Mecklenburg-Vorpommern gewinnt den Bundesberufswettbewerb 2013

Neuer Modus für Pferdewirte der Fachrichtungen „Pferdehaltung und Service“ und „Pferdezucht“

Warendorf (fn-press). Die Sieger des Bundesberufswettbewerbs 2013 kommen aus Mecklenburg-Vorpommern. Wie schon im vergangenen Jahr ihre Kollegen der Fachrichtung „Klassische Reitausbildung“ standen in diesem Jahr auch die angehenden Pferdewirte der Sparten „Pferdehaltung und Service“ und „Pferdezucht“ vor neuen Herausforderungen. Gefragt war nicht mehr nur rein theoretisches Wissen, vielmehr galt es berufstypische Situationen zu bewältigen, wie beispielsweise ein Beratungsgespräch mit einem Kunden. „Theoretisches Know-how ist natürlich nach wie vor wichtig, aber im Beruf kommt es nachher vor allem darauf an, dieses auch anwenden zu können. Wird der Pferdewirt beispielsweise von einem Pferdebesitzer gefragt, wie sein Pferd gefüttert werden soll, muss er als Fachmann in der Lage sein, einen korrekten Fütterungsplan zu erstellen und diesen auch kompetent zu begründen“, erklärte Markus Scharmann, bei der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) für die Berufsausbildung zuständig, die Neuerung im Austragungsmodus.

Insgesamt stellten sich 36 Auszubildende in der Deutschen Reitschule in Warendorf den neuen Aufgaben. Zwei Tage lang wurden sie in Theorie und Praxis geprüft. Die Pferdewirte der Fachrichtung Pferdehaltung und Service mussten zunächst ihre Kompetenz in einer Dressurprüfung auf A-Niveau unter Beweis stellen. Die Pferdewirte der Fachrichtung Zucht hingegen mussten ein Pferd korrekt auf der Dreieecksbahn vormustern. Anschließend stand für alle die Pferdebeurteilung auf dem Programm. Am zweiten Tag folgte eine Präsentation zu einem zugelosten Pferdethema wie z.B. Fütterung, Tierschutz oder Weidemanagement. „Gerade hier zeigten die angehenden Pferdewirte in besonderer Weise ihre berufliche Handlungsfähigkeit. In Form von Rollenspielen näherten sie sich dieser Aufgabe und simulierten realistische Situationen im jeweiligen Themengebiet und zeigten Lösungsansätze auf, die es auch im beruflichen Alltag zu finden gilt“, äußerte sich Markus Scharmann sichtlich begeistert von den Leistungen des Berufsnachwuchses.

Insgesamt am besten bewältigte das Team aus Mecklenburg-Vorpommern die neuen Anforderungen. Tanja Mettchen aus Klein Warin (Fachrichtung Zucht), Lisa Struck aus Redefin (Fachrichtung Haltung und Service) und Jennifer Suderow aus Neuendorf(Haltung und Service) sammelten 735 Punkte und verwiesen damit die Mannschaft aus Hannover – Viviane Quarch aus Dassel (Fachrichtung Haltung und Service), Linda Schellberg aus Celle (Fachrichtung Haltung und Service) und Janne Tressel aus Sottrum (Fachrichtung Zucht) – mit 724 Punkten auf Platz zwei. Den Bronzerang belegte das Team Baden-Württemberg mit Stefanie Ehrlicher aus Leutkirch(Fachrichtung Haltung und Service), Antje Kurzweg aus Marbach (Zucht) und Julia Neumann aus Marbach (Haltung und Service) mit insgesamt 722 Punkten.

Das Finale schließlich bestand für die Auszubildenden der Fachrichtung „Haltung und Service“ darin, ein Pferd zu longieren und in einem anschließenden Kundengespräch dem „Pferdebesitzer“ die Eindrücke zu schildern und ihn hinsichtlich der weiteren Ausbildung des Pferdes zu beraten. Eine glatte 8,0 vergaben die Richter Rolf Grebe, Fritz Lutter und Hans-Peter Werhold für die Vorstellung von Lisa Struck, die damit den Sieg in der Einzelwertung davontrug. Mit der Note 7,8 belegte Elena Serkin vom Team Bayern den zweiten Platz, auf Rang drei landete mit einer 7,4 Carmen Herrmann aus Rheinland-Pfalz.

Aus drei verschiedenen Hengsten den passenden Kandidaten für eine Stute auswählen und dies anschließend auch einem Kunden zu begründen, das war die Finalaufgabe für die Auszubildenden der Sparte „Zucht“. Hier wusste Janne Tressel vom Landesverband Hannover die Jury zu überzeugen. Mit einer 8,4 sicherte sie sich den Sieg in der Einzelwertung ihrer Fachrichtung vor Antje Kurzweg aus Baden-Württemberg (8,0) und Miela Kuhlmann aus Weser-Ems (7,8).   Hb