Mariendorf feiert großen Geburtstag: Jubiläumsrenntag wird zu einem Festival des Trabrennsports

 

Berlin-Mariendorf, 12. Mai 2013 (Beginn 13 Uhr).

Der Stichtag war zwar der 9. April, aber die Korken knallen erst am Sonntag. Die Trabrennbahn Mariendorf feiert ihren 100. Geburtstag – und in was für einem Stil! Eine prachtvolle Parade mit historischen Sulkys, Live-Musik und die Eröffnung einer großen Ausstellung über die Geschichte der Derby-Piste garantieren einen vergnüglichen Nachmittag. Doch im absoluten Mittelpunkt steht vor allem genau das, was die Bahn weit über die Grenzen der Hauptstadt hinaus bekannt gemacht hat: großartiger Trabrennsport. Beim Topereignis, dem „100 Jahre Mariendorf“-Geburtstagsrennen, ist auch Berlins Bürgermeister Klaus Wowereit mit dabei. Die Vorläufe und das Finale sind mit insgesamt 35.000 Euro Preisgeld dotiert. Keine Frage also, dass der erste Blick jedes Traberfans denjenigen Sulkygespannen gilt, die im 3. und im 4. Rennen um jeweils fünf Finalplätze kämpfen. Der Endlauf wird dann als 11. Rennen ausgetragen.

Schauen wir uns also zunächst die dritte Tagesprüfung an, den mit 1.000 Euro Siegjackpot aufgestockten ersten Vorlauf. Hier treffen zwei erstklassige Pferde aufeinander, die kaum eine Niederlage kennen. Der von Josef Franzl präsentierte Jag Heuvelland ist der Stolz des Rennstalls Germania und seit fast einem Jahr ungeschlagen. Der Wallach zeigte seinen Gegnern in dieser Zeit achtmal hintereinander die Eisen und verfügt über ein sensationelles Pedigree: Sein älterer Bruder Sir Maurits gewann die Breeders Crown und das St.Leger, sein jüngerer Bruder Sir Michel ging beim Jubiläums-Auktionsrennen auf die Ehrenrunde. Der zweite Seriensieger im Feld ist der von Dr. Marie Lindinger gesteuerte Wild Viking. Ein Pferd, das von 18 Starts 14 gewann und in seinem ganzen Leben noch nie schlechter als Dritter war. Ein absoluter „Vollbomber“, der mit Wings of Crown und Wonderboy ebenfalls über exquisite Verwandtschaft verfügt.

Ein Stechen zwischen diesen beiden Pferde würde bestimmt schon ausreichen, um die packende Dramatik und die Attraktivität des Rennsports darzustellen. Doch es ist noch nicht einmal sicher, dass sich die erste Finalqualifikation tatsächlich zu einem Duell der beiden Giganten entwickelt. Denn auch einige andere der neun Vorlaufsteilnehmer melden Ansprüche an. Der von Heinz Wewering gesteuerte Bon Ami fegte bei der Generalprobe für das Jubiläumsrennen mit seinem Trainer Alle Loman im Sulky über die Konkurrenz hinweg. Der von Thorsten Tietz gefahrene Vic Timberlake gewann mit dem Berliner Champion bereits eine Aufgabe auf hohem Niveau, den Bahrenfeld-Cup. Boban Boko (Dion Tesselaar) wird die Rolle des brandgefährlichen Außenseiters einnehmen und wenn Hainang (Maik Esper) auf den Beinen bleibt, ist die Stute ebenfalls für eine vordere Platzierung gut.

Findet sich der Gesamtsieger also bereits in dieser Namensaufzählung – oder stammt er aus dem zweiten Vorlauf? Eines ist klar: Das 4. Rennen ist ebenfalls eine „Sahneschnitte“ und es stellt zugleich den Start der mit 5.000 Euro Garantieauszahlung ausgestatteten V5-Wette dar. Bei ihrem letzten Engagement waren neun der elf Teilnehmer entweder Erster, Zweiter oder Dritter. Alle haben ihr Können mehrfach unter Beweis gestellt. Bullseye (Michael Nimczyk) stammt aus der vorzüglichen BWT Spirit (94.323 Euro Gewinnsumme) und war in Bahrenfeld in einem Wimpernschlag-Finish hauchdünn vor dem Sieger der Derby-Amateurmeisterschaft Offenbach Bigi (Josef Franzl). Stormy Nightriver (Michael Schmid) schlug in Dinslaken und Hamburg zu. Scoop (Thomas Panschow) glänzte ebenfalls mit einem Doppeltreffer. Bogey Boko (Maik Esper) ist mit seiner Speedstärke eine Macht und gehört ebenso wie Othello Jaycee (Hans-Jürgen von Holdt), Amazing Polly (Dion Tesselaar), Nintendo SAS (Georg Frick), Cokaselo (Gerd Biendl) und Secret Boy (Thorsten Tietz) auf den Schein. Die V5-Experten sind also von Anfang an gefordert.

Ein wenig anders sieht es beim zweiten Highlight des Nachmittags aus. Als neunte Tagesprüfung kehrt ein großer Klassiker – wenn auch vorerst noch als mit 7.000 Euro dotierter Trial – nach Berlin zurück: das Adbell-Toddington-Rennen. Unter den drei Jahre alten Derby-Aspiranten gibt es einen deutlichen Favoriten: Der von Michael Nimczyk vorgestellte Easy Lover aus dem Lot von Marion Jauß gewann seine beiden Saisonstarts und bewies dabei enormen Kampfgeist und Trabsicherheit. Der Fuchs hat zweifellos den Rennkopf seiner Mutter Easy Way SL (107.430 Euro Gewinnsumme) geerbt. Die Rolle des Herausforderers ist ebenso klar besetzt: Shoemaker (Heinz Wewering) trommelte Ende April gegen die älteren und erfahreneren Pferde einen tollen Schlussakkord aufs Geläuf. Let’s Win (Maik Esper) ist dagegen unberechenbar. Ohne Fehler kann der Dunkelbraune den beiden Nachwuchsstars mächtig in die Suppe spucken. Das Rennen ist also ein Hingucker – genauso wie das gesamte Rahmenprogramm.                            

Unsere Tipps:

1.Lennart – Akiro Ass – Rapinello

2.Meringo Star – Charom – Not to Bi

3.Jag Heuvelland – Wild Viking – Bon Ami

4.Bullseye – Offenbach Bigi – Stormy Nightriver

5.La Joliette – Donna Kievitshof – Miss Dior – Medusa

6.Michigan Venus – Really – Iniesta

7.Zora Island – Sir de Star – Arwen Energy

8.Letsgoagain – Pretty Ripped – Kongo

9.Easy Lover – Shoemaker – Dear Butcher

10.Vulkan – Spicy A. – Most Wanted As

11.Finale zum Geburtstagsrennen Nr. 1

12.Envie de Paris – Romanelli – Ocean Abano