Maimarkt-Turnier Mannheim 2014: Dressur im MVV-Reitstadion vor vollbesetzten Rängen

 

Mit der ersten von sieben Qualifikationen für die „Stars von Morgen“-Serie begann am Sonntagvormittag bei strahlendem Sonnenschein die Dressur-Matinée beim 51. Mannheimer Maimarkt-Turnier. Wie schon am Vortag in der Einlaufprüfung, sicherte sich die Team-Zweite der Olympischen Spiele von London, Dorothee Schneider, mit dem neunjährigen, ausstrahlungskräftigen Rappwallach UllrichEquine’s Emilion den Sieg in dem Nachwuchspferde-Grand Prix. „75,632 Prozent, das war meine bisher höchste Bewertung mit Emilion, aber er ist auch so schön gegangen. Ich bin ganz begeistert. Ich hoffe, ich darf ihn noch lange reiten“, schwärmte die Dressurausbilderin aus Framersheim über den Westfalen-Wallach. Das Finale der Serie, die von Claudia Reisbeck, der Besitzerin des Dressurstalls auf Gut Riedbichl bei München, gesponsert wird, findet im September auf der Olympia-Reitanlage München-Riem statt. Im Rahmen dieser Serie für Nachwuchspferde beziehungsweise -reiter im Grand-Prix-Sport zählen für den Einzug ins Finale die beiden besten Prozentzahlen aus den Qualifikationsprüfungen. Die Plätze zwei und drei in Mannheim gingen an Timo Kemmerer (Oberhausen) mit der elfjährigen Hessen-Stute Sunny Girl und Thomas Wagner (Bad Homburg) mit dem Oldenburger Frederic S.

Jenny Lang siegt bei der Dressur-Matinée in der Grand Prix Kür zur Musik

Die Dressur-Matinée erreichte zum zweiten Mal nach 2013 ihren Höhepunkt im großen MVV-Reitstadion mit der internationalen Grand Prix-Kür zur Musik, dem Diringer & Scheidel Preis. Vor prall gefüllten Zuschauerrängen, auf denen Tausende der Maimarkt-Besucher geströmt waren, konnte die Karlsruherein Jenny Lang mit dem schwarzbraunen Holsteiner Wallach Loverboy ihren Erfolg von 2013 wiederholen, als sie in ihrer allerersten Grand Prix Kür zugleich die allererste Siegerin in einer internationalen Grand Prix Kür in Mannheim geworden war. Ihre tänzerische, nahezu perfekte Vorstellung zu einem Medley aus Pink-Panther- und Dschungelbuch-Filmmelodien wurde mit championatsreifen 77,525 Prozent bewertet. „Ich glaube, Loverboy liebt das Viereck sehr und ist in diesem Jahr noch besser gegangen als im Jahr zuvor“, so die Siegerin, „und wir haben den Schwierigkeitsgrad nach unserer Kür noch erhöht.“ Dabei war ihr noch größere Konkurrenz als in 2013 erwachsen, so mit der zweitplatzierten Dorothee Schneider und dem Rubinstein-I-Sohn Silvano. Das Paar hatte bereits im Februar die Grand Prix Kür im österreichischen Graz gewonnen und wächst, so die Reiterin, immer besser zusammen. Mit 74,95 Prozent hatten auch sie eine Leistung geboten, die vielerorts zum Sieg gereicht hätte. Gegenüber dem Grand Prix die Plätze zwei und drei getauscht hatten Dorothee Schneider und die Dänin Maria Anita Anderson auf dem 13jährigen, dänischen Hengst Blue Hors Leredo (73,450). Wie für die beiden erstplatzierten Reiter gilt auch für die Dänin als klares Ziel in diesem Jahr eine Teilnahme bei den Weltreiterspielen im Spätsommer in der Normandie.

Turnierchef Peter Hofmann war ob des riesigen Zuschauerinteresses und der hochkarätigen, mitreißenden Vorstellungen von der Kür-Prüfung hingerissen, „Die Grand-Prix-Musik-Kür in einem optisch so schönen Rahmen im MVV-Stadion ist die geeignetste Form, einem Nicht-Fachpublikum, wie es vermutlich unter den Maimarkt-Besuchern zahlreich zu finden ist, einen solch anmutigen, harmonischen, eleganten Sport wie das Dressurreiten näherzubringen und es dafür zu begeistern.“

Mannheim zweite Station im Nürnberger Burg-Pokal

Dass es für den Grand-Prix-Dressursport in Deutschland genügend Nachwuchspferde gibt, dazu trägt seit über zwei Jahrzehnten der Nürnberger Burg-Pokal für sieben- bis neunjährige Dressurpferde bei. In den in diesem Jahr 16 Qualifikationsturnieren, von denen Mannheim die zweite Station war, kann sich jeweils das Siegerpaar für das Finale im Dezember beim Internationalen Frankfurter Festhallen-Reitturnier qualifizieren. Auf Anhieb gelungen ist dies der Tübingerin Bianca Baum mit dem neunjährigen Hannoveraner Rapphengst Holly (His Highness x Walt Disney) mit 71,268 Prozent. Platz zwei (70,688) und vier (69,902) ging an die für den Stall von Hubertus Schmidt in Borchen tätige Finnin Emma Kanerva mit der neunjährigen Oldenburger Stute Schöne Zeit beziehungsweise dem achtjährigen Holsteiner Hengst Capo. Prominenteste Starterin war die Doppel-Vize- und Mannschafts-Europameisterin Helen Langehanenberg (Münster), die mit dem schicken, neunjährigen dunkelbraunen Oldenburger Hengst Sergio Rossi (70,415) Dritte wurde und zudem mit dem achtjährigen Oldenburger Hengst Reliacnce, einem Rohdiamant-Sohn, Platz sechs (68,463) belegte. Dazwischen schob sich der Mannheimer Christoph Niemann mit dem achtjährigen Hannoveraner Fuchswallach Depardieu auf Platz fünf (69,098). Mit den drei Paaren an der Spitze mit über siebzig Prozent und zwei weiteren knapp darunter hatte die Mannheimer Qualifikation für den Nürnberger Burg-Pokal schon fast das Niveau eines Finales.