen Verbandsbereichen wie Westfalen, Hessen, Hannover und Thüringen.

Nochmals übertroffen wurde im vergangenen Jahr die Rekordmarke des Jahres 2011 bezüglich der Preisgelder. „Die Entwicklung scheint ungebrochen“, sagt Friedrich Otto-Erley. Leiter der FN-Abteilung Turniersport. Den stärksten Anstieg erlebte jedoch die Zahl der neu eingetragenen Turnierpferde. 25.643 Vierbeiner wurden 2012 neu bei der FN registriert, 2,02 Prozent mehr als im Vorjahr. „Eigentlich erstaunlich, wenn man hört, dass die Zahl der Bedeckungen in den letzten Jahren deutlich rückläufig ist“, so Otto-Erley.

Ganz uneingeschränkt ist die Freude über die aktuellen Zahlen allerdings nicht. Denn im selben Umfang, in dem die Zahl der Prüfungen, Starts und Pferde wächst, schrumpft die Zahl der am Turniersport beteiligten Reiter und Fahrer. Die Zahl der ausgestellten Jahresturnierlizenzen sank 2012 auf 81.771 (2011: 82.779). „Zuwächse gibt es lediglich in der Gruppe der Ü21-Reiterinnen, die größten Einbußen gibt es bei den männlichen Reitern über 40 und bei den Jugendlichen unter 16 Jahre. Hier zeigen sich offensichtlich erste Auswirkungen der demographischen Entwicklung, aber auch von Ganztagsschule und G8“, sagt Otto-Erley.

„Die Zahlen lassen eigentlich nur einen Schluss zu: Der Turniersport wird immer ‚professioneller’. Wir müssen daher darauf achten, dass der Sport auch für erwachsene Neu- und Wiedereinsteiger und all diejenigen attraktiv bleibt, die nicht an jedem Wochenende mit mehreren Pferden zum Turnier fahren können oder wollen“, sagt Otto-Erley. Mit der Ausschreibung „geschlossener“ Prüfungen in Dressur und Springen, wie sie von der neuen Leistungs-Prüfungs-Ordnung (LPO) vorgeschrieben werden, soll diese Zielgruppe ein eigenes Prüfungsangebot erhalten. „Die LPO bietet aber noch andere Möglichkeiten, möglichst homogene Starterfelder zusammenzustellen. Sie müssen nur genutzt werden“, so der Leiter Turniersport.        Hb